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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1902. 
Auch die schon von Columbus beschriebene, äufserst ungleichmäfsige 
Vertheilung der Sargassobündel, welche oft 12 Stunden lang sehr dicht, zu 
wirklichen Wiesen vereint, und dann wieder ganz vereinzelt auftraten, sowie 
die Anordnung der Bündel in langen, zum Winde parallelen Streifen ist von 
uns immer wieder beobachtet worden und kann überhaupt keinem nur einiger- 
mafsen aufmerksamen Reisenden entgehen. 
Besuch der deutschen Polarstation an der Royal-Bai auf Süd- 
Georgien durch die schwedische Südpolar-Expedition 
an Bord des D. „Antarctic“. 
Einem Schreiben des Herrn J. G. Andersson an den Direktor der 
Seewarte, Herrn Wirkl. Geheimen Admiralitätsrath Prof. Dr. v. Neumayer, 
war ein Bericht beigefügt über den Zustand der Baulichkeiten und anderen 
Gegenstände, welche die Expedition der deutschen Polarkommission im Jahre 1883 
auf Süd-Georgien zurückgelassen hatte. Nach diesem Bericht hat also das 
nur aus Holz hergestellte Wohnhaus der damaligen deutschen Station den 
heftigen Stürmen und sonstigen daselbst das ganze Jahr hindurch überaus un- 
zünstigen Witterungsverhältnissen während 20 Jahren widerstanden und sich in 
seiner Konstruktion demnach. aufserordentlich gut bewährt. Den dankenswerthen 
Bericht, der auch noch andere interessante Mittheilungen enthält, lassen wir 
nunmehr hier folgen: 
„Von seiner ersten Sommerfahrt nach dem Dirk-Gerritzer-Archipel kehrte 
der D. »Antarctic« am 26. März d. J. nach Port Stanley auf den Falkland-Inseln 
zurück, 
Von dem auf der Ueberwinterungsstation gebliebenen Leiter der ge- 
sammten Expedition, Dr. 0. Nordenskjöld, war für die Schiffsexpedition die 
Anordnung gegeben worden, die Winterarbeiten mit einer Fahrt nach Süd- 
Georgien zu beginnen, 
So verliels »Antarctic« am 11. April Port Stanley und traf am 22. im 
selben Monat in Cumberland-Bai auf Süd-Georgien ein. 
Herr Wirkl. Geheimer Admiralitätsrath Dr. G. v. Neumayer hatte den 
Wunsch ausgedrückt, dafs wir bei einem Besuche der Royal-Bay den gegen- 
wärtigen Zustand der dortigen für die Zeit von 1882 bis 1883 errichteten 
deutschen Station feststellen möchten. 
Dieser Aufforderung gemäfs gingen wir am 25, April von Cumberland-Bai 
ab. Wir wurden an diesem und dem folgenden Tage durch heftigen Sturm ge- 
nöthigt, vom Lande abzuhalten, und ankerten am 27. im Moltke-Hafen, Royal- 
Bai. Anhaltenden Sturmes wegen konnte erst am 29. Verbindung mit dem 
Lande hergestellt werden. An diesem Tage wurde die Station von uns besucht 
und über deren Zustand der folgende Bericht aufgesetzt: 
Das Wohnhaus war überhaupt in gutem Stande. Vom Winde zerstört 
waren einige Fenster, die von uns so gut als möglich reparirt wurden. 
Nach in dem Wohnhaus befindlichen Aufzeichnungen ist die Station 
besucht worden: 
vom norwegischen Walfänger »Castor«, 18. April 1894, 
anscheinend auch von »Hertha«, 6. bis 7. April in demselben Jahre. 
Proviantzimmer des Wohnhauses fanden wir den folgenden Proviant- 
vorrath: 
Graupen, ein wenig, untauglich. 
Erbsen, _!/2 Tonne, brauchbar, 
„7/4 Tonne, verdorben. 
Weifse Bohnen, %4 Tonne, gut. 
Hafermehl, !/4 Tonne, brauchbar. 
Reis, ein wenig, unbrauchbar. 
Getrocknete Kartoffeln, ein wenig, verdorben. 
Die astronomischen und magnetischen Observatorien waren noch stehen 
geblieben, aber vom Winde stark mitgenommen.
	        
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