Maurer, H.: Ableitung der normalen. Morgen- und. Nachmittagstemperaturen etc. 427
Tabelle IV.
Normaltemperaturen‘ um 2" N. mittl. Ortszeit,
Monatsmittel, redueirt auf die Periode 1851 bis 1890.
Stationen
Memel . . .
Neufahrwasser
Swinemünde .
Kiel. . .
Hamburg .
Keitum . .
Helgoland
Borkum .
Kassel .
Chemnitz
Breslau .
Metz =» .
München
» Jan. | Febr. | März [April | Mai | Juni | Juli | Aug. |Sept. | Okt. | Nor. | Dez.
—1,8
—0,7
0,0
1,9
1,3
2,2
2,2
2,2
2,1
16
0,0
2,3
0.0
—,- 4
O1 3,0
06: 3,7
24 48
23 | 5.2
221 42
18. 3,5
26| 49
3,7 | 6,7
2,6! 5,1
0,8 4,6
44| 9,4
21! 5,8
7
7,
| 8,0
9,3
10,0
8,8
7,9
8,5
12,1
10,6
10,9
13,9
11.6
.'0.0
3,1
12,7
13,8
14,8
13,6
11,6
12,6
16,7
RZ
a
“7,7
7,2
7,5
8,1
8, €
7,6
5,7
‚6,3
20,2
9,2
20,0
20,9
19.7
19,5
20,1
19,7
„9,7
1,9
as
19,1
19,8
\9,5
19,3
9,5
9,1
7a
15,6
16,7
16,6
16,2
16,4
16,2
5,6
9,8
10.6
10,7 |
11,2
1.1
1.
3,2 —0,8
40 | 02
4,3 | 0,7
5,6 2)
5,1 1,8
5,4 ÄC
R,2 nt
5,7 2,8
5,9' 21
52 1,5
46] 0,2
6,7 | 3,2
40 0.0
1,1
5
7
21,9
11.5
re.
A
Die zweite Kurventafel giebt die dieser Tabelle entsprechenden Kurven,
aus denen für jeden Tag des Jahres die Normaltemperatur um 2" N. Ortszeit
entnommen werden kann. Auch hier bedeutet ein Theilstrich in der Abscissen-
richtung 5 Tage, in der Ordinatenrichtung 1° Celsius, und die Punkte, die der
Temperatur 10° entsprechen, sind auf jeder Kurve durch ein x hervorgehoben.
Die ungenaue Kurve für Metz ist in dem Diagramm weggelassen.
Dr. H. Maurer.
Rasche Reise der Viermastbark „Pitlochry‘“, Kapt. H. Nissen,
von Hamburg nach Taltal, Februar bis April 1902.
Kapt. H. Nissen, Führer der Viermastbark „Pitlochry“, der am
30. Januar 1902 Cuxhaven und am 1. Februar bei stürmischem Ostwinde den
Kanal verlassen hatte, berichtet über diese Reise folgendermaßsen: „Nach einer
guten Reise von 62 Tagen vom Kanal oder 64 Tagen von Hamburg erreichten
wir am 4. April Taltal. Dieses gute Resultat wurde durch eine für „Pitlochry“
sehr günstige Wetterlage erzielt. Nachdem wir am 1. Februar den. Kanal ver-
lassen hatten, nahm ich den Kurs zwischen den Azoren hindurch, weil das mit
östlichem Winde fallende Barometer auf eine Depression vor der Küste von
Portugal schliefsen ließ. Es gelang zwar, diese an der Nord- und Westseite
zu umsegeln, doch um dieses noch vollkommener zu erreichen, .hätte ich den Kurs
noch westlicher wählen müssen.. Südlich von den Azoren trafen wir den Wind
noch sehr südlich, so dafs wir nur eben. frei von den Canarischen Inseln liegen
konnten. Nachher raumte der Wind glücklicherweise auf und ging in etwa
22° N-Br. in den Passat über, mit dem wir am 14. Februar zwischen den Kap
Verdeschen Inseln hindurchliefen. ;
Am 19. abends passirten wir den Aequator und erhielten erst südlich
davon nach einigen Tagen mit Mallung sehr schralen Südostpassat, der uns so
nahe unter die Küste von Brasilien führte, dafs wir noch 1'/s Wachen vom
Lande abliegen mufsten. Darauf nahm die Reise einen ungestörten Verlauf, so
dafs wir schon am 16. März in Sicht von Staaten-Eiland waren. Da das Wetter
gut und sichtig und der Wind südöstlich war, mit dem wir ohne zu kreuzen
Kap St. John nicht frei segeln konnten, nahm ich den Kurs nach der Stralse
Le Maire, die wir gerade mit Hochwasser erreichen konnten. Die Durch-
segelung. gelang denn auch nachts sehr gut. Mit. Dunkelwerden war es so
sichtig, dals wir vor der Einfahrt zur Strafse das Leuchtfeuer von St. John hell
und klar von Deck aus blinken sahen. Die letzte Peilung war mw. OSO,