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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Beschreibung und Segelanweisung für die N- wd N W-Küste der Gazelle-Halbinsel, 451 
Talele-Inseln (Scilly-Inseln) bilden‘ eine Inselgruppe, welche aus sieben 
gröfseren und fünf kleinen Felseninseln besteht. Ale Inseln sind mit dichtem 
Busch bewachsen. Wasser befindet sich nicht auf denselben. Auf der westlichsten, 
der Talele Pegel-Pfeiler-Insel ist eine kleine Palmenpflanzung. Bewohnt sind 
die Inseln nicht. Zwischen den einzelnen Inseln liegen Riffe. Während der 
Brutzeit sind die Inseln von einer Unmenge von wilden Tauben bevölkert: 
Von der Mündung des Flusses Ramaulun bis zum Kap Vunatawakarar 
verläuft die Küste in südwestlicher Richtung. Auf dieser Strecke münden 
zwei gröfsere Flüsse, der Vunakapiaka und Marangassik. Letzterer känn auch 
eine kurze Strecke hinter der Mündung mit gröfseren Booten befahren werden. 
Beide haben gutes Wasser, das aber bei Ebbe entnommen werden muß, An 
der Mündung des Marangassik befindet sich ein freier Platz, der den HEin- 
geborenen von Urara und Massikonäpuka als Handelsplatz mit den Baining- 
Leuten dient. Dieser Marktplatz ist in der ganzen Gegend bei den. Ein- 
geborenen bekannt, 
. Von Vunatawakarar bildet die Küste einen ganz flachen Bogen nach 
Süden bis zur Mündung des Flusses Rapalatip. Kurz vor dessen Mündung liegt 
das Kap Guasianakassika. . Von Kap Tongilus bis hierher ist die Küste mit 
dichtem Busch bewachsen, durch welchen nur schmale, den Eingeborenen allein 
bekannte Pfade führen. 
Von der Mündung des Flusses Kapalatip verläuft die Küste in südsüd- 
östlicher Richtung etwa 4400 m. Auf dieser Strecke ist sie theils: mit Laub- 
wald, theils mit Busch bewachsen. Ungefähr 3800 m südlich vom ‚Rapalatip 
münden zwei kleine Flüsse, der Vunatapuk und Tavanatongo, die beide nur 
mit ganz kleinen Booten befahrbar sind. 
Bis zum Kap Kaponosärere bildet die Küste nun eine flache 3700 m 
breite und an der tiefsten Stelle 1300 m tiefe Bucht. Dieselbe ist voll von 
Riffen, die sich bis zu 1500 m vom Ufer erstrecken, Als Ankerplatz kann sie 
also nicht in Betracht kommen... Die Küste ist mit dichtem Busch bewachsen 
und an vielen Stellen sind derselben Mangroven vorgelagert. 
. Im nördlichen Theile derselben mündet der Flufs Rakoräkor, an dessen 
Mündung sich auch ein Handelsplatz für Eingeborene befindet. Derselbe kann 
mit kleineren Booten befahren werden. . 
Tongolie-na-kanai ist ein großer Flufs in der Südostecke der Bucht. 
Er ist an seiner Mündung ungefähr 50 m breit und kann etwa 1000 m von 
seiner Mündung mit gröfseren Booten befahren. werden. Es läuft aber zeit- 
weise ein so starker Strom in demselben, dafs man mit Ruderbooten kaum 
gegen denselben ankommen kann. 
Der ganzen Küste von Kap Tongilus bis Kap Kaponosärere.. sind 
Korallenriffe vorgelagert, die sich in einer durchschnittlichen Breite von einigen 
hundert Metern an derselben entlang ziehen. . , 
Von Massikonäpuka zieht sich ein vollkommenes Barriere-Riff an der 
Küste entlang. Zuerst in einem Abstande von etwa 4000 m und allmählich 
sich bis zu 12000 m von der Küste entfernend. Es hat seinen gröfsten Ab- 
stand bei Kap Tongilus, biegt hier in einem grofsen flachen Bogen nach Süden 
um und nähert sich allmählich der Küste wieder bis auf 2000 m: bei Kap 
Kaponosärere. Auf den Riffen ist theilweise ganz flaches Wasser, und einige 
Steine fallen. bei Niedrigwasser trocken. ; 
Querab von Kap Vunatawakarar liegen auf dem Riffe zwei Sände. von 
etwa 150 m Länge und 50 m Breite, von denen der nördliche Rarende, der 
südliche Arende-angäla heifst. . 
In dem Barriere-Riffe befinden sich einige Durchfahrten, für welche aber 
besondere Landmarken nicht vorhanden sind. ; 
Zwischen der Küste und dem Barriere-Riffe liegen viele zerstreute, theils 
gröfsere, theils kleinere Riffe, deren Zahl besonders an der Westküste nach 
Süden zu zunimmt. Ü s © 
Für größere Fahrzeuge ist ein. Kreuzen innerhalb ‘des Barriere - Riffes 
nicht rathsam. ; ; ; ; 
Schiffe, welche von Westen kommen, thun gut, sich etwa 10 Sm frei von 
Kap Tonegilus zu halten.
	        
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