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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

34 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1902, 
der nach WNW setzt. Auf diesem Wege sieht man nicht eher Land, als bis die 
hohen Berge hinter La Guaira erscheinen. 
Auf der Rückreise von La (}uaira steuern die Schiffe, wenn sie die 
Rhede nach 1®n verlassen, die Insel Orchilla an. Nachdem diese Insel aus- 
gemacht ist, steuern sie, falls das Wetter klar und sichtig ist, westlich davon, 
zwischen ihr und der Los Roques-Gruppe hindurch, so dafs sie das Leucht- 
feuer von El Roque in 14 Sm Abstand passiren; falls das Wetter jedoch schlecht 
ist, nehmen sie den Weg östlich von der Insel. Wenn sie den Hafen von 
La Guaira um 12® mittags oder bereits früher verlassen, steuern sie so, dafs 
sie westlich von der Los Roques-Gruppe passiren und zwar die westlichste Insel 
dieser Gruppe, Water Cay, in 4 Sm Abstand. Dieser Weg führt zwischen 
Water Cay und den Aves-Insela hindurch, doch werden letztere nicht oft ge- 
sehen, sondern die Schiffe halten sich näher an Water Cay, welche Insel zwar 
durch drei in einer Linie stehende Kokospalmen gut markirt wird, dennoch 
aber sowohl am Tage wie bei Nacht eine gefährliche Insel bleibt. Außer 
an den drei Kokospalmen ist sie auch an dem weifßsen Korallensand nachts 
kenntlich. In dieser Durchfahrt findet man verhältnifsmäfsig sehr ruhiges Wasser, 
während nördlich und südlich davon hoher Seegang läuft. 
Nach deın Passiren von Water Cay wird der Kurs rw. N4°O (mw. N'/A40) 
gesetzt, so dafs man das Leuchtfeuer auf der Insel Muertos ansteuert, bevor 
man in den Hafen von Ponce auf Portorico einläuft. . 
Von Ponce ausgehend, wird in 5 Sn Abstand an der Südküste von 
Portorico entlang westwärts gesteuert bis zum Kap Rojo. Wenn das Leucht- 
feuer dieses Kaps in rw. N67'/° O0 (mw. ONO)-Peilung gekommen ist, wird der 
Kurs nordwärts geändert und so gesteuert, dafs er zwischen der Insel Desecheo 
und dem Point Jiguero-Leuchtfeuer hindurchführt, wobei letzteres stets gesichtet 
und in etwa 8Sm Abstand passirt wird. Kap Borinquen wird in etwa 45m 
Abstand umsteuert und dann in etwa 4 Sm Abstand von der Nordküste der Insel 
nach San Juan gedampft, auf welchem Wege, wie ausgehend, das Leuchtfeuer 
von Arecibo gesichtet wird. 
Auf der Aus- wie Heimreise wird immer die Insel Desecheo in Sicht ge- 
laufen, wenn sie nicht durch starken Nebel oder Regen verdeckt wird. 
Von San Juan führt der Rückweg immer direkt nach New York, wobei 
man Barnegat-Leuchtfeuer, das als erstes gesehen wird, in etwa 10 Sm Ab- 
stand passirt. 
Weg 23. 
Von New York wird ein direkter Kurs gesteuert, der zwischen den Inseln 
Desecheo und Mona so hindurchführt, dafs das Mona-Leuchtfeuer in 10 Sm Ab- 
stand passirt wird. Von hier an wird der Kurs nach La Guaira so gesetzt, dafs 
man die Los Roques-Gruppe sichtet. Wenn diese Gruppe am Tage angelaufen 
wird, nimmt man den weiteren Weg westlich davon, wenn nachts angesteuert, 
östlich davon, zwischen ihr und Orchilla hindurch. Nur bei schlechtem und 
unsichtigem Wetter wird der Weg östlich von Orchilla genommen. 
Von La Guaira führt der Weg nach Curacao. Der Kurs ist rw. N52°W 
mw. NW 7% W), womit man das Leuchtfeuer von Klein-Curagao in etwa 8 Sm 
Abstand erblickt und dann nach dem Hafen von Santa Anna steuert. Bei der 
Ansteuerung von Klein-Curacao, wenn von Süden kommend, bringe man dieses 
Feuer achteraus, sobald der erste Hügel auf Curacao westlich von Canon Point 
in rw. N45°W (mw. NW !/4W)-Peilung klar in Sicht kommt. Dieser Santa 
Barbara genannte Hügel ist eine sehr werthvolle Landmarke und sollte in den 
Segelanweisungen erwähnt werden. Er wird von den Schiffsoffizieren als ein Hügel 
mit rundlicher Kuppe beschrieben, den man gewöhnlich früher sehen kann als 
die Hafenfeuer von Santa Anna, Dieser Hügel ist als Landmarke sehr werthvoll, 
weil das Ostende von Curacao von Canon Point bis dahin niedrig ist und der 
Santa Barbara-Hügel aus diesem Grunde zuerst gesehen wird, 
Die Heimreise folgt im Allgemeinen dem bereits oben beschriebenen Wege, 
doch führt der Weg von Santa Anna nach Ponce zunächst um das Ostende von 
Curacao, weil man es bei Tageslicht umsteuern kann. 
Mit Rücksicht auf die Gründe, die die „Red D-Line“ bewogen haben, diese 
Wege zu nehmen, sei hier hervorgehoben, daß bis zum heutigen Tage der Weg
	        
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