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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

308 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1902, 
Wasser gegeben worden wäre durch eine automatische Vorrichtung entweder zu 
Lime Point oder Point Diablo und zugleich der Dampfer „Rio de Janeiro“ mit einem 
Apparat versehen geweseh wäre, mittels dessen der Ton durch das Wasser auf 
ihm hörbar gemacht worden wäre, der starke Strom die Fortpflanzung des 
Tones erleichtert haben und im Wasser ein gröfseres Gebiet der Hörbarkeit 
entstanden sein würde, während in der Luft die Nebelsignale unhörbar blieben. 
Professor Mc Adie spricht damit einen Gedanken aus, dessen Aus- 
führung von anderer Seite bereits in Angriff genommen, so weit es sich auf die 
Uebermittelung von Schallsignalen nach Schiffen durch das Wasser überhaupt 
bezieht. 
Ueber die Hörweite der Schallsignale bei verschiedenen Zuständen der 
Atmosphäre sind in Europa insbesondere von Herrn Professor Dr. H. Mohn 
in Christiania Untersuchungen ausgeführt und eine eingehendere Diskussion 
daran angeknüpft. Diese Untersuchungen sind in den „Ann. d. Hydr. ete.“, 
1892, 1893 und 1895 veröffentlicht. Der Unfall des Dampfers „Rio de Janeiro“ 
weist wieder auf die grofse Berechtigung der Aeufserung Mohns') hin, dafs es 
„in Bezug auf die Navigation im Nebel von gröfster Wichtigkeit ist, dafs hand- 
greifliche Beweise für die Kürze der Hörweiten in solcher Weise gebracht 
werden, dafs der Seemann die Ueberzeugung gewinnen kann, dals der Schall 
sich nicht in derselben Weise wie das Licht seinen Weg bricht und daß die 
Schallsignale oft eine unerwartet kleine Hörweite besitzen.“ Hr. 
Einiges über Nauru (Pleasant Island). 
Ueber das Klima auf der einsam im weiten Ozean liegenden Insel Nauru 
giebt eine von E. Knipping ausgeführte Zusammenstellung („Ann. d. Hydr. etec.“, 
1899, S. 369) einen Anhalt. Diesen Angaben einige persönlich gemachte Beob- 
achtungen über diese Insel sowie über Wind und Meeresströmungen als Er- 
gänzungen anzureihen, erscheint wohl angebracht. 
Die Insel Nauru wurde von mehreren Entdeckern mit verschiedenen 
Namen belegt als Nawodo, Shank Island und Pleasant Island, von denen sich 
die letzte Bezeichnung lange Zeit behauptet hat. „Nauru“ ist der Name, mit 
welchem die Eingeborenen ihr Heimathland bezeichnen, welcher der gültige 
bleiben wird, nachdem die Insel deutscher Besitz geworden ist. 
Entdeckt wurde Nauru zuerst im Jahre 1798 von Kapt. Fearn, der ihr 
auch den Namen Pleasant Island beilegte. 
Nauru, auf 0° 25‘ S-Br, 167° 2’ O-Lg gelegen, erscheint jedem dort an- 
laufenden Seefahrer als ein mit voller Tropenpracht geschmücktes Fleckchen 
Erde, was um so auffallender ist, als gleich einsam, ebenfalls nahe dem Aequator 
gelegene Inseln, wie Baker Island 0° 11‘ N-Br, 158° 40‘ W-Lg und Jarvis Island 
0° 22‘ S-Br, 159° 58‘ W-Lg, wenig oder keine Vegetation aufweisen. Der Grund 
dafür, dafs auf Nauru sich eine so blühende Flora entfalten konnte, liegt in der 
Beschaffenheit des Bodens, der vulkanischen Ursprunges ist. Dazu tritt der für 
Nauru charakteristische Umstand, dafs, so klein diese Landfläche auch ist, da- 
selbst ausreichender Regen fällt. Die beiden inmitten der Insel befindlichen 
150 Fufs hohen Hügel sind ehemalige Krater, in deren Vertiefungen heute sich 
kleine Kraterseen befinden. Die etwa 15 Sm im Umfang grofse Insel umgiebt 
ein 2C0 m breites Korallenriff, das steil zu grofser Tiefe abfällt und einem 
Schiffe nirgendwo Ankergrund darbietet. 
Steile 5 bis 7 m hohe Korallenklippen geben Zeugnifs davon, dafs vulka- 
nische Kraft die früher viel kleinere Landfläche gehoben hat, 
Die Bevölkerung der Insel Nauru hat sich aus vor langer Zeit auf See 
vertriebenen Gilbert-Insulanern entwickelt; namentlich waren es Bewohner der 
unter dem Aequator gelegenen Inseln dieser Gruppe, die einstmals in leichten 
Kanus, durch die starke Aequatorialströmung abgetrieben, dem Zufall danken 
konnten, dafs sie diese kleine Insel erblickten und dort Rettung fanden. 
5) „Ann. d, Hydr, ete.“, 1895, S. 371.
	        
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