1506
- Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1902.
Naugas, ein kleinerer Flufs, mündet etwa 1700 m westlich von der
Mündung des Nambung. Baumstämme, welche im Flusse liegen, verhindern
das Befahren desselben. Von Wunambere verläuft die Küste in westlicher
Richtung weiter bis zur Halbinsel Luai-na-pun. Auf der Ostseite von
Luai-na-pun liegt eine etwa 800 m tiefe Mangrovenbucht. Vor der Halbinsel
Luai-na-pun liegen zwei Inseln. Die gröfsere heifst Lili-na-kaia, die kleinere
Solasolo. Beides sind steil abfallende, dicht bewaldete Felseninseln, die von
Riffen umgeben sind. Zwischen den Inseln und dem Festlande liegt ein flaches
Riff, welches zum Theil mit Mangroven bewachsen ist.
Raingmerka ist eine nach Norden offene halbkreisförmige Bucht, welche
westlich von der Halbinsel Luai-na-pun liegt. Sie ist am Eingange 900 m breit
und ist 700 m tief. Wegen mehrerer in derselben zerstreut liegenden Riffe
kommt sie als Ankerplatz nicht in Betracht. Aufserdem ist der Küste ein etwa
200 m breiter Mangrovengürtel vorgelagert. Von der Westecke der Einfahrt
in die Raingmerka-Bucht verläuft die Küste in südwestlicher Richtung bis Kap
Dukutar, etwa 350 m vor demselben eine flache 500 m breite Bucht bildend.
Von Kap Dukutar verläuft die Küste zuerst eine ganz kurze Strecke
südlich und dann in westlicher Richtung bis zur Mündung des Flusses Takau
und von hier ab nach NNW bis zum Berge Rapalavat. Auf dieser Strecke
münden verschiedene kleinere Flüsse, von denen der einzige bemerkenswerthe
der Tavanainiet ist. Das Wasser desselben ist aber auch nur bei niedrigem
Wasser brauchbar. ;
Rapalavat ist ein kegelförmiger, mit dichtem Busch bewachsener Berg,
welcher sich dunkel von der übrigen Küste abhebt und schon auf weite Ent-
fernung kenntlich ist.
Hinter dem Berge Rapalavat bildet die Küste eine etwa 1,2 Sm
breite Bucht. Der östliche Theil derselben ist etwa 0,6 Sm tief, aber voll-
ständig mit Mangroven vollgewachsen. Hier mündet der Flufs Langinga, der
wegen der Mangroven mit Booten nicht erreicht werden kann, Im westlichen
Theile der Bucht zieht sich ein breiter Riffgürtel an der Küste entlang; in der-
selben liegen mehrere zerstreute Riffe. Hier mündet der Flufs Rangarere,
vor dessen Mündung sich das Riff entlang zieht, so dafs er mit Booten nicht
befahrbar ist.
Die Westecke dieser Bucht bildet das Kap Wunavuvur, welches die-
selbe Form hat wie Rapalavat, aber nur halb so hoch ist. Etwa 500 m vor
Kap Wunavuvur stehen vereinzelte Palmen und befinden sich hier einige Ein-
geborenenhütten, welche den Urara- und Massikondpuka - Leuten gehören, die
sich hier die Kokosnüsse holen und mit den Baining-Leuten Handel treiben.
Tokusup-Bucht liegt zwischen dem Kap Wunavuvur und dem Kap
Ravarnde. Sie ist am Eingange etwa 1 Sm breit, aber nur 0,4 Sm tief. Die
Küste verläuft von Kap Wunavuvur zuerst in westsüdwestlicher Richtung und
biegt dann scharf nach Norden um. An der Westküste erstreckt sich das Riff
etwa 500m weit von der Küste und bei Kan Ravarnde ist es noch etwa
350 m breit.
Von Kap Dukutar bis Kap Ravarnde ist die Küste flach und mit
Mangroven bewachsen, die theilweise mehrere hundert Meter in das Wasser
hineingewachsen sind.
Zwischen Kap Lili-na-kaia und Kap Wunavuvur ziehen sich an der
Küste die Kavit-Berge entlang, die ziemlich gleichmäfsig hoch sind und keine auf-
fallenden Spitzen zeigen. Die Berge sind sämmtlich bis zum Gipfel mit dichtem
Busch bewachsen. Von Ravarnde zieht sich die Küste in westlicher Richtung
bis Kap Tongilus und ist dieselbe hier meist felsig.
Kap Tongilus (Kap Lambert) ist ein steil in das Wasser abfallender,
mit hohen Bäumen bewachsener, etwa 20 m hoher Felsen. Von Westen und
Osten gesehen, ist es sehr gut kenntlich, während es von Norden schwerer aus-
zumachen ist. Von Kap Tongilus biegt die Küste scharf nach Süden um und
verläuft etwa 1500 m in südlicher Richtung bis zur Mündung des Flusses
Ramanlun. Kurz hinter Kap Tongilus liegt ein kleiner Palmenhain, der den
Eingeborenen als Handelsplatz dient und von welchem das Kap Tongilus den
Namen hat.