428 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1902.
40 Sm. Distanz. Das im Leuchtfeuerverzeichnifs nicht angegebene Leuchtfeuer
zeigte etwa alle 15 Sekunden einen Blitz.!)
Am 18. März passirten wir mit nördlichem Winde die Länge von Kap
Horn. Hier holte der Wind durch O nach S und am nächsten Tage weiter
nach W, doch wurde er sehr unbeständig, so dafs wir gut vorwärts kamen.
Am 23. März befanden wir uns auf 57° S-Br. und 84° W-Lg. Das Barometer ver-
harrte bis dahin mehrere Tage auf dem niedrigen Stand von 730 bis 733 mm
bei meistens gutem Wetter, worauf bei steigendem Barometer eine günstige
Gelegenheit für uns eintrat mit Südostwind, der durch S nach W drehte und uns
in zwei Tagen nach 50° S-Br. brachte. Das stetig steigende Barometer liefs
mich ein ziemlich feststehendes Gebiet hohen Lufidrucks in hoher Breite ver-
muthen, das wir an der Ostseite zu umsegeln hatten, und der durch S nach SO
holende Wind schien diese Vermuthung zu bestätigen.
Fig.a
Luftdruck u. Wind
am 5. Febr. 1902. 2Y.
"y
Duessant
Cana
30
Fig.2
Weg des Seglers'
„Pitlochry” |
ar
‚ol
Sr
7
ER.
wi ge" ke
x
fe
LÖ
30%
za
u
B-
Kez"
„«
CeTen.
74
"loc
„ana
ae
ze
RI Ka
n un
|»
Kiste
ge
A
ao
ha
2
we
20
“—e
Se
| t
L
‚o‘
3)
Der am 31. März und 1. April nochmals sehr unbeständige Wind ging
am 2. April auf etwa 31° S-Br. und 75° W-Lg. in den Passat über, der uns am
4. April bei frischer Brise bis nach Taltal brachte, wo wir Order bekamen,
nach Iquique weiter zu segeln.“
Zu diesem kurz gefafsten Bericht sei das Nachstehende bemerkt: Kapt.
Nissen erwähnt am Beginn des Berichtes, dafs das gute Resultat der Reise
durch eine für „Pitlochry“ sehr günstige Wetterlage erzielt worden sei. Dieses
trifft indessen nur theilweise zu; denn was den ersten Abschnitt der Reise an-
belangt, den Weg vom Kanal bis zur Linie, der in der sehr kurzen Zeit von
18'/2 Tagen zurückgelegt wurde, so darf man ohne Weiteres sagen, dafs die
Witterungsverhältnisse auf diesem Wege gröfstentheils sehr ungünstig waren.
Man fand beim Verlassen des Kanals zwar zunächst eine sehr günstige Gelegen-
heit vor, doch bestand dieselbe kaum bis zu 40° N-Br. Südlich davon bis
nach den Kap Verdeschen Inseln herrschten auf diesem Wege südwestliche
Winde in Verbindung mit einem Gebiete niedrigen Luftdruckes, das südlich
1) Das gesehene Blinkfeuer dürfte das neu errichtete Leuchtfeuer auf der nordöstlichen
New Year-Insel gewesen sein,