Neuere Veröffentlichungen.
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Bestimmung der Intensität der Schwerkraft auf 20 Stationen an der West-
afrikanischen Küste von Rio del Rey (Kamerun-Gebiet) bis Kapstadt. Aus-
geführt im Auftrage des Reichs-Marine-Amts von M.Loesch, Oberleutnant
zur See. 4°. . 508., 2 Tafeln. Berlin 1902.
Bei den vorliegenden relativen Schweremessungen wurde ein sogenannter Dreipendelapparat
verwendet, Dieser Apparat stellt einen verbesserten Sterneckschen Pendelapparat dar, der sich
besonders für weite Reisen eignet und sich auch gut bewährt hat, Als Ausgangspunkt der Messungen
diente das K. geodätische Institut in Potsdam, wo auch vor der Abreise die Konstantenbestimmung
und nach der Rückkehr die Anschlufsbeobachtungen ausgeführt wurden. Danach hat sich die Länge
von zwei Pendeln während der Zeit von September 1897 bis Juni 1899 nicht geändert, während
das dritte zwischen der letzten Station in Afrika und den Schlufsbeobachtungen in Potsdam um
einen gröfseren Betrag verkürzt hat, Von den Beobachtungsstationen siud 10 im Kamerungebiet
gelegen, die übrigen 10 von 4° N-Br. bis 34° S-Br. längs der Westküste von Afrika ziemlich gleich-
mäfsig vertheilt. Alle für die Beurtheilung der Beobachtungen wichtigen Werthe, wie Zeitbestim-
mungen, Uhrvergleichungen, Schwingungszeiten nebst den örtlichen Angaben sind ausführlich mit-
getheilt, und die abgeleitete Genauigkeit muf(s als sehr günstig bezeichnet werden, Die Arbeit ist
daher als ein wichtiger Beitrag zur Erforschung der geophysikalischen Konstanten zu betrachten,
Messerschmitt.
Leitfaden für den Unterricht im Schiffbau. Herausgegeben von der Inspektion
des Bildungswesens der Marine. Erster und zweiter Theil. Theoretischer
and praktischer Schiffbau. 8°% 204 S., 133 Abbildungen im Text und auf
24 Steindrucktafeln. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin. 1902,
Der zunächst für den Unterricht im Schiffbau an der Kaiserlichen Marineschule heraus-
gegebene Leitfaden verfolgt auch noch den Nebenzweck, der grofsen, noch stetig wachsenden Zahl
von Personen, die aufser den Schiffbauern von Beruf in Deutschland mit Schiffbau, Schiffahrt und
Marine in sehr engen Beziehungen stehen, eine eingehendere Kenntnifs der Grundsätze der Schiff-
bauwissenschaft und der Schiffahrt zu gewähren. Dementsprechend ist der Verfasser, Kaiserlicher
Marine-Banmeister Neudeck, Lehrer für Schiffbau an der Marineschule, bemüht gewesen, in dem
Buche eine allgemeine und leichtverständliche Sprache zu führen und die mathematische Behandlung
des Stoffes so einfach als möglich zu gestalten.
Der Verfasser gliedert die ganze Wissenschaft des Schiffbaues in drei Haupttheile: I. 'Theo-
retischer Schiffbau, II. Praktischer Schiffbau, III. Schiffskunde. In dem zur Zeit vorliegenden Buche
3ind Theil X und II enthalten, und zwar ist unter „Theoretischer Schiffbau“ insbesondere behandelt:
Eintheilung der Schiffe nach verschiedenen Gesichtspunkten, Entwerfen von Schiffen, Deplacements-
berechnung, Stabilitätsberechnung, Trimmberechnung, Widerstandsberechnung, Schiffszeichnungen,
Festigkeitsberechnung, Schiffsyermessung. Der zweite Theil: „Praktischer Schiffbau“, enthält Ab-
schnitte über die geschichtliche Entwickelung, die vorbereitenden Arbeiten zum Bau eines Schiffes,
Bautheile, den Bau der Schiffe, Baumaterialien und Konservirung des Materials, Es wird demnach
das gauze Gebiet der Schiff bauwissenschaft und des Schiffbaues in logischer Folge aneinandergereiht
und Alles gebracht, was für Konstruktion und Bau an neueren Angaben von Werth ist. So wird
das Buch auch als Nachschlagebuch von Nutzen sein. Hr.
Die Schiffbauindustrie in Deutschland und im Auslande, Unter Benutzung
amtlichen Materials herausgegeben von Tjard Schwarz, Marine-Oberbau-
rath, und Dr. Ernst von Halle, Universitätsprofessor. Gr. 8%, Erster Theil
295 S. Zweiter Theil 309 S. Mit zahlreichen Tabellen, 5 Schiffstafeln und
17 Werftplänen. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin. 1902.
Um die Bedeutung dieses umfangreichen Werkes zu kennzeichnen und den reichen Inhalt
desselben darzulegen, kann hier nichts Besseres geschehen, als das Vorwort desselben sowie sein
Inhaltsverzeichnifs in der kürzeren Fassung wiederzugeben: Beim ersten Flottengesetz ordnete der
Herr Staatssekretär des Reichs-Marine-Amts eine umfassende Untersuchung über die Leistungsfähig-
keit der heimischen Schiffbauindustrie und ihrer Hülfsindustrien an. Um einen besseren Mafsstab
für die Beurtheilung der einschlägigen Verhältnisse, im Besonderen auch, um Erfahrungen für den
Ausbau und die Organisation der Kaiserlichen Marinewerften zu gewinnen, wurde die Untersuchung
auf die Schiffbauindustrie des Auslandes ausgedehnt,
Die betreffenden Untersuchungen ergaben ein so umfangreiches und werthvolles Material,
dafs der Herr Staatssekretär die beiden genannten Verfasser beauftragte, dies, soweit es für eine