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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1902.
Einzelheiten dieses Manövers sind aus der Skizze auf Tafel 14 ersichtlich. Das
Schiff wurde in 11m Entfernung von dem Steindamm vertäut.
2. Palau-Inseln. Die Hafenzeit ist ungefähr eine halbe Stunde gröfser
als in Yap.
Der Strom im Einfahrtskanal und besonders an der Ecke, an welcher
das Fahrwasser nach Nord umbiegt, ist sehr stark.
Man vermeide auf alle Fälle mit dem Strom einzulaufen, da derselbe
nur in dem engen Einfahrtskanal in Richtung des Fahrwassers, später quer setzt.
S. M. S. „Cormoran“ lief am 12. Januar kurz nach Hochwasser in die
Einfahrt ein und mufste nur einmal das Ruder hart legen. Am 15. wurde drei
Stunden vor Hochwasser ausgelaufen. Die Stromkabbelungen erforderten mehrere
Male das Hartlegen des Ruders, um im Fahrwasser zu bleiben.
Der Hafen von Korror ist sehr geräumig und bietet genügend Schutz;
der Kreuzer ankerte in folgenden Peilungen: Akkabebock Point SO°/ 0, Uruk
Bluff 81/40.
Der Hafen ist auch von NW durch die Passage von Arimolungi zu
erreichen.
Die Karte ist nicht zuverlässig. Es empfiehlt sich, zur Orientirung einen
Eingeborenen eventuell von Yap mitzunehmen.
3. Matelotas-Inseln. Der vom Kreuzer nach der Skizze eines
spanischen Kanonenboots-Kommandanten gewählte Ankerplatz bietet nur geringen
Schutz; die beiden in der spanischen Karte angegebenen Einfahrten sind gefahr-
los zu passiren. Die Skizze Tafel 14, welche der spanischen Karte zu Grunde
gelegt ist, zeigt Ankerplatz, Passagen und die umliegenden Inseln,
Die auf der Brit. Adm-Krt. No. 980 (Tit. XI, No.403) angegebene Nordinsel
ist eine niedrige, mit etwa 100 Fufs hohen Cocospalmen bestandene Korallen-
insel, ähnlich wie Ngulu, und nicht, wie in der Karte verzeichnet, „150 Fuls
hoch“. Die Inseln sind spärlich bewohnt und haben keine Bedeutung.
4. Guam. Die Insel Orobe ist eine gute Ansteuerungsmarke für den
Hafen von San Louis D’Apra. Hat man die nördlich zu lassende schwarze
stumpfe Ansegelungstonne erreicht, bietet das Fahrwasser bis zum Ankerplatz
keine Schwierigkeiten, da die Betonnung unter normalen Witterungsverhältnissen
gut auszumachen ist. Der Kreuzer ankerte in folgenden Peilungen: Cabras-
Insel Westkante NO%4N, Fort St. Cruz SO*%% 45. .
Die Schwierigkeiten der Landung bei Piti sind noch heute (Februar 1902)
so grof, wie sie in der englischen Segelanweisung, neue Ausgabe von 1900,
geschildert sind.
5. Saipan und Tinian. Auf der Fahrt von Guam nach Saipan wurde
durch astronomische Ortsbestimmung die Lage der Nordwestkante der Insel
Tinian um 3 Sm westlicher gefunden.
Auf der Rhede liegt in folgender Peilung: Ankerplatz des Kreuzers
N 101°0 mw., Westkante Managassa S 15° W mw., eine Untiefe mit 1,5 m
Wasser, welche in der Karte nicht verzeichnet ist. Diese Untiefe ist trotz des
Aachen Wassers bei ruhigem Wasser schlecht zu sehen, bei Dünung markirt sie
sich durch Brandung. (Weitere Mittheilungen über diese Untiefe werden even-
tuell seiner Zeit erfolgen. D. Red.) Als S. M. S. „Cormoran“ bei guter Be-
leuchtung auf der Rhede ankerte, ist der Stein von dem Ausguck im Mars auf
300 m Entfernung nicht bemerkt worden, Der augenblicklich in Ponape weilende
Kapitän des amerikanischen Walfischfängers „Gayhead“, Fisher, berichtete hier
mündlich, dafs er vor einigen Jahren trotz Ausgucks im Vortopp mit seinem
Schiff auf diese Untiefe aufgelaufen, aber durch Backbrassen der Segel gleich
wieder freigekommen sel. -
Der Bezirksamtmann hatte auf dem Riff eine Boje ausgelegt, welche
jedoch vertrieben ist.
Die Einfahrt des südöstlich von der Insel Mafiagassa liegenden Hafens
von Tanapag ist, wie aus Skizze auf Tafel 14 ersichtlich, nur für Schiffe von
höchstens 3 bis 3,5m Tiefgang brauchbar.