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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Price-Edwardes, E.: Schallsignale, 
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dafs der Schiffeführer, wenn er ein Nebelsignal nicht hört, wo er glaubt, es 
hören ‚zu sollen, sofort zu dem Loth greifen solle, um seinen Schiffsort aus- 
zumachen. U . 
See-Echo. Einige sehr auffallende Effekte des Wiederhalls von See 
wurden bei St. Catherine beobachtet. 
. Von einem Standorte auf der Klippe in kurzer Entfernung von der 
Signalstation wurde beobachtet, dafs bei schönem klaren Wetter das Blasen 
der Sirenen oder der Zungenhörner fast sofort durch wiederhallende Töne 
ergänzt wurde. Diese Töne verstärkten den direkten Schall, solange er anhielt, 
und verlängerten den Schall für einige Zeit, nachdem das Blasen der Apparate 
aufgehört hatte. Dieses Echo schien von einem Punkte in.der Verlängerung 
der Trompetenaxe auszugehen und mit grofser Geschwindigkeit über die weite 
See sich zu verbreiten, als ob eine zerstreute Schar Trompeter in schneller 
Aufeinanderfolge von allen Theilen des Horizontes bliesen. Durch sorgfältige 
Zeitbestimmungen wurde festgestellt, dalßs der Wiederhall häufig 30 Sekunden 
dauerte.‘ ‚Dieser überraschende Effekt wurde beobachtet, wenn der Himmel 
wolkenlos und die See glatt und ruhig sowie kein Schiff in Sicht war. Offenbar 
waren es Luftechos, möglicherweise verursacht durch Reflektion der Schall- 
wellen‘ zwischen Schichten von verschiedener Dichtigkeit oder akustischen 
Wolken. . Prof. Tyndall hat gemeint, dafs die „Dauer des Wiederhalles ein 
Mafs für die Tiefe der Atmosphäre, aus der er kommt, abgebe“, Wenn dies 
so wäre, könnte die Länge und Stärke des Wiederhalles ein rohes Anzeichen 
für die durchdringende Kraft der Apparate sein, ohne dafs man Beobachtungen 
auf See machte, Während der Versuche .zu St. Catherine bemerkten die 
Personen, welche den Betrieb der Apparate bewirkten, den Wiederhall von 
See in der Weise, dafs er sich als schwach oder stark, kurz oder lang erwies 
in Uebereinstimmung mit der Schwäche und Stärke der Töne, wie sie von den 
Beobachtern auf der „Irene“ gehört wurden. Wenn die Luft durch Wind 
gestört und die See sehr bewegt war, war der Wiederhall sehr kurz oder blieb 
ganz aus. Es ist. darauf hingewiesen worden, dafs unter einigen Verhältnissen 
dieser verlängerte Wiederhall sich als irreführend erweisen könnte. Ist an- 
zunehmen, dafs der Schiffeführer irrthümlich das Echo für das wirkliche Signal 
halten würde, so würde es ihn mindestens verwirren; denn der Wiederhall 
würde ihn wahrscheinlich aus einer Richtung treffen, die entgegengesetzt der- 
jenigen ist, aus der der ursprüngliche Schall ausgesandt wird. Es besteht ohne 
Zweifel eine schwache Möglichkeit dieses Mifsverständnisses; aber die Kenntnifs, 
dafs so etwas möglich ist, kann einem in Verlegenheit gerathenen Seemann 
einigen Beistand in der zweifelhaften und schwierigen Lage gewähren. Die 
Beobachter an Bord der „Irene“ hörten häufig seewärts den Wiederhall auf 
2 oder 3 Sm Entfernung von der Signalstation. . 
Tonhöhe. Der Frage nach dem relativen Werthe hoher oder tiefer 
Töne in Bezug auf die durchdringende: Kraft ist ein großer Theil der 
Aufmerksamkeit bei diesen Versuchen gewidmet worden. Früher enthielten die 
Signale nur einen Ton, G oder A des Violinschlüssels. Diese "Töne wurden 
genommen, da sie ungefähr in der Mitte der Skala der hörbaren musikalischen 
Töne liegen, leicht erzeugt und leicht erfafst werden. Die nothwendigen Unter- 
scheidungen wurden dann durch Verschiedenheit der Zahl und Länge der Töne 
und Zwischenräume ‚erzielt. Als man sich dahin entschieden hatte, zwei Ton- 
höhen, hoch und niedrig, in einem Signal einzuführen, war die Frage des Ton- 
höhenunterschiedes der beiden Töne in Betracht zu ziehen. Der Unterschied 
zweier oder dreier Tonstufen zwischen den beiden Tönen wurde für genügend 
gehalten. Später kamen dann Kombinationen bis zu einem Signal aus vier 
Tönen an den britischen Küsten praktisch zur Anwendung, wobei als Grundsatz 
angenommen wurde, dafs die hohen und tiefen Töne in direkten Kontrast 
gebracht werden mufsten. Nach der Annahme dieses Systems wurde gelegentlich 
berichtet, daßls, obwohl beide Töne eines Signals zu einer bestimmten Zeit ge- 
klungen hatten, überhaupt nur der eine oder der eine viel stärker als der 
andere hörbar gewesen war. Demzufolge wurden Töne von verschiedener Höhe 
zu St. Catherine untersucht, und als Ergebnifs vieler Beobachtungen erschien e8 
cathsam, die Tonhöhe der Versuchssirenen zu erniedrigen. Als die siebenzöllige 
Scheibensirene unter Versuch stand, wurden besondere Anstrengungen gemacht,
	        
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