Fehler in der Schätzung der Windrichtung und Windstärke auf Dampfern, 377
eines Dampfers von 15 Sm zu Grunde; für Schnelldampfer sind die Zahlen noch
gröfßser. Zeichen wie in Tabelle 1 bis 3.
. Tabelle 4.
Unterschiede zwischen den Windangaben sich begegnender Dampfer:
A. Nach der amerikanischen Tabelle | B. Nach den Beobachtungen deutscher Schiffe
Wahre Windst, | Richtg., Strich |Stärke, Bf-Grad; Mittlere Windst, | Richtg., Strich |Stärke, Bf-Grad
d— a1 + 8 bis 16 ; + 3 bis 51/2 0—71
—3i, + 7,0 +55 3—31/2 „6
—4l | +42 + 5,6 4—41 4- 0,
5—51/a +27 +49 | 5—5l% + 0,0
5—7 +19 + 4,9 | 6—7 | +04
nber 7 A 1.1 + 3,0 über 7 1 — 0.9
„0A
-_ 0,u
+ 0,3
+ 0,9
| + 0,7
! + 0,7
Wie man sieht, stimmen die Vorzeichen fast sämmtlich überein, woraus
sich ergiebt, dafs in der That ein systematischer Fehler vorhanden ist. Die
Gröfse dieses Fehlers aber beträgt nur etwa den zehnten Theil des in der
Tabelle der.Pilot Chart angegebenen. An der Art der Berechnung der letzteren
kann dies nicht liegen; im Gegentheil wird, wenn man die richtigeren Zahlen
für den Geschwindigkeitswerth der Beaufortgrade einsetzt, der Unterschied
zwischen scheinbarem (relativem) und wirklichem (absolutem) Wind noch gröfser;
es liegt vielmehr daran, dafs der Seemann keineswegs, wie jene Tabelle voraus-
setzt, den „scheinbaren“, d. h. relativen, sondern direkt den „wahren“, absoluten
Wind durch seine Beobachtung bestimmt und notirt, und dies mit einer
überraschenden Genauigkeit. Die Erfahrung zeigt, dafs
die systematische Beeinflussung der Windangaben durch die
Fahrt zwar vorhanden, aber auch bei Dampfern, wie bei Segel-
schiffen, weder für Windrichtung noch für Windstärke grofs
genug ist, um die Anbringung einer Korrektion an die ein-
zelnen Beobachtungen zu begründen; eine solche ist nur an
Mittelwerthen durchführbar.
4. Prüfung der Resultate der Dekadenberichte durch die synoptischen
Wetterkarten. .
. Um die aus den Dekadenberichten erzielten Resultate zu prüfen, wurden
nach den in der Seewarte vorhandenen handschriftlichen synoptischen Wetter-
karten des Nordatlantischen Ozeans unter, wie bereits bemerkt, wesentlich
achärferen Bedingungen die Begegnungen auf der Route Kanal—-Linie zwischen
5° und 36° N-Br. untersucht. Der Begriff Begegnung wurde auf einen Maximal-
abstand von 60 Sm beschränkt. Als Hauptkursrichtung wurde die Richtung
NNO-—SSW angenommen; demnach wurden als Mitwinde auf der Ausreise
die Winde zwischen NNW und ONO, als Gegenwinde die zwischen SSO und
WNW gerechnet; als Mitwinde auf der Heimreise die Winde zwischen SSO
und WNW, als Gegenwinde die zwischen NNW und ONO; als Seitenwinde die
Winde zwischen ONO und SSO wie zwischen WSW und NNW. Die Grenz:
winde NNO, 080, SSW und WNW wurden wiederum zu den Mit- bezw, Gegen-
winden geschlagen. ;
Die Gesammtzahl der Begegnungen betrug 398. Es hatte von gegen-
fahrenden Dampfern
der eine Mit-, der andere Gegenwind
CE » — en
beide Gegenwind . . ..20000000000.00: 1 » 3
der eine Mit- bezw. Gegen-, der andere Seitenwind „ 41
beide Seitenwind . . . - es „ 2
Hatte von den gegenfahrenden Dampfern der eine Windstille, der andere
Mit- bezw. Gegenwind oder ebenfalls Windstille angegeben, so wurde diese
Begegnung als zur 1. Kategorie gehörig gerechnet, hatte der zweite Dampfer
Seitenwind angegeben, so als zur 5. Kategorie gehörig. ;
Die den Tabellen 1 und 2 entsprechenden Tabellen zeigen folgende
Werthe: