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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1902,
4 | Mittl. Wind-
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) stärke (Beaufort)
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Der Monat Juni charakterisirte sich in seinen meteorologischen Monats-
werthen bei nahezu normalem, nur wenig zu niedrigem Luftdruck fast durchweg
als relativ heiter, trocken und ruhig, während die mittlere Temperatur im
Westen etwas zu hoch, im Osten etwas zu niedrig war. Unter den zu Zeiten
der Terminbeobachtungen notirten Winden traten meist nördliche Richtungen
durch ihre Häußgkeit hervor und die südlichen zurück, doch war die Vertheilung
der Winde auf die Windrose verhältnilsmäfsig gleichmäfsig.
Stürmische Winde wurden, abgesehen von Brüsterort, wo der Wind an
einigen Tagen stürmisch wehte, gar nicht und steife Winde auch nur höchst ver-
einzelt an einigen Stationen der Ostsee-Küste beobachtet.
Die Morgentemperaturen lagen an der Nordsee am 1. bis 4. und 27. bis
30., an der preufsischen Küste am 1. bis 5, 13., 21. und 30. über den normalen
Werthen und an der ganzen Küste mit vereinzelten Ausnahmen am 7. bis 12.,
14. bis 20., 22. bis 24, und 26., also an 17 Tagen, unter den normalen Werthen.
In ihrem Verlaufe von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen an der
Nordsee Abnahme bis zum 10. und 1J., dann höhere Werthe um Mitte des
Monats und nach einer Abnahme wieder Ansteigen während der letzten Dekade,
bis die letzten Tage meist wieder geringes Sinken brachten; an der Ostsee-
Küste trat nach einer stärkeren Abnahme vom 1. zum 2. meist wieder Zunahme
bis zum 5. und dann nach einem Sinken wenig Aenderung vom 7. bis gegen
den 25. ein, worauf meist stetiges Steigen erfolgte; Memel zeigte einzelne Ab-
weichungen.
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen der höchsten
Temperatur, 28,9° von Swinemünde, und der niedrigsten, 5,9° von Kiel, also
um 23,0°, während die kleinste Schwankung, gleich 18,8°, in Wustrow und die
gröfste, gleich 22,2°, in Wilhelmshaven beobachtet wurden. — Die aus den
Aenderungen der Temperatur von Tag zu Tag als arithmetisches Mittel ohne
Rücksicht auf die Vorzeichen der Aenderungen für die drei Beobachtungstermine
berechneten Werthe der interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur (I. T. V.)
lagen mit ihren gröfsten Werthen an der Küste zwischen 2,1° und 3,1° und
zeigte die kleinsten Beträge am Morgen oder zu dem :gleichen Betrage am
Abend, während die gröfsten Werthe fast durchweg auf den Nachmittag fielen.
Die kleinsten monatlichen, meist unter 30 mm bleibenden Niederschlags-
mengen hatte die Nordsee-Küste westlich der Elbe und die mittlere Ostsee-
Küste, gröfsere, etwa 30 bis 40 mm, der übrige Theil der Nordsee-Küste —
ausgenommen Hamburg — und die pommersche Küste ostwärts bis Stolpmünde,
während die gröfsten, meist 50 mm übersteigenden Regenmengen im Westen
und Osten der Ostsee-Küste auftraten; den gröfsten Beträgen von 76mm in
Schleimünde und Wismar und 84 mm in Friedrichsort stehen als die kleinsten
10 mm auf Helgoland und 3 mm in Norddeich gegenüber. Läfst man den
Niederschlagstag um 8a Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages beginnen
und sieht von vereinzelten wie von geringfügigen Regenmengen ab, so fielen
die Niederschläge im Juni über gröfseren Küstengebieten am 5. ostwärts der
Weser, am 6. bis 10. an der ganzen Küste, am 1l. ostwärts bis Rügen, am 12.
westwärts der Weser, am 13. bis 16. an der Nordsee und westlichen Ostsee, am
{4.. 16. und 19. an der ostdeutschen Küste, am 20.- von Rügen ostwärts, am