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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die elektrischen Anlagen des Schnelldampfers „Deutschland“. 
tragen, die durch ein Gitter aus Metall geschützt sind. In der Nähe der Lade- 
ljuken und der gleichfalls auf dem Promenadendeck befindlichen Kohlenpforten 
sind wasserdichte Anschlufsdosen vorgesehen zum Anschlusse von Handlampen 
und Sonnenbrennern, welche beim Laden und Löschen sowie bei der Kohlen- 
übernahme oder :auch bei besonderen Gelegenheiten zur Beleuchtung des 
Promenadendecks Verwendung finden. 
Auch sämmtliche Signallichter werden durch elektrische Lampen bethätigt, 
so insbesondere die beiden Positionslaternen und die Topplaterne. Letztere 
wird mittels eines Seiles am Maste befestigt, wobei die Stromzuführung durch 
ein bewegliches Kabel erfolgt. Damit der Kapitän oder wachhabende Offizier 
eine ständige Kontrole darüber hat, dafs diese für die Sicherheit des Schiffes 
jufserst wichtigen Lampen richtig brennen, sind sie mit einem auf der 
Kommandobrücke befindlichen elektromagnetischen Kontrolapparat direkt ver- 
bunden. Dieser Apparat besitzt drei Oeffnungen, die, mit weilßser, rother und 
grüner Glasscheibe verschlossen, so lange leuchten, als. die zugehörigen Signal- 
lampen. brennen, von denen aber diejenige Scheibe sofort erlischt, bei welcher 
der Stromkreis der zugehörigen Signallaterne unterbrochen wird. Die Heck- 
iaterne sowie einige Lampen auf dem Vorder- und Achterdeck sind ähnlich wie 
die Maschinenraumleuchter konstruirt. 
Die Kraftübertragungsanlage des Schnelldampfers „Deutschland“ umfafst, 
wie bereits bemerkt, 23 Motore. Mehr als die Hälfte derselben dient zum An- 
triebe von Ventilatoren der verschiedensten unteren Schiffsräume. So besorgen 
zwei dieser Ventilatoren, welche im Oberdeck aufgestellt sind, die Lufterneuerung 
in den Wohnräumen der Maschinisten und Heizer. Vier andere gröfsere 
Ventilatoren dienen zur Lüftung eines Theiles der Kesselräume. Die Motoren, 
deren Wellen direkt mit den Achsen der Ventilatorflügel gekuppelt sind, wurden 
hängend an der Decke der Kesselräume selbst angebracht. Trotz des hier 
natürlich fortwährend vorhandenen Kohlenstaubes und der unvermeidlichen An- 
sammlung von Feuchtigkeit und Schmutz arbeiten diese Motoren ohne erhebliche 
Wartung und Beaufsichtigung fortdauernd durchaus zufriedenstellend. 
Außer verschiedenen Aufzügen für Kohlen sowie für Postsachen und 
Proviant wird auch‘ in der Konditorei eine Knetmaschine direkt durch einen 
Elektromotor unter Zwischenschaltung einer Schneckenradübersetzung angetrieben. 
Der Anlafswiderstand befindet sich neben dem Motor und wird ohne Weiteres 
durch den Konditor selbst bethätigt, das beste Zeugnifs dafür, wie einfach ein 
elektromotorischer Betrieb sich gestalten läfst. In den Maschinenräumen sind 
ferner zwei elektrisch betriebene Bohrmaschinen aufgestellt, welche zur Vor- 
nahme kleinerer Reparaturen im Hafen sowohl wie auch insbesondere während 
der Reise dienen. Infolge ihres gedrängten Baues läfst sich die ganze Bohr- 
maschine, falls es erforderlich sein sollte, auch ohne Weiteres nach einer anderen 
Stelle des Schiffes versetzen. Sobald dann hier der Motor an das Zuleitungs- 
netz angeschlossen ist, kann die Bohrmaschine sofort wieder in Betrieb ge- 
nommen werden, 
Die vorstehende Beschreibung dürfte zeigen, welche aufserordentlichen 
Vortheile die elektrische Anlage an Bord gegenüber der alten Beleuchtung 
bietet; nicht allein ist dabei die gröfsere Annehmlichkeit derselben in Betracht 
zu ziehen, sondern sie gewährt in mancher Hinsicht auch gröfsere Sicherheit 
für Schiff und Passagiere. Hr. 
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Kleinere Mittheilungen. 
Dampferwege von Colombo nach Aden. (Nach „Notice to Mariners“ 
No. 367. Washington 1902.) Die folgenden Anweisungen sind für Dampfer von 
mäfsiger Maschinenstärke und geringem Kohlenvorrath bestimmt, die die Arabische 
See mit westlichen Kursen während der Zeit der Südwestmonsune kreuzen müssen. 
Allgemein wird von den Seefahrern der Weg von Colombo nach Aden 
über Bombay und den nördlichen Theil des Arabischen Meeres nicht angerathen; 
e8 soll vielmehr entweder der direkte südliche Weg oder derjenige über die 
Seychellen eingeschlagen werden. Schiffe von mäfsiger Maschinenstärke und
	        
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