3Q0
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1902,
Tabelle 9.
Unsicherheit in der Schätzung der Richtung.
Mittlere
Mitfahrende Dampfer
n. d. synopt. Karten
Gegenfahrende Dampfer
Windstärke
Mitwind. * Gememi*
Synopt., Wetter-
A-4433 „Rarjcht | VO karten
J— 1,2 +9
3—31/ 0,6 0,9 | .
4—41% 0,6 0,8 | 1,2
über 41! 1,1 0,6 1.1
Durchschnitt | 0,8 | . x
2.7)
1,3
| 07
0,8
| 209
Tabelle 10.
Unsicherheit in der Schätzung der Stärke.
Mittlere
Mitfahrende Dampfer
n. d. synopt. Karten
Gegenfahrende Dampfer
Mitwind * Germnwi >
0—2 3 1,0 0,9 | 2 ] 0.8
3—31/2 0,8 1,0 * 214 1,3
4—41/2 0,4 0,6 { 13 0,6
über 41/2 0,8 0,8 I 13 0,9
Durchschnitt | 07 | 08 4” 18 71 08
Windstärke
| Synopt. Wetter-
54-4 „Bericht karten
Wie man sieht, stellt sich die größte Unsicherbeit der Schätzung bei der
Untersuchung nach den Dekadenberichten heraus, was sich ohne Weiteres durch
den dort gewählten gröfseren Abstand erklärt, während bei der Untersuchung
nach den synoptischen Wetterkarten Dampfer auf gleichem und entgegengesetztem
Kury fast dieselbe Unsicherheit zeigen, so dafs als die richtigere die nach den
synoptischen Wetterkarten ermittelte anzusehen ist. Höchst wahrscheinlich ist
auch diese noch zu grofs, und es würden sich sowohl für die Unsicherheit wie
für die Unterschiede der Schätzung in Windrichtung und -stärke noch kleinere
Werthe als die oben ermittelten ergeben, wenn man sich auf die Untersuchung
von Schiffsbegegnungen beschränken würde, wo beide Schiffe in Sicht von
einander sind; denn bei einer Entfernung von 60 bezw. 120 Sm können doch
immerhin schon erhebliche Verschiedenheiten in der Richtung und Stärke des
wahren Windes vorkommen.
Die mittlere Unsicherheit der Schätzung beträgt also, wenn 16 Richtungen
und 13 Stärkestufen unterschieden werden, bei der Richtung im Durchschnitt
höchstens 0,8 Strich, bei der Windstärke höchstens 0,8 Grad der Beaufort-
skala, ein aufserordentlich günstiges Zeugnißs für die Brauchbarkeit der von
geübten Beobachtern, wie z. B. unseren deutschen Seeleuten, während der Fahrt
selbst auf Dampfern gemachten Windbeobachtungen.
6. Zusammenfassung.
Fassen wir das oben Gewonnene noch einmal kurz zusammen, So ge-
langen wir zu dem Resultat: Unsere Seeleute wissen sich bei ihren
Windbeobachtungen fast völlig von der Fahrt des Schiffes frei zu
machen, woraus folgt, dafs die in der Novemberausgabe 1901 der Pilot Chart
veröffentlichte Tabelle für sie, unter normalen Umständen, überflüssig und die
nachträgliche Anbringung dieser Korrektionen an ihre Beobachtungen unstatthaft
ist. Unzweifelhaft hat es in einigen Fällen, z. B. bei dunkler Nacht und bei
Nebel, wenn leichter Wind herrscht und die Windbeobachtung nach dem bis-
herigen System sehr schwierig anzustellen ist, manches für sich, ein Verfahren
zu kennen, nach dem dieses möglich ist. Für solche Fälle ist eine Tabelle,
wie die der Pilot Chart oder deren einfachere auf S. 371 gegebene Umformung
wohl geeignet; da in diesen Tabellen, wie eingangs gesagt, die den Beaufort-
oraden entsprechenden Windgeschwindigkeiten zu hoch angenommen sind, 80