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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Price-Edwarde, E.: Schallsignale. 
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der steifen Metallzunge zu überwinden, und somit der schliefsliche Stofs auf 
die Luft geschwächt wird. Was aber auch immer die Ursache der verhältnifs- 
mäfsigen Schwäche und Dünnheit der Zungentöne sein mag, So kann kein 
Zweifel darüber bestehen, dafs die zu St. Catherine geprüften Zungenapparate, 
die als die wirksamsten der jetzt vorhandenen Typen dieser Art Schallerzeuger 
angesehen werden, mit den Sirenen für den Gebrauch als Küstennebelsignale 
sich nicht messen können. 
Vergleiche der Zungenhörner. Bei den Vergleichen der Zungen- 
hörner mit einander zeigten die Versuche, dafs der Stentorapparat die besten 
Resultate ergab. Er erwies sich als einfach. in der Handhabung und gleich- 
förmig in der Tongabe; er gab einen gut durchhaltenden, vollen und klaren 
Ton und versagte niemals die ganzen Versuche hindurch. Aber der sehr hohe 
Druck von 120 Pfund auf den Quadratzoll (engl.), der zu seinem Betriebe 
nothwendig ist, erfordert eine gröfsere und kostspieligere Maschinenanlage als 
für andere Zungenapparate. Die Luft oder der Dampf unter dem angeführten 
Druck wird von dem Einlafs aus auf die Zunge gerichtet; doch werden im Be- 
triebe nicht so viel Pferdekräfte wie bei anderen Apparaten absorbirt. Als diesem 
an Wirksamkeit nächststehender Apparat wurde nach den Beobachtungen das 
Zungenhorn des Trinity House-Dienstes befunden, von dem jetzt sechs Apparate 
an Stationen in Gebrauch sind, an denen ein engeres Schallgebiet genügt. Während 
des Fortganges der Versuche wurden an diesen Apparaten einige Verbesserungen 
angebracht: die Tonhöhe wurde erniedrigt, der Arbeitsdruck von 10 auf 15 Pfund 
auf den Quadratzoll (engl.) erhöht und andere. kleinere Aenderungen wurden 
gemacht. Nach diesen Verbesserungen war ihre Leistungsfähigkeit sehr 
zufriedenstellend, wenn man die beschränkten Anforderungen, denen. sie ent- 
sprechen sollen, in Betracht zieht. Ihr ökonomischer Betrieb bei einem Drucke 
von 15 Pfund, die sehr kleine Luftmenge, die bei jedem Anblasen gebraucht 
wird, ihre Kompaktheit und vergleichsweise Billigkeit der Herstellung sind 
wichtige Empfehlungen dieser Apparate. Die beiden anderen geprüften Zungen- 
hörner, nämlich das von Kapt. Barker und das von Taylor aus Liverpool, er- 
wiesen. sich nicht so wirksam als die beiden anderen vorher erwähnten Apparate. 
Im Barker-Apparat wurden drei Zungen in einer Trompete und im Taylor 
zuerst sechs, später zwei Zungen angewendet. Um drei Zungen in gleich- 
förmige Schwingung zu versetzen, wird zweifellos am Anfang ein grofser 
Theil. der Druckkraft absorbirt, und dies mag verursachen, dafs die sich er- 
gebenden Schwingungen zuerst schwach sind. Das Abstimmen von zwei 
oder mehr Zungen in einer Trompete, so dafs sie im HKinklang mit ein- 
ander schwingen, ist eine mühevolle Arbeit, und ferner mufs auch eine beträcht- 
liche Neigung zur Interferenz der Schallwellen vorhanden sein. Bei der 
Möglichkeit einer solchen Interferenz würde die Emission von wirkenden Tönen 
wahrscheinlich sehr unsicher und nicht zufriedenstellend sein. Wenn man der 
Ansicht wäre, dafs zwei oder mehr Zungen wirkungsvoller als eine sind, könnte 
wohl ein besseres Resultat dadurch erreicht werden, dafs man zwei oder mehr 
Schalltrichter, einen für jede Zunge, anwendete; möglicherweise haben die Erfinder 
diesen Gesichtspunkt auch bereits in Betracht gezogen. 
Obwohl das Zungenhorn in seiner jetzigen Entwickelung im Vergleich 
mit der Sirene als ein dieser untergeordneter Schallerzeuger anzusehen ist, giebt 
die Kommission zu, dafs es seine Vorzüge für solche Lagen hat, in denen ein 
Schallsignal von kleiner Hörweite dienlich sein würde oder wo nicht genügend 
Platz ist für die Maschinen, Pumpen und Reservoire, die zur Kompression und 
Aufspeicherung der Luft für das Ertünen der Sirene nothwendig sind. . 
Schalltrichter. Eine weitere wichtige Frage betrifft nun den Schall- 
trichter, welcher an dem tongebenden Apparat anzubringen ist. Es wird an- 
genommen, dafs in jedem Falle ein Schalltrichter irgend einer Art nothwendig 
sei.‘ Schalltrichter von mannigfaltigen Gestalten und Gröfsen sowie aus ver- 
schiedenen Materialien sind in Anwendung gebracht worden, aber es ist 
zweifelhaft, ob eine sehr genaue Kenntnifs die Verfertiger geleitet hat. In 
Frankreich ist ein sehr kurzer Schalltrichter in Gebrauch aus dem Grunde, dafs 
„über eine gewisse Länge des Schalltrichters hinaus Effekte von Widerstand 
gegen die schwingende Bewegung eintreten, die bemerkenswerth auf eine 
Schwächung des Tones hinwirken“. In Amerika sind lange horizontale guls-
	        
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