Price-Edwarde, E.: Schallsignale.
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der steifen Metallzunge zu überwinden, und somit der schliefsliche Stofs auf
die Luft geschwächt wird. Was aber auch immer die Ursache der verhältnifs-
mäfsigen Schwäche und Dünnheit der Zungentöne sein mag, So kann kein
Zweifel darüber bestehen, dafs die zu St. Catherine geprüften Zungenapparate,
die als die wirksamsten der jetzt vorhandenen Typen dieser Art Schallerzeuger
angesehen werden, mit den Sirenen für den Gebrauch als Küstennebelsignale
sich nicht messen können.
Vergleiche der Zungenhörner. Bei den Vergleichen der Zungen-
hörner mit einander zeigten die Versuche, dafs der Stentorapparat die besten
Resultate ergab. Er erwies sich als einfach. in der Handhabung und gleich-
förmig in der Tongabe; er gab einen gut durchhaltenden, vollen und klaren
Ton und versagte niemals die ganzen Versuche hindurch. Aber der sehr hohe
Druck von 120 Pfund auf den Quadratzoll (engl.), der zu seinem Betriebe
nothwendig ist, erfordert eine gröfsere und kostspieligere Maschinenanlage als
für andere Zungenapparate. Die Luft oder der Dampf unter dem angeführten
Druck wird von dem Einlafs aus auf die Zunge gerichtet; doch werden im Be-
triebe nicht so viel Pferdekräfte wie bei anderen Apparaten absorbirt. Als diesem
an Wirksamkeit nächststehender Apparat wurde nach den Beobachtungen das
Zungenhorn des Trinity House-Dienstes befunden, von dem jetzt sechs Apparate
an Stationen in Gebrauch sind, an denen ein engeres Schallgebiet genügt. Während
des Fortganges der Versuche wurden an diesen Apparaten einige Verbesserungen
angebracht: die Tonhöhe wurde erniedrigt, der Arbeitsdruck von 10 auf 15 Pfund
auf den Quadratzoll (engl.) erhöht und andere. kleinere Aenderungen wurden
gemacht. Nach diesen Verbesserungen war ihre Leistungsfähigkeit sehr
zufriedenstellend, wenn man die beschränkten Anforderungen, denen. sie ent-
sprechen sollen, in Betracht zieht. Ihr ökonomischer Betrieb bei einem Drucke
von 15 Pfund, die sehr kleine Luftmenge, die bei jedem Anblasen gebraucht
wird, ihre Kompaktheit und vergleichsweise Billigkeit der Herstellung sind
wichtige Empfehlungen dieser Apparate. Die beiden anderen geprüften Zungen-
hörner, nämlich das von Kapt. Barker und das von Taylor aus Liverpool, er-
wiesen. sich nicht so wirksam als die beiden anderen vorher erwähnten Apparate.
Im Barker-Apparat wurden drei Zungen in einer Trompete und im Taylor
zuerst sechs, später zwei Zungen angewendet. Um drei Zungen in gleich-
förmige Schwingung zu versetzen, wird zweifellos am Anfang ein grofser
Theil. der Druckkraft absorbirt, und dies mag verursachen, dafs die sich er-
gebenden Schwingungen zuerst schwach sind. Das Abstimmen von zwei
oder mehr Zungen in einer Trompete, so dafs sie im HKinklang mit ein-
ander schwingen, ist eine mühevolle Arbeit, und ferner mufs auch eine beträcht-
liche Neigung zur Interferenz der Schallwellen vorhanden sein. Bei der
Möglichkeit einer solchen Interferenz würde die Emission von wirkenden Tönen
wahrscheinlich sehr unsicher und nicht zufriedenstellend sein. Wenn man der
Ansicht wäre, dafs zwei oder mehr Zungen wirkungsvoller als eine sind, könnte
wohl ein besseres Resultat dadurch erreicht werden, dafs man zwei oder mehr
Schalltrichter, einen für jede Zunge, anwendete; möglicherweise haben die Erfinder
diesen Gesichtspunkt auch bereits in Betracht gezogen.
Obwohl das Zungenhorn in seiner jetzigen Entwickelung im Vergleich
mit der Sirene als ein dieser untergeordneter Schallerzeuger anzusehen ist, giebt
die Kommission zu, dafs es seine Vorzüge für solche Lagen hat, in denen ein
Schallsignal von kleiner Hörweite dienlich sein würde oder wo nicht genügend
Platz ist für die Maschinen, Pumpen und Reservoire, die zur Kompression und
Aufspeicherung der Luft für das Ertünen der Sirene nothwendig sind. .
Schalltrichter. Eine weitere wichtige Frage betrifft nun den Schall-
trichter, welcher an dem tongebenden Apparat anzubringen ist. Es wird an-
genommen, dafs in jedem Falle ein Schalltrichter irgend einer Art nothwendig
sei.‘ Schalltrichter von mannigfaltigen Gestalten und Gröfsen sowie aus ver-
schiedenen Materialien sind in Anwendung gebracht worden, aber es ist
zweifelhaft, ob eine sehr genaue Kenntnifs die Verfertiger geleitet hat. In
Frankreich ist ein sehr kurzer Schalltrichter in Gebrauch aus dem Grunde, dafs
„über eine gewisse Länge des Schalltrichters hinaus Effekte von Widerstand
gegen die schwingende Bewegung eintreten, die bemerkenswerth auf eine
Schwächung des Tones hinwirken“. In Amerika sind lange horizontale guls-