Burchard, O.: Meteorol, Beobachtungen auf einer Winterreise nach den Canarischen Inseln. 443
Monat
1902 Januar
im. Mittel:
Tag
Barometerstand a. Meeres-
spiegel reducirt (mm)
ah Vy. | ohN. | BbN.
13.
14.
15.
16,
47.
18,
19,
20.
769,0
766,5
764,0
766,0
770,0
76,0
769,0
769,0
767,0
765,0
762,0
767,0
767,0
763,0 |
769,0
770,0
768,5
767,5 |
767.0
768,0
768,0
767,0
766,0
21. )
99.
767,0
766.5
766,0
769,5
767,0
768,0
769,5
770.0
24,
28.
26.
37
767,0
767,5
770,5
765,0
766,5
767,0
769,0
| 768,74 | - 768,08.| 768.75
Be-
deckung
0
0
3—0
10—1
G—E— 10
d
10
10
0
31
0
2—3
J0—]
Wind-
richtung
Stille
SW
SW
S; SW
Ss
Ss
SSW
SSO,
Stille,SW
Stille
so
0
ONO,NO
ONO.
ONO
Besondere Bemerkungen.
Dunst,
sehr klar, .
Dunst. %
Dunst.
stark. Dunst; Staubnebel.
Staubnebel. - .
2—4h N, stürmisch,
Dunst, De
Dunst, i ;
Abends heftig.
Nachts Regen.
Lufttemperatur.
Alle Beobachtungen der. Lufttemperatur lassen auf den ersten Blick eine
auffallend geringe Tagesamplitude erkennen, welche, wie bereits bemerkt, auf
den Canaren und insbesondere in deren Küstenplätzen als klimatischer Faktor
stark hervortritt. Ende Dezember und Anfang Januar betrug die Tages-
schwankung in Santa Cruz im Maximum nur 2,9°, in der ersten Februarhälfte
in maximo nur 4,6° und in Puerto de Orotava im Januar in maximo 5,3° C,,
während sie im Durchschnitt an diesen. beiden Küstenplätzen in der ‚Beob-
achtungszeit nur 1,9° bis 3,6° C. betrug und in minimo sogar auf 0,6° C. herab-
ging. In dem höher gelegenen Güimar (carretera, 8320 m) erreichte die Tages-
amplitude 6,3° C. Es war bier nach mehreren völlig bedeckten Tagen
‘80, Januar bis 1. Februar), an denen die Imfttemperatur infolge Mangels an
Sonnenschein allmählich gesunken und einmal auch etwas Regen gefallen war,
in der Nacht zum 2. Februar unter zeitweiliger Windstille, die noch bis. in. den
Vormittag hinein andauerte, Aufklärung des Himmels ‚erfolgt. Während’ des
Morgens des 2, Februar erreichte die Erwärmung dann schnell wieder den
normalen Grad, .
Einen anderen Grund hatte die zu Puerto de Orotava ‚am. 20. Januar
beobachtete vergröfserte Tagesamplitude. In der Periode vom 17. bis 21. Januar
hatte sogenanntes Südwetter, „tiempo sur“, geherrscht, . das. zu. dieser Zeit
eine aufsergewöhnliche Dauer und Intensität zeigte. . Den Anlafs:zu demselben
gaben trockene, aus dem Innern Afrikas kommende Winde, welche gelegentlich
stürmischen Charakter anzunehmen pflegen. Sei es nun, dafs diese Winde
zeitweilig stärker erwärmte Luftschichten ‚mitführen,. oder dafs dieselben, wie
dies an der Nordküste wahrscheinlich, beim Uebergang über die 2000 m hohen
Gebirgskämme zu einem föhnähnlichen Fallwinde werden; am 20. Januar hatte
der Südwind um die Nachmittagsstunde bei heftigem Charakter einen plötzlichen
Emporgang der Lufttemperatur mit sich gebracht.
Von Interesse wäre es, durch stündliche Beobachtungen während längerer
Zeiträume festzustellen, auf welchen Zeitpunkt das Maximum. der Tagestemperatur
auf den verschiedenen Oertlichkeiten auf den Canaren entfällt. An einzelnen
Tagen, an denen ich Gelegenheit nahm, noch. zu ’anderen Stunden neben den
Terminbeobachtungen die Lufttemperatur zu messen, fand ich um 11* V. die
letztere ein wenig höher als um 2* N. .und später. _ Es ist möglich, dafs dies
durch Zufälle bedingt war. Allein, der Gang der Bewölkung, welcher auf den
Canaren an normalen Tagen. ein ziemlich typischer und regelmäfsiger zu sein
pflegt, könnte möglicherweise auch eine andere örtliche Vertheilung des Tages-
wärme zur Folge haben, als in unseren Breiten. Aufserdem fand ich wiederholt,
dafs der dem Sonnenuntergange folgenden Temperaturdepression eine kleine