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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1902,
Ueber die Stromleitungen sei zunächst bemerkt, dafs Hin- und Rück-
leitung dicht bei einander liegen, so dafs also eine Beeinflussung der Kompasse
durch den Leitungsstrom ausgeschlossen ist.
Die Hauptleitungen bestehen, so weit sie durch die Kessel- und Maschinen-
räume und durch die Kohlenbunker führen, aus gummiisolirten, eisendrahtarmirten
Bleikabeln, die mit Schellen zus verzinktem Bandeisen am Schiffskörper befestigt
sind. In den übrigen Räumen sind als Hauptleitungen Drähte mit einer starken
nahtlosen Gummiisolirung in imprägnirten Holzleisten verlegt. Bei Durchführung
der Leitungen durch wasserdichte Schottwände sind dieselben mittels in die
Schottwand eingesetzter Stopfbuchsen aus Metall gedichtet.
In den Maschinen- und Kesselräumen sind die Hauptleitungen zur gröfseren
Sicherung des Betriebes als Ringleitungen ausgebildet, in welche wasserdichte
Abzweigkästen für die einzelnen Lampenleitungen eingeschaltet sind. Jeder
solche Kasten enthält acht Abzweige für je eine Lampe und die hierzu nöthigen
Sicherungen und Ausschalter. Die’ Kabel sind durch Stopfbuchsen wasserdicht
in den Kasten eingeführt, dessen Deckel mittels einer Gummieinlage und
zweier Scharnierschrauben gleichfalls wasserdicht geschlossen werden kann.
Jede der von diesen Kästen ausgehenden Leitungen besteht aus doppeladrigem
eisendrahtarmirten Bleikabel von zweimal 1,5 qmm Kupferquerschnitt.
Die Maschinen- und Kesselraumleuchter besitzen wasserdichte Schutzgläser
mit Schutzkörben., Sie sind entweder unmittelbar an der Schottwand befestigt
(Fig. 2) oder, falls sie mehr in der Mitte des Maschinenraumes sitzen, an ent-
sprechend lange, gebogene Gasrohre, in deren Innerem das
Leitungskabel weitergeführt ist, angeschlossen. In jedem
Falle erfolgt die Einführung der Kabel wasserdicht. Aufser
den festen Lampen sind noch zahllose Anschlulsdosen für
transportable Handlampen vorhanden. In ähnlicher Weise
ist auch die Beleuchtung in den Wellentunneln, in den
Lasten u. s. w. ausgeführt, wobei theilweise die Beleuchtungs-
körper mit Reflektorschirmen versehen sind.
. Wie die Abzweigkästen in den Maschinen- und Kessel-
Fig. 2. räumen, so bilden in dem gesammten übrigen Schiffe Stations-
kästen die Vertheilungsstationen, von denen aus die Leitungen zu den Lampen
führen. Hier ist jedoch immer eine gröfsere Anzahl Lampen gemeinsam an
einen Stromkreis angeschlossen. Die Stationskästen sind derartig vertheilt,
dafs diejenigen Räume, welche durch ihre Lage oder Verwendungsart ein ein-
heitliches Ganzes bilden, immer einen Stationskasten besitzen. Jeder derartige
Kasten enthält die erforderlichen Schaltungen und Sicherungen und umfalst so-
wohl die allgemeine Beleuchtung als die Polizei-Beleuchtung, für die auf der
Rückseite getrennte Schienen mit gesonderter Stromzuführung vorhanden sind.
Jede Passagierkammer besitzt eine Lampe mit zwei Wechselschaltern,
deren einer an der Thür, der andere am Kopfende der Koje angebracht ist,
ferner eine Anschlulsdose für Brennscheerenwärmer und Zimmerventilator. Die
Luxuskammern sind ihrer Bezeichnung entsprechend reicher mit elektrischem
Licht versehen, desgleichen die Wohnräume des Kapitäns, des Ingenieurs, des
Obermaschinisten, des I. Öffiziers und des Arztes. Die Luxuskammern besitzen
auflserdem eine elektrische Heizung, und zwar einen Ofen im Wohn- und Schlaf-
raume aufgestellt und einen Ofen im Badezimmer. Diejenigen Passagier-
kammern, welche nach aufsen gelegen sind, also Tageslicht besitzen, sind an
die allgemeine Beleuchtung angeschlossen, die nach innen liegenden, also auch
am Tage dunklen Kammern, dagegen an die Polizei-Beleuchtung.
Der hohen Eleganz der für die allgemeine Benutzung der Kajütspassagiere
bestimmten. Räume ist natürlich auch die Beleuchtung derselben angepafst.
Die Lampen in den Räumen für die Zwischendeckspassagiere sind wie
die Maschinenraumleuchter mit wasserdichten Schutzgläsern und Körben ver-
sehen. Sie haben aber aufßserdem ein gulseisernes Schutzgehäuse, das geöffnet
wird, so lange die Räume mit Passagieren belegt sind, das dagegen geschlossen
werden kann, wenn diese Räume gegebenenfalls zur Verstauung von Ladung
Verwendung finden.
Auf dem eigentlichen frei gelegenen Promenadendeck sind besondere, flach
gehaltene wasserdichte Beleuchtungskörper angebracht, deren Deckel Glasschalen
(*