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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Annalen: der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1902, 
bessern, ‚so deuten sie doch entschieden darauf hin, dafs der Betrag der Säkular- 
änderung der Deklination in’ den südlichen Meeren ein anderer sein mufs als 
bisher: angenommen. Es wird Sache der jetzt auf dem Felde ihrer Thätigkeit 
sich befindenden Südpolar-Expeditionen sein, ‚hierüber gröfsere Aufklärung zu 
schaffen. 
Eigenthümlich ist die Differenz der an der afrikanischen Ostküste an 
Bord beobachteten Deklination mit den Beobachtungen am Lande, nach welchen 
die Isogonen gezogen sind. Ob an dieser Küste Störungen vorliegen, die den 
Verlauf der magnetischen Linien am Lande etwas anders erscheinen lassen als 
auf- See, „wie auch schon anderweitig vermuthet ist, bedarf weiterer. Unter- 
suchungen. 
Deviationsbestimmung der Kompasse durch Schwingungszeiten. 
Die Deviation der Kompasse wird bekanntlich durch die Formel 
d=— A-+Bsinf + Cocos? + Dsin2$ + E cos 2 
dargestellt. Bei einem in der Mittschiffslinie aufgestellten Kompafs, für den die 
vorhandenen eisernen Massen symmetrisch liegen, werden die Koefficienten A 
and E gleich Null, so dafs dann die Formel vereinfacht wird in: 
dd + Bsinf‘ + C.cos&' + D-sin2% 
worin & der Kompafskurs des Schiffes ist. Aus der Formel folgt, dafs. der 
Koefficient. B gleich der Deviation auf Ostkurs oder auf Westkurs mit umge- 
kehrten Zeichen ist.. Der Koefficient C ist die Deviation auf Nordkurs oder 
auf Südkurs mit umgekehrten Zeichen, und D stellt die viertelkreisartige 
Deviation dar. 
Um die Aenderung der Deviation auf See verfolgen zu können, ist es 
nothwendig, die Koefficienten B, C und D zu kennen, deren Bestimmung am 
einfachsten durch Schwaien des Schiffes und gleichzeitige Peilungen nach Land- 
objekten oder Gestirnen geschieht. Es kommt jedoch bisweilen vor, dals diese 
Methode nicht angewandt werden kann; dann bietet z. B. der Deflektor ein ge- 
eignetes Hülfsmittel zur Bestimmung der Deviation und der Kompafsregulirung. 
Neuerdings giebt Herr J. P. F. van der Mieden’) auch eine Methode, 
mit welcher ohne weitere Hülfsmitte} aus den Schwingungszeiten der Kompafs- 
rose auf den vier Hauptkursen die Koefficienten B, C und D berechnet werden 
können. 
Es ist die Schwingungszeit T = x Ve worin 1 eine von der Konstruk- 
tion der Rose abhängige Konstante und g die Beschleunigung bedeutet, welche 
durch die magnetische Richtkraft der abgelenkten Magnetnadel ertheilt wird. 
Bezeichnet man die Schwingungszeit der Rose bei Nordkurs mit T1, bei Südkurs 
mit T, und mit gn und g,; die entsprechende Beschleunigung, so erhält man 
Taf __ 88 
Ts®2 gun 
Bezeichnet man ferner das Mittel der Richtkraft bei Nord- und Südkurs 
mit k und die Veränderung, welche die Richtkraft auf Nord und Süd erleidet, 
mit a, dann ist diese Kraft auf Nord k + a, die die Beschleunigung gn, und auf 
Süd k— a, die die Beschleunigung gs hervorbringt. Man erhält demnach: 
gs _k—a _ Taß 
in k+a ni? 
woraus durch einfache Umformung 
A 
Ts? — Ta? 
Ti T,? 
„De Zee“, Jahrgang 1902, Seite 159 bis 168.
	        
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