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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Aus dem Beiseberichta der deutschen Bark »Agastina“. 
den Tw Islands, vor Anker gelegen hatten, wurde um 5'/2 Uhr die Reise bei 
frischer südöstlicher Briese und einem starken nördlichen Strome fortgesetzt. 
Um 8’A h ä. m. peilte South JDirection Island und um 9 1 * a. tn. die Nordspitze 
der Insel Lizard West, worauf wir mit NOzN-Kurs der „One and a half mile 
Opening“ entgegensteuerten. Es gelang uns, die erste, südliche Durchfahrt an 
zuholen. In einem Abstande von etwa */4 Sm steuerten wir längs des Riffs, 
wobei von oben bei gutem Ausguck jede kleine Untiefe leicht zu erkennen war. 
Um U7s h a. m. hatten wir das letzte Riff hinter uns und standen aufserhalb 
der Passage. Hier kam das Schiff durch eine starke Stromraselung von ’/2 Sm 
Breite. Südwärts von dem dritten Riff brach sich die See stark. Unter der 
Insel Lizard setzte der Strom Anfangs auf das Riff bei Eagle Island zu, schien 
dann aber von der Mitte der Durchfahrt au nordwärts zu laufen. 
Nach meiner Ansicht ist die „One and a half mile Opening“ die beste, 
um zur Zeit des SE-Monsuns baldmöglichst die freie See zu erreichen. Bei 
der Durchsegeluug derselben mufs man jedoch seine ganze Kaltblütigkeit be 
wahren und sich nicht irre machen lassen, wenn es auch manchmal wegen der 
vielen Krümmungen, die das £#ten$tv£-Riff macht, aussieht, als wenn der Durch 
gang verschlossen wäre. Das genannte Riff erstreckt sich übrigens weiter ost 
wärts, als in meiner Karte angegeben ist. Es ist anzurathen, nur mit günstigem 
Winde und unter einer Segelführung, die ein rasches Manövriren mit dem 
Schiffe zuläfst, die Durchsegeluug der Passage zu unternehmen. Anfangs hatte 
ich die Absicht, die ganze Route innerhalb des Riffs zu nehmen, später kamen 
mir aber Bedenken dabei, weil man hier mit einem grösseren Segelschiffe jeden 
Abend ankern mufs und aufserdem, selbst am Tage, bei etwaigen leichten 
Winden oder gar Stillen, das Treiben zwischen den vielen Untiefen eine stete 
Gefahr in sich schliefst. Für Dampfer, die mehr oder weniger vom Winde 
unabhängig und leicht zu manövriren sind, bietet die innere Route vergleichs 
weise geringe Schwierigkeiten, und doch ankern auch diese, wie man mir erzählt 
hat, häufig bei ointretender Dunkelheit.’) 
Um 12 Uhr Mittags den 24. April 1887 war das Schiffsbesteck 14° 23'S-Br 
und 145° 36' O-Lg. Es wehte zur Zeit ein frischer SE-Wind, der von Regen 
schauern begleitet war. Um 5 h p. m. den 28. April liefen wir bei mäfsiger 
südöstlicher Briese in Sicht der Nordspitze des Pori/ocÄ-Riffs, welches nach 
kurzer Zeit auf nordwestlichem Kurse in 2 Sm Entfernung passirt wurde. Um 
6 h p. ro. wurden Segel gekürzt, um die Fahrt des Schiffes soweit zu mäfsigen, 
dafs Bramble Cay am folgenden Morgen gegen Tägwerden in Sicht kommen 
mufste. Als wir daher um 7 Uhr früh am 29. April bei diesiger Luft, auf 
einem Abstande von 3 bis 4 Sm, eine niedrige Insel zu Gesicht bekamen, 
hielten wir dieselbe natürlich für Bramble Cay, obwohl die Bake auf derselben 
nieht zu sehen war, und setzten, nachdem die Insel um 9 h a. m., bei einem Ab 
stande von 2 bis 3 Sm, in die Peilung NzW gebracht war, den Kurs auf 
Sie^Afiws-Insel. Eine um 10 h a. m., infolge des muddigen Aussehens des Wassers 
angestellte Lothung ergab indessen eine Tiefe von nur 9 m (5 Fad.), was uns 
veranlafste, auf entgegengesetztem Kurse nach NOzO zurückzusteuern. Um 
11 L a. in. Iotheten wir wieder 16 m (9 Fad.), worauf wir eine halbe Stunde 
später südwärts wendeten. Nunmehr gelang es uns, auf S’/rW-Kurs Stephens- 
Insel anzuholen, welche um l 11 45 ,n p. in., 14 Sm entfernt, SzW peilte. Die zu 
erst gesichtete Insel war also nicht Bramble Gay gewesen, und wir hatten eine sehr 
beträchtliche nordwestliche Stromversetzung gehabt, ein Umstand, der bei der Aa- 
segeluug von BrambleCay wohl Berücksichtigung verdient. Nachdem StepAews-Iusel 
um p. m. in einem Abstande von 1 Sm passirt war, wurde um ö’/a 11 p- m. unter 
der Insel Marsden auf einer Wassertiefe von 25 m (14 Fad.) geankert, von 
welchem Platze aus die zuletztgenannte Insel SzÖ und die Insel Dalrymple NW 
peilte. Am 30. April um 6 Uhr Morgens gingen wir wieder unter Segel, 
steuerten bei gutem Ausguck von der Marsraa den Kurs längs der Torres- 
Strafse und passirten am selbigen Abend um 8 Uhr die Insel Booby in einem 
Abstande von 2 bis 3 Sm. Beim Durchsegeln der Strafse fand ich keine 
Schwierigkeit. Man ist stets in der Lage, genaue Peilungen nehmen zu können, 
>) Segelantoitoiugen för diese Kernte finden sich in den »Annalen der Hydrographie etc.“ und 
hl dem »Australia Directory“ von 1873 Band II.
	        
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