Die Witterung. an der deutschen Küste im April 1902,
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Druckes über dem Ozean allmählich über die Britischen Inseln südwärts, und
es breitete sich die Depression am Schlusse des Monats über Mitteleuropa aus,
so dafs, nachdem bereits am 29. ostwärts bis zur Kieler Bucht Regen gefallen
war, am 30. Regenfälle an der ganzen Küste: eintraten.
Neuere Veröffentlichungen.
Hann, Dr., Julius, Professor an der Universität in Wien: Lehrbuch der
Meteorologie. Leipzig 1901. Chr. Herm. Tauchnitz. 8°. 805 Seiten.
Alle, denen des Verfassers arbeitsames Leben voll rastloser Thätigkeit und seine grofse
wissenschafıliche Erfahrung bekannt sind, wird es nicht überraschen, dafs sein reiches Wissen und
las Bestreben, seine Erkenntnifs rückhaltlos darzubieten, die Grenzen durchbricht, welche ursprünglich
jem . Umfange des Werkes gesetzt waren, sobald Herr Professor Hann die Vorführung eines
Wissensgebietes in Angriff nimmt, So ist es bereits bei der, ersten Auflage von Hanns „Handbuch
der Klimatologie“ geschehen, das in zweiter Auflage einen noch gröfseren Umfang gewonnen, so
auch bei dem neueren Werke dieses Verfassers, dem „Lehrbuch der Meteorologie“, Die in diesem
„Lehrbuch“ behandelten Wissenszweige sind nun so eingehend und erschöpfend unter Einfügung zahl-
reicher Literaturnachweise vorgetragen, dafs demselben mit gleichem Rechte der Titel „Handbuch“
hätte zugelegt werden können. Gewahrt geblieben ist aber diesem Werke. die methodische Ent-
wickelung und Gliederung eines Lehrbuches.
In Rücksicht auf das „Handbuch der Klimatologie“ des gleichen Verfassers konnte die
Mittheilung der Ergebnisse dieses Theiles der Meteorologie in dem vorliegenden Lehrbuche auf das
absolut Nöthigste beschränkt werden. Auch die meteorologischen Instrumente haben in diesem
Werke, so weit es ihre Konstruktionen betrifft, nur in der Darstellung der allgemeinen Prinzipien
derselben Berücksichtigung gefunden, Dagegen ist eingehend und kritisch beleuchtet worden: mit
welcher Genauigkeit die Instrumente die meteorologischen Elemente erkennen lassen und auf welche
Gesichtspunkte bei ihrer Aufstellung besondere Rücksicht zu nehmen ist, Nicht behandelt
sind auch die Witterungsprognosen und das damit Zusammenhängende im Hinblick auf die ver-
schiedenen dieses Gebiet im Besonderen vorführenden mehr oder weniger umfangreichen Werke,
Gewidmet ist in erster Linie das Buch der Meteorologie im engeren Sinne als einem Zweige der
reinen Physik und welche ihre Lehrsätze zumeist der Anwendung physikalischer Methoden verdankt,
Vor Allem sind hier daher die allgemeineren Lehren der Meteorologie, die einzelnen Erscheinungen
der Atmosphäre an sich und in ihrer physikalischen Beziehung, dagegen von Witterungsperioden
und ihnen Verwandtem nur das, was allgemeine Gesichtspunkte eröffnet, eindringend bearbeitet worden.
So gliedert sich denn nach einer Einleitung über die Aufgabe der Meteorologie, den räum-
lichen Schauplatz der meteorologischen Elemente, die Wärmequellen für die Erdatmosphäre das
Werk in folgende Haupttheile: I. Die Temperaturverhältnisse der festen und flüssigen Erdoberfläche
und der Atmosphäre; II, Der Luftdruck; III. Der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre und dessen
Folgeerscheinungen; IV. Die Erscheinungen der Luftbewegung; V. Die atmosphärischen Störungen,
und in einen Anhang: Einige der wichtigsten mathemathisch-physikalischen Theorien. Das Buch ist
ilustrirt durch zahlreiche Abbildungen und Beifügung von 8 Tafeln und 15 Karten. Die Abbildungen
sind zum Theil den Originalabhandlungeu, zum Theil auch anderen die Meteorologie behandelnden
Werken meist mit Quellenangabe entnommen. Dabei sei nebensächlich bemerkt, dafs die Dar-
stellung der Windverhältnisse des Atlantischen Ozeans auf Seite 452 und 453 in dieser karto-
zraphischen Projektion allerdings in dem Buche Angot: „Meteorologie“ enthalten ist, dafs aber
diesen Karten Angots die entsprechenden Karten des „Segelhandbuches für den Atlantischen Ozean“
der Seewarte zu Grunde gelegt sind.
Für Diejenigen, welche nicht den Vorzug haben, den Verfasser und seine mannigfachen Ver-
öffentlichungen zu kennen, sei die peinliche Objektivität hervorgehoben, mit der in dem Buche die
verschiedenen, manchmal sich etwas entgegenstehenden Anschauungen in volles und gleichmäfsiges
Licht gestellt sind.
Das Buch giebt den Stand der Meteorologie zur Zeit seines Abschlusses im Spätsommer 1900
in. erschöpfender Klarheit und mit grofser Anregung zur Weiterarbeit wieder. Es wird bei Keinem
fehlen. dürfen, der in der Meteorologie selbst oder auf Gebieten, die zur Meteorologie in Beziehung
stehen, arbeitet. Insbesondere aber wird es noch für die Orientirung vor dem Unterricht hoch-
zuschätzen sein; eine Orientirung nach diesem Werke wird manche Unklarheit oder auch Schiefe
der Darstellung verhindern, wie sie manche anderen Lehrbücher, besonders Solche, die die Meteoro-
logie: nur nebenbei behandeln, ‚eher zu erzeugen als zu beseitigen geeignet erscheinen, Hr.
Wissenschaftliche Ergebnisse der Deutschen Tiefsee-Expedition auf dem Dampfer
„Valdivia‘* 1898-—1899. Im Auftrage des Reichsamts des Innern heraus-
gegeben von Carl Chun, Professor der Zoologie in Leipzig, Leiter der
Expedition. Erster Band: Oeceanographie und Maritime Meteorologie, im
Auftrage des Reichs-Marine-Amts bearbeitet von Dr. Gerhard Schott,
Assistent bei der Deutschen Seewarte in Hamburg, Mitglied der Expedition.
4°, 403 Seiten, 26 Tafeln und 35 Figuren im Text. Hierzu ein Atlas,
XXXX Tafeln (Karten, Profile, Maschinenzeichnungen u. 8. w.). Gustav
Fischer, Jena. 1902,
Weit über die Grenzen der reinen Berichterstattung über die unmittelbaren Ergebnisse der
auf der Expedition ausgeführten Untersuchungen des betreffenden Wissensgebietes geht der Inhalt