394 - Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1902,
Casella entschieden bevorzugt; die von C. Richter in Berlin aufserordentlich
fein (vielleicht schon zu fein) hergestellten Umkehrthermometer wird die
Expedition in den hohen südlichen Breiten inzwischen schon schätzen gelernt
haben. Dasselbe dürfte von dem, von Nansen verbesserten und verfeinerten,
neuen Petterssonschen Schöpfapparat aus Hartgummi gelten, der zwar regel-
mäfsig benutzt, aber für die warmen Tropenmeere zur Temperaturbestimmung
zuch nicht recht geeignet befunden wurde. Dagegen hat die Expedition mit den
Sigsbeeschen Wasserschöpfern bisher gute Erfahrungen gemacht, was wieder
len deutlich genug lautenden Urtheilen Nansens, Petterssons, Hjorts und
des Verfassers dieser Zeilen auf Grund vergleichender Versuche in den nordischen
Meeren widerspricht. Die grofse Bequemlichkeit der automatischen Propeller-
auslösung wird für den Sigsbeeschen Schöpfapparat dabei gar nicht bestritten.
Wenn ein gleichzeitig gebrauchter Petterssonscher Apparat Wasserproben zur
Kontrole liefert, wird man auch gegen die Verwendung des Sigsbeeschen nicht
viel einzuwenden haben.
Wärme- und Salzgehaltsschichtung im Brasilianischen Becken,
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m. Salzgehalte,
Die Beobachtungen der Tiefsee-Expedition bestätigen von Neuem die
Jänge bekannten Grundzüge in der Wärmeschichtung der Tropen- und Subtropen-
Meere. Nach den mitgetheilten Proben ist, wenn man von den Temperaturen
der obersten überall klimatisch stark beeinflufsten Schicht absieht, diese Schichtung
im Brasilianischen Becken und im Nordtheile der Kapmulde in den Grundzügen
yanz gleich: erst rascher Abfall der Temperatur bis in 800 oder 900 m Tiefe,
wo 3° bis 4° herrschen, dann ganz aufserordentlich verlangsamte weitere Ab-
nahme bis zum Grunde in 4000 oder 5000 m. Das sind Zustände, wie sie
G. Schott ebenfalls kürzlich noch in besonders klarer Weise in seinem Bericht
über die „Valdivia“-Expedition dargestellt hat. Neu aber, und bisher allen Tiefsee-
Expeditionen entgangen, ist der Grundzug in der Salzgehaltsschichtung des Süd-
atlantischen Ozeans, wie er auf beistehender graphischen Darstellung erkennbar
wird, die eine Kombination der Beobachtungen Drygalskis auf seinen Stationen
XI und XIV enthält. Das südatlantische Salzgehalts-Maximum von mehr als
36 °/00 beherrscht nur die obersten 100 m, was schon J, Y. Buchanan als ein
Ergebnifs der „Challenger“-Expedition gefunden hat; der Salzgehalt nimmt aber
noch weiter ab, sinkt in 300 bis 400 m Tiefe unter den normal ozeanischen von
35 °0o, bis er in 800 m sein Minimum mit 34,3 bis 34,4 °/oo erreicht; dann folgt