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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1902.
In Fig. 1 ist MHK‘C ein Parallelogramm, also
KH=CM=u ..” Vo
{7}
und diese Gleichung (7) zeigt eine neue elegante Methode zur Konstruktion
von u oder zur Bestimmung des Punktes M: Die geographische Breite von K
sei @; ziehe durch K die Parallele zu SN, die die von E ausgehende, mit dem
Traktoriographen zu ziehende Traktorie in H und den Südzweig des durch K
yehenden Meridians in K‘ schneidet. Die Strecke HK’ ist ohne Weiteres der
der geographischen Breite @ entsprechende Abstand u des Parallelkreisbildes
vom Aequatorbild in der Mercator-Projektion: macht man CM = HK’, so ist
die durch M zu ziehende Gerade das Parallelkreisbild.
Theilt man den Kugelmeridian EN in n gleiche Theile und zieht durch
die Theilpunkte Parallelen zu CH, so erhält man in den Abschnitten dieser
Linien zwischen der Traktorie und dem südlichen Meridianzweig ES die Ab-
stände der Parallelkreisbilder vom Aequatorbild.
Diese Konstruktion ist in Fig. 2 für Punkte von 10° zu 10° Breite an-
gegeben. Besonders für niedere Breiten ist diese zweite Konstruktion will-
kommen, weil für sie die Strecken HK“ schärfer bestimmbar sind als die Schnitt-
DEE der Kreise aus den Punkten H und mit dem Halbmesser r mit der
inie SN.
X
TG
ün-
Fis.2
0°
VE
JE ——
Bemerkenswerth ist, dals den Konstruktionen der Fig. 1 und Fig. 2
gemäls die Differenzen zwischen den Abständen der Parallelkreisbilder vom
Aequatorbild in der Projektion und den Abständen der Parallelkreise auf der
Kugel selbst vom Aequator nichts Anderes sind als die Abscissen der ent-
sprechenden Punkte der Traktorie.
3. Nicht ohne Interesse ist auch noch der Vergleich zwischen der
Mercator-Projektion und der Centralprojektion der Kugeloberfläche auf den
den Aequator berührenden Cylindermantel. Der Abstand % des Parallelkreis-
bildes # vom Aequatorbild in der Centralprojektion auf den Cylindermantel
ist (Fig. 1)
n= EP =re-tange .
Für diesen Abstand u in der Mercator- Projektion
Gleichung
gilt dagegen die
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