accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Krümmel, O.: Ozeanographische Ergebnisse der dentschen Südpolar-Expedition, 395 
wieder eine Vermehrung des Salzgehalts bis 1500 m Tiefe, wo ein zweites 
Maximum von etwa 34,75 %o ‚liegt, und endlich erneute ganz langsame Abnahme 
oder Konstanz bis zum Boden mit 34,70 %o. In der Hauptsache liegt also eine 
dichohaline Salzgehaltsschichtung vor. Diese durchaus neue Thatsache, die 
übrigens einstweilen nur für den Südatlantischen Ozean erwiesen ist, giebt dem 
Ozeanographen, der sie erklären will, eine harte Nufs zu knacken. Der niedrigste 
Salzgehalt von 34,35 %o ist kombinirt mit einer Temperatur von etwa 4°; 
beide Merkmale zusammen dürften nur in den höheren südatlantischen Breiten 
jenseits 45° Süd an der Oberfläche vorkommen. Zu einer annehmbaren Erklärung 
fehlt uns übrigens zur Zeit noch die Kenntnifs vom Stickstoffgehalte der in 
diesen tiefen Wasserschichten absorbirten Luft; Proben davon sind jedenfalls an 
Bord des „Gaufs“ gesammelt und werden es später ermöglichen, die Temperatur, 
bei der diese Luft vom Wasser absorbirt wurde, namhaft zu machen, wodurch 
dann ein ziemlich exakter Anhaltspunkt für.die Abkunft dieser interessanten 
Wasserschicht zu erhalten sein wird. Diese Thatsache enthüllt zu haben, ist 
aber bereits eine‘ der wesentlichsten Leistungen, auf welche die deutsche Süd- 
polar-Expedition als Ergebnifs ihrer ozeanographischen Thätigkeit hinweisen 
darf; hierdurch ist wieder einmal bewiesen, dafs sich methodisches Suchen 
immer belohnt. ; . 
So wird auch das Gesammturtheil auf Grund: der bisherigen Berichte 
unserer Südpolar-Expedition nur dahin lauten können: ihre wissenschaftliche 
Leistungsfähigkeit, insbesondere auf dem wichtigen Gebiete der Ozeanographie, 
ist vollauf erwiesen, und wenn ihr nur weiter das Glück hold bleibt, wird sie 
der deutschen Wissenschaft neue Lorbeeren sichern, 
Von Sydney nach Townsville, 
Nach‘ dem Reisebericht S. M. S.. „Möwe“, Komdt. Kaptlt, Seiferling. März 1902. 
a. Von Sydney -bis Sandy Cape. Südoststurm. “ 
Am 17. März um 4° N, verliefs S. M.:S. „Möwe“ den Hafen .yon Sydney; 
nach dem Passiren der Heads wurde Kurs auf Stephens-Huk gesetzt und von 
dort unter der Küste. weiter gedampft. Im Laufe des 18. März nahm der nördliche 
bis nordöstliche Wind immer mehr zu, bis zu Stärke 5 auffrischend. Der Süd- 
strom an der Küste machte sich nur in geringem Mafse bemerkbar. Am Abend 
flaute der Wind ab. In der Nacht ging. der Wind über NW auf SW, :am 
Morgen allmählich auf S und später auf SO, zuerst mit Stärke 3 wehend, dann 
aber böig bis zu Stärke 6. In der Nacht. vom 19. zum 20. März flaute der 
Wind zu Stärke 1 ab, sprang um Mitternacht in einer Böe auf NW und blieb 
schwach aus nordöstlicher Richtung bis um 3" V, Dann ging der Wind wieder 
auf S und SO; er frischte im Laufe des Tages immer mehr auf und wurde 
böig, so dafs er am Abend Stärke 6 und in den Böen Stärke 9 erreichte, 
Da auch die See sehr hoch ging, so wurde beigedreht. Während der Nacht 
nahm der Wind mehr zu und ‚erreichte am Morgen in den Böen Stärke 10, 
Im Laufe des 21. flaute der Wind etwas ab. und die. Böen waren. nicht mehr 
so zahlreich ‚und. heftig, etwa nur bis Stärke 8. Der Seegang hatte aber 
bedeutend zugenommen; einzelne Seen waren so hoch, dafs das Schiff. bis zu 
20° stampfte. Mit Sonnenuntergang nahm ‚der. Wind wieder zu und die Böen 
setzten häufiger und mit gröfserer Gewalt ein. In den Stunden von 4 bis 6 V. 
am 22. März wurde die Windstärke 11 erreicht. Am Vormittag: des, 22. März 
flaute der Wind allmählich ab und. drehte langsam .auf O und NO, er wehte 
am 23. März einige Stunden aus SO und ging dann über SW und NW auf N. 
Der tiefste an Bord beobachtete Luftdruck in. diesen Tagen war 759,8 mm, der 
höchste: 766,7 mm;.. das Verhalten des Barometers: war durchaus normal, und 
auch während des heftigen Südoststurmes wurden keine Unregelmäfsigkeiten in 
den ‚täglichen. Schwankungen beobachtet. Der Seegang war ‚weiter. von der 
Küste ab bedeutend stärker als unter: Land. a . ; 
Während des Südoststurmes scheint der bis dahin nur wenig fühlbare 
Qradetrom mit bedeutender Stärke gesetzt:zu haben; was nach der Segelanweisung
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.