Die elektrischen Anlagen des Schnelldampfers „Deutschland“.
tragen, die durch ein Gitter aus Metall geschützt sind. In der Nähe der Lade-
ljuken und der gleichfalls auf dem Promenadendeck befindlichen Kohlenpforten
sind wasserdichte Anschlufsdosen vorgesehen zum Anschlusse von Handlampen
und Sonnenbrennern, welche beim Laden und Löschen sowie bei der Kohlen-
übernahme oder :auch bei besonderen Gelegenheiten zur Beleuchtung des
Promenadendecks Verwendung finden.
Auch sämmtliche Signallichter werden durch elektrische Lampen bethätigt,
so insbesondere die beiden Positionslaternen und die Topplaterne. Letztere
wird mittels eines Seiles am Maste befestigt, wobei die Stromzuführung durch
ein bewegliches Kabel erfolgt. Damit der Kapitän oder wachhabende Offizier
eine ständige Kontrole darüber hat, dafs diese für die Sicherheit des Schiffes
jufserst wichtigen Lampen richtig brennen, sind sie mit einem auf der
Kommandobrücke befindlichen elektromagnetischen Kontrolapparat direkt ver-
bunden. Dieser Apparat besitzt drei Oeffnungen, die, mit weilßser, rother und
grüner Glasscheibe verschlossen, so lange leuchten, als. die zugehörigen Signal-
lampen. brennen, von denen aber diejenige Scheibe sofort erlischt, bei welcher
der Stromkreis der zugehörigen Signallaterne unterbrochen wird. Die Heck-
iaterne sowie einige Lampen auf dem Vorder- und Achterdeck sind ähnlich wie
die Maschinenraumleuchter konstruirt.
Die Kraftübertragungsanlage des Schnelldampfers „Deutschland“ umfafst,
wie bereits bemerkt, 23 Motore. Mehr als die Hälfte derselben dient zum An-
triebe von Ventilatoren der verschiedensten unteren Schiffsräume. So besorgen
zwei dieser Ventilatoren, welche im Oberdeck aufgestellt sind, die Lufterneuerung
in den Wohnräumen der Maschinisten und Heizer. Vier andere gröfsere
Ventilatoren dienen zur Lüftung eines Theiles der Kesselräume. Die Motoren,
deren Wellen direkt mit den Achsen der Ventilatorflügel gekuppelt sind, wurden
hängend an der Decke der Kesselräume selbst angebracht. Trotz des hier
natürlich fortwährend vorhandenen Kohlenstaubes und der unvermeidlichen An-
sammlung von Feuchtigkeit und Schmutz arbeiten diese Motoren ohne erhebliche
Wartung und Beaufsichtigung fortdauernd durchaus zufriedenstellend.
Außer verschiedenen Aufzügen für Kohlen sowie für Postsachen und
Proviant wird auch‘ in der Konditorei eine Knetmaschine direkt durch einen
Elektromotor unter Zwischenschaltung einer Schneckenradübersetzung angetrieben.
Der Anlafswiderstand befindet sich neben dem Motor und wird ohne Weiteres
durch den Konditor selbst bethätigt, das beste Zeugnifs dafür, wie einfach ein
elektromotorischer Betrieb sich gestalten läfst. In den Maschinenräumen sind
ferner zwei elektrisch betriebene Bohrmaschinen aufgestellt, welche zur Vor-
nahme kleinerer Reparaturen im Hafen sowohl wie auch insbesondere während
der Reise dienen. Infolge ihres gedrängten Baues läfst sich die ganze Bohr-
maschine, falls es erforderlich sein sollte, auch ohne Weiteres nach einer anderen
Stelle des Schiffes versetzen. Sobald dann hier der Motor an das Zuleitungs-
netz angeschlossen ist, kann die Bohrmaschine sofort wieder in Betrieb ge-
nommen werden,
Die vorstehende Beschreibung dürfte zeigen, welche aufserordentlichen
Vortheile die elektrische Anlage an Bord gegenüber der alten Beleuchtung
bietet; nicht allein ist dabei die gröfsere Annehmlichkeit derselben in Betracht
zu ziehen, sondern sie gewährt in mancher Hinsicht auch gröfsere Sicherheit
für Schiff und Passagiere. Hr.
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Kleinere Mittheilungen.
Dampferwege von Colombo nach Aden. (Nach „Notice to Mariners“
No. 367. Washington 1902.) Die folgenden Anweisungen sind für Dampfer von
mäfsiger Maschinenstärke und geringem Kohlenvorrath bestimmt, die die Arabische
See mit westlichen Kursen während der Zeit der Südwestmonsune kreuzen müssen.
Allgemein wird von den Seefahrern der Weg von Colombo nach Aden
über Bombay und den nördlichen Theil des Arabischen Meeres nicht angerathen;
e8 soll vielmehr entweder der direkte südliche Weg oder derjenige über die
Seychellen eingeschlagen werden. Schiffe von mäfsiger Maschinenstärke und