accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Herrmann, J.: Anleitung für die Fahrt von Kronstadt nach Wladiwostok. 23 
zu erwarten, dafs in absehbarer Zeit die deutsche Dampferfahrt von der fremden 
hydrographischen Litteratur gänzlich unabhängig werden wird. Die Dampfer- 
kapitäne selbst aber, von denen bereits eine grofse Anzahl zu den eifrigsten 
Mitarbeitern der Seewarte zählt, können zu ihrem eigenen Nutzen die Vollendung 
dieses Werkes wesentlich fördern, wenn sie ihre KErfahrungen auf den ver- 
schiedenen Reisen in dem oben angeführten Sinne sammeln und der Seewarte 
zukommen lassen, sei es in Fragebogen, sei es in zwanglosen Berichten. 
Dampferwege von New York nach Westindien, 
Nach „Notice to Mariners“ No, 1467, Washington 1901. 
Die zwischen New York und La Guaira regelmäfsig verkehrenden 
Dampfer der „Red D-Line“ führen nach zwei verschiedenen Fahrplänen ihre 
Rundreisen aus unabhängig von den Jahreszeiten. Zur besseren Uebersicht sind 
beide Wege einzeln beschrieben, und zwar der mit 1 bezeichnete als der Weg 
der grofsen, der mit 2 bezeichnete als der Weg der kleinen Dampfer. 
Weg 1. 
Nach dem Verlassen von New York wird als erstes Land die Insel 
Portorico angesteuert, von der man den 1130 m hohen Berg El Yunque, der 
11 Sm vom Nordostende der Insel sich erhebt, gewöhnlich zuerst sichtet und 
dann nach dem Hafen von San Juan steuert, der der erste Anlaufshafen ist. 
Hierbei kommt zunächst das Fort Morro Castle an der Ostseite der Einfahrt, 
das auf der vor dem Hafen gelegenen und diesen eigentlich bildenden Insel 
Morro sich befindet, als Landmarke in Sicht. Auf der Weiterreise steuert man 
nach dem Verlassen des Hafens von San Juan in mindestens 4 Sm Abstand vom 
Lande westwärts bis nach Kap Borinquen, dem Nordwestende der Insel, wobei 
man nachts das Leuchtfeuer von Arecibo sichtet. 
Von Kap Borinquen wird der Kurs so gesetzt, dafs man die Insel 
Desecheo in 4 Sm Abstand östlich davon passirt und die Insel Mona an der- 
selben Seite in 18 Sm Abstand oder etwa in der Grenze ihres Leuchtfeuers. Der 
weitere Kurs ist rw. S 14°W (mw. SzW!/sW). Dieser Kurs führt in Sicht der 
Insel Buen Ayre, die angesteuert wird, weil sie hoch ist und mit ihren drei 
zuckerhutähnlichen Gipfeln eine gute Landmarke bildet.!) Die Strömungen sind 
80 stark und wechselnd, dafs man vorsichtig sein muß, um nicht westwärts nach 
der Insel Oruba versetzt zu werden. Sobald am Tage die Gipfel von Buen Ayre 
oder nachts das Leuchtfeuer von Klein-Curagao ausgemacht werden, halten 
die Schiffe ab und steuern auf das Westende von Curacao zu. Das Ostende 
dieser Insel endigt in einer langgestreckten Untiefe; vor Canon Point dehnt 
sich ein Riff aus, Die Insel Klein-Curagao ist niedrig und flach, und der 
auf ihrer Mitte stehende Leuchtthurm bildet den einzigen weithin sichtbaren 
Gegenstand. ; 
Die Kapitäne der „Red D-Line“, die mit der Durchfahrt östlich von 
Curacao vollkommen vertraut sind und sie am Tage auch benutzen, ziehen unter 
allen Umständen nachts die Durchfahrt westlich von jener Insel vor, weil dort 
bis dicht an das Land tiefes Wasser ist und die Landmarken sehr in die Augen 
fallen, besonders der zuckerhutähnliche, gut geformte St. Christoffel-Hügel. 
Falls Buen Ayre nachts angelaufen wird, giebt es für die Kapitäne ein 
einfaches Mittel, um den Schiffsort zu bestimmen, weil das Wasser in Lee von 
dieser Insel sehr schlicht ist.”) 
Nach dem Verlassen von Curacao wird ein rw. S 52°O (mw. SO ’/s O)-Kurs 
nach La Guaira gesteuert, auf welchem man mehr oder weniger Strom antrifft, 
i) Nach der engl. Adm-Karte No. 762, West India Islands and Caribbean Sea, Sheet IL, 
London 1876, corr. bis August 1900, führt jener Kurs nicht direkt auf Buen Ayre zu, sonder auf 
die Mitte von Curacao, und er würde ein Schiff unter Berücksichtigung der im Karaibischen Meer 
fast beständig westlich setzenden Strömung westlich von Curacao führen. 
2) Dasselbe dürfte man auch finden, wenn man westwärts verseizt ist und sich anstatt in 
Lee von Buen Ayre in Lee von Curacao befindet.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.