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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Schmidt, W.: Prüfung von Anemometern auf die Wiedergabe rascher Schwankungen usw. 339 
Böigkeitskoeffizient überhaupt nicht zu entnehmen —- von Fehlern in der Auf- 
stellung, die ihn mitunter um 100%, fälschen, ganz abgesehen. 
Vorzügliche Wiedergabe der Böigkeit und der raschesten Schwankungen bis 
zu schätzungsweise T =— 2 sek herab liefern jene Druckrohranemometer, bei 
denen durch Verwendung von Membranen, die Verschiebung von Luftmassen im 
Gerät weitgehend herabgesetzt ist. 
Als Geräte für rascheste Windänderungen, Bruchteile von Sekunden, haben 
sich die leichten durchlässigen Winddruckplatten vorzüglich bewährt. 
Auf eine Prüfung der Windmesser, die auf Verwendung eines Hitzdrahtes 
beruhen, wurde nicht eingegangen; sie lassen sich dem Verwendungszweck durch 
Wahl der Drähte und des Anzeigegerätes weitgehend anpassen, 
Die Untersuchung, die einen Teil der von der Notgemeinschaft der 
Deutschen Wissenschaft angeregten Erforschung der Strömung in freier 
Luft und insbesondere deren Turbulenz darstellt, war nur mit Unterstützung 
der genannten Körperschaft möglich, für deren äausgiebige Gewährung hier 
ausdrücklich nochmals gedankt sei. Dank gebührt Herrn Prof, Prandtl, der 
in entgegenkommender Weise den Windkanal seines (Jöttinger Institutes zur 
Verfügung stellte, und ebenso wie verschiedene der dort angestellten Herren 
alles tat, die Versuche schnell und glatt abzuwickeln. Für Überlassung von 
Geräten aus den Beständen des Aeronautischen Öbservatoriums Lindenberg bin 
ich Herrn Geheimrat Prof. H. Hergesell, für Unterstützung bei der in Wien 
(Hochschule für Bodenkultur) angestellten Prüfung der Druckrohranemometer 
und Druckplatten sowie bei der gesamten Auswertung Herrn Dr. Paul Lehmann 
gegenüber zu Dank verpflichtet, 
Wien, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. 
Die Sättigung der Luft mit Wasserdampf. 
Von Kurt Wegener, Graz (Steiermark), 
In einer kleinen Arbeit!) von 1*/, Seiten habe ich auf die Schwierigkeiten 
aufmerksam gemacht, die sich aus dem Begriff der „Sättigung“ allmählich ent- 
wickelt haben. In dieser Zeitschrift, 1934, Heft V, beschäftigt sich nun unter 
dem Titel „Ist es nötig, die Tabellen der maximalen Dampfspannung zu refor- 
mieren?“ H. Bongards mit der Frage und der genannten Arbeit. Da seine 
Erörterung das eigentliche Problem dem Leser nicht zeigt, möchte ich dies hier 
versuchen, ohne näher auf die abfällige Kritik von Bongards einzugehen. 
ber einer ebenen Wasserfläche gewöhnlichen Süßwassers gibt es für jede 
Temperatur einen Maximaldruck E des Wasserdampfes, den wir allgemein als 
Sättigungsdrueck bezeichnen und der einen nicht überschreitbaren Grenzwert 
darstellt. Als relative Feuchtigkeit F bezeichnet man dann das Verhältnis des 
tatsächlich beobachteten Dampfdruckes e zum maximal möglichen. Um für F 
keinen Bruch zu bekommen, definiert man 
F= 5 100 [Prozente der relat, Feuchtigkeit]. 
Ist e=—= E gemessen, so ist der Grenzwert der Dampfspannung erreicht. Ist 
8 <E, so herrscht kein Gleichgewicht, und Wasser verdampft. Eywasser ist bereits 
durch Regnault tabuliert und ist genügend genau bekannt, Ewaser kann also 
nach der Definition bei Anwesenheit einer ebenen Wasserfläche nicht überschritten 
werden, Faser Also nicht größer werden als 100%. 
Verwenden wir nun Eis statt Wasser, so zeigt sich, und auch hierfür exi- 
stiert seit langem eine brauchbare Tabelle, daß Exıs, der mögliche Maximalwert 
des Wasserdampfdrucks über Eis, von Ewasser verschieden und kleiner ist. 
Beträgt über Wasser die relative Feuchtigkeit 90%, so besagt dies, daß 
kein Gleichgewicht zwischen Wasser und Wasserdampf herrscht, und daß Wasser 
verdampfen muß, 
N Physik d. freien Atmosphäre XXX. 1933
	        
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