320 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1902,
der 1. und 14. an der preufsischen Küste, der 15. und 16. an der ganzen Küste,
der 19. und 20. an der Ostsee, der 21, von der Oder ostwärts, der 22,, 23. und
meist auch der 24. an der Ostsee, der 26. ostwärts bis Pommern, der 27, ost-
wärts bis Rügen, der 28. an der ganzen Küste und der 29, über Rügen und
Pommern.
Im Bereiche zweier am 1. und 2, bezw. am 3, und 4. von der Nordsee
ostwärts längs der Küste nach Westrussland schreitender Theilminima herrschte
an der Küste an diesen Tagen trübes Wetter mit Niederschlägen; während des
Vorüberschreitens führten westliche Winde an der Ostsee-Küste etwas wärmeres
Wetter herbei, und auf der Rückseite traten in dem angegebenen Umfange am
2, und 4, wie noch am 5. an der preufsischen Küste vielfach steife bis stürmische
Winde aus dem Nordwestquadranten auf.
Nachdem noch am 5. bei Winden aus nördlichen Richtungen Nieder-
schläge an der ganzen Küste aufgetreten waren, erfolgte ein Umschwung der
Witterung. Auf ein am 6. ostwärts Norddeutschland durchquerendes Minimum,
das stürmische östliche Winde ostwärts bis zur Elbe und weitere Niederschläge
an der Nordsee im Gefolge hatte, folgte ein intensives Hochdruckgebiet, das
seinen Kern vom Ozean nach den Britischen Inseln verlagerte; es breitete sich
rasch über Kontinentaleuropa aus, und es erhielt sich hier der Luftdruck bis
zum 10. hoch, am höchsten in einem von den Britischen Inseln nach Südost-
europa reichenden Rücken hohen Druckes. Bei vorwiegend schwachen, bis zum
9. meist nördlichen, dann veränderlichen Winden traten noch am 7. und 8. an
Theilen der Küste Niederschläge auf, während die ostdeutsche Küste bereits
am 6, bis 8, heiteres Wetter hatte; dann trat am 9. an der ganzen Küste
heitere und trockene Witterung ein, die meist die niedrigsten Temperaturen
des Monats brachte. Auch der 10. war trocken und vorwiegend heiter. An
diesem Tage entwickelte sich ein intensives Hochdruckgebiet über Nordost-
europa, während sich gleichzeitig eine Depression von Südwesten her über
ganz Kontinentaleuropa ausbreitete, so dafs Winde aus östlichen Richtungen
eintraten.
Bis zum 16, erhielt sich die Küste dann im Bereiche hohen, von Nord-
osteuropa in wechselnder Erstreckung über Mitteleuropa ausgebreiteten Luft-
üruckes, so dafs anhaltend Winde aus östlichen Richtungen herrschten, die
wärmeres Wetter herbeiführten. Depressionen über dem Westen Kontinental-
europas und zeitweise über der Nordsee riefen, wie im Eingang angegeben,
vielfach am 11. und 14. bis 16. starkes Auffrischen der südöstlichen Winde an
der Küste, besonders im Westen, hervor; Niederschläge traten am 11. bis 13.
an der westdeutschen Küste auf, sonst war die Witterung trocken und am 11.
und 14. an der preufsischen Küste, am 15. und 16. an der ganzen Küste heiter.
Nachdem bereits am 16. niedriger Luftdruck von Süden und von der
Nordsee her über Kontinentaleuropa vorgedrungen war, lagen am 17. über
Mitteleuropa flache, wenig umfangreiche Minima; das Hochdruckgebiet im Nord-
osten hatte seinen Einflufs auf Mitteleuropa verloren. Es drang am 18. ein
neues Maximum von Frankreich nach Mitteleuropa vor, von wo es sich rasch
über Skandinavien ausbreitete und mit dem Hochdruckgebiet über Russland in
Verbindung trat. Der hohe Luftdruck verlagerte seinen Kern dann nach Nord-
Skandinavien und blieb von dort zunächst über Kontinentaleuropa und späterhin
über dessen Osten bis zum 24. ausgebreitet, gegenüber einer vom Ozean in
wechselnder Erstreckung bis zur Nordsee und Frankreich reichenden Depression.
Auf trübe, aber trockene Tage am 17. und 18. mit leichten veränderlichen
Winden folgten an der Ostsee bis zum 24, weitere trockene und meist heitere
Tage, während am 20. und 21. an der westdeutschen Küste und dann an der
westlichen Nordsee täglich Regenfälle stattfanden; im Bereiche eines flachen
Ausläufers hatte die Nordsee-Küste spät abends am 20. weitverbreitete Gewitter.
Regenfälle in gröfserer Verbreitung führte eine am 25, fast ganz Konti-
nentaleuropa bedeckende Depression herbei, worauf ein sich zunächst von Nord-
westen her über Europa südwärts bis Mitteldeutschland ausbreitendes Hoch-
druckgebiet am 26, bis 28, wieder trockenes und meist heiteres Wetter bei
zunächst vielfach frischen nordöstlichen und östlichen und späterhin leichten
Winden aus nördlichen Richtungen brachte. Bei dem Herannahen einer De-
pression im Nordwesten über dem Ozean verlagerte sich der Kern hohen