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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1902, 
eiserne Schalltrichter viel in Anwendung gewesen. In Schottland wird die 
horizontale Form bevorzugt, und das Trinity House benutzt vertikale Schall- 
trichter mit gebogenen Köpfen. In jedem Falle ist der Schalltrichter konisch 
und von kreisförmigem Querschnitt. 
Elliptische Schalltrichter. Lord Rayleigh*) hat die Aufmerksamkeit 
darauf gelenkt, dafs bei einem Schalltrichter mit kreisförmigem Querschnitt ein 
Verlust an Schallwirkung für einen Hörer auf See eintritt, der aufserhalb eines 
Winkels von 20° oder mehr mit der Schalltrichteraxe sich befindet, als Folge 
der möglichen Phasendifferenz der Schallwellen, die aus der Mündung in senk- 
rechter Richtung zur Axe austreten. Diese Phasendifferenz wird durch den 
Unterschied in der Entfernung des nächsten und des entferntesten Theiles der 
Deffnung verursacht. Lord Rayleigh hebt hervor, dafs bei einem solchen 
Schalltrichter ebenso viel Schall nach dem Zenit entsandt wird, als über den 
horizontalen Bogen; jener erstere Theil des Schalls mufs als verschwendet an- 
gesehen werden. Um diese beiden Uebelstände zu heben, kommt Lord Rayleigh 
zur Erwägung, dafs der horizontale Durchmesser der Mündung nicht die halbe 
Länge der durch den Apparat erzeugten Tonwelle übersteigen und dals der 
vertikale Durchmesser auf das Doppelte oder mehr dieser Wellenlänge ver- 
grölsert werden sollte. Der Interferenz durch Phasenunterschiede, d, i. sozusagen 
dadurch, dafs die Wellen aus dem Tritt sind, würde dadurch vorgebeugt werden, 
daß der horizontale Durchmesser die halbe Wellenlänge hätte, und die Enge 
des Querschnittes am unteren und oberen Ende der Mündung würde nur wenig 
Spielraum dafür geben, dafs der Schall aufwärts oder abwärts geworfen würde. 
Nach diesen Betrachtungen mufs also diese Schalltrichterform der Höhe 
des durch sie zu entsendenden Tones angepafst werden, demnach ist vor 
Herstellung des Schalltrichters die besondere Tonhöhe bereits zu bestimmen. 
Die weitere Ausarbeitung dieser Gedanken hat durch Lord Rayleighs Kon- 
struktion einer neuen Trompetenform mit elliptischem Querschnitt praktische 
Gestalt angenommen. Zwei Schalltrichter dieser Form wurden zu St. Catherine 
in Verbindung mit verschiedenen Sirenen zu verschiedenen Zeiten geprüft. 
Obwohl es nicht immer leicht ist, die Wirkung des Tonerzeugers selbst von 
der des damit verbundenen Schalltrichters auseinander zu halten, so zeigten 
die Beobachtungen, soweit sie geführt wurden, deutlich, dafs eine Sirene in 
dem großen elliptischen Schalltrichter, dessen große Axe senkrecht gerichtet 
war, bessere Resultate gab, als eine ähnliche Sirene mit konischen Schall- 
trichtern von kreisförmigem Querschnitt. Verschiedene Erwägungen liefsen 
davon absehen, dafs dieser besondere Gegenstand bei den Versuchen zu 
St. Catherine zu Ende geführt wurde; aber die gewonnenen Resultate wurden 
als so vielversprechend angesehen, dafs das Trinity House Lord Rayleigh 
und Herrn Matthews ersucht hat, den Gegenstand weiter zu verfolgen im 
Hinblick auf die Installation eines dieser Schalltrichter an einer Nebelsignal- 
station zu praktischem Versuche. 
Grundton des Schalltrichters. Durch die Versuche wurde gezeigt, 
wie wünschenswerth es sei, dafs die Zeiten der durch den Schallerzeuger hervor- 
gerufenen Schwingungen in Einklang seien mit dem KEigenton des Schalltrichters, 
Wie die Stimmgabel ihren eigenen Ton hat und die Orgelpfeife nur auf die 
Schwingungen ihrer besonderen Tonhöhe anspricht, so hat auch jeder Schall- 
trichter, wie er für Nebelsignalapparate in Anwendung kommt, seinen eigenen 
Grundton. Es ist-daher von grofser Wichtigkeit, dafs die Sirene oder die 
Zunge in derselben Höhe des Tones erklingt, welcher dem Schalltrichter 
zugehört. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dafs ein solcher Einklang die 
besten Wirkungen in Bezug auf Gleichförmigkeit und Tonstärke giebt. 
Pilzhut. Wie schon oben erwähnt, ist die Form des Schalltrichters 
mit einem pilzartigen Aufsatz bereits vor einigen Jahren in Dienst gestellt,” 
um damit zu erreichen, dafs der durch eine Sirene oder Zunge erzeugte Ton 
1) Im Folgenden sind die praktischen Ergebnisse der Untersuchungen Lord Rayleighs 
bereits wiedergegeben. Bei der aktuellen Wichtigkeit der Frage der Schallsignale erscheint es 
jedoch wohl angebracht, die Grundlagen dieser Ergebnisse, also eben diese Untersuchungen Lord 
Rayleighs, in einem späteren Heft den Lesern dieser Zeitschrift ebenfalls zur Kenntnifs zu bringen, 
Die Red, 
2) Es geschah dies auf Veranlassung von E, Price-Edwards selbst.
	        
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