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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Koldewey: Magnetische Beobachtungen an Bord der „Valdivia“, 
303 
Aus den je 22 Gleichungen, die von den ermittelten Werthen von B 
und € gebildet werden können (die letzte Bestimmung im Kanal ist als zu 
ungenau ausgelassen), sind unter Zugrundelegung der den neuesten magnetischen 
Karten entnommenen. Werthe der magnetischen. Horizontalintensität H: und der 
Inklination die Unbekannten 
<£P SQL 
AO0R AO ROR OA 
nach der Methode der kleinsten Quadrate berechnet und folgende Werthe gefunden: 
© ! Lin P RL NY NL A 
zT + 0,029: a 0,002 x = — 0,153 > 0,047 % -+ 0,007 1 + 0,014 
oder in Graden ausgedrückt 
SO oo fo Page Ss zg IL 0 Vz ° 
x +17 X 0,1 (Sn 8,9 x = 2,8 x = + 0,4 x = +08 
so dafs. der: Werth: der Koeffizienten B. und: C für jeden Schiffsort dargestellt 
wird durch die Formeln: ; 
B = 4 1,7° tang J — 8,9° x — 0,4° sec S cos $p 
C = — 0,1° tang J — 2,8° x +4 0,8° sec J cos &p 
Berechnet man hiernach B und € für jeden Orf einer Rundschwaiung und 
vergleicht die so erhaltenen Werthe mit den wirklich beobachteten, so ergeben 
sich folgende Differenzen, Beobachtung—Rechnung; in Graden ausgedrückt: 
fürB: —11 +04 +04 —03 +14 +03 +1L2 +02 +03 —08 TE 
—03: +08 +02 —02. +03. —07 —02 —01 —038 —06 #07. —08 
mit einem wahrscheinlichen Fehler einer. Bestimmung‘ von +4 0,44 
für Cr: +03: +05 —09 +03 —08 H+01 —06 +08 —09 —02 —1,2 
—03 —01 +02 +18 +05 +03 —04 +02 +10 +05 +08 
mit einem wahrscheinlichen Fehler einer Bestimmung von. + 0,48: 
Aus diesen Abweichungen, die keinen regelmäfsigen Gang mehr erkennen 
lassen, geht zunächst hervor, dafs eine Aenderung im magnetischen Zustande 
des‘ Schiffes;. so weit es. sich um.den permanenten Magnetismus handelt,. in Bezug 
auf seine Wirkung‘ auf den Kompafs während der ganzen Reise nicht, statt- 
gefunden. hat: Wenn der wahrscheinliche Fehler etwas gröfser ist, als er nach 
der Genauigkeit, mit‘ der die Koeffizienten B und C bestimmt wurden, sein 
sollte, so- ist dies‘ lediglich dem Umstande zuzuschreiben, dafs das’ Glied der 
Formeln über den‘ remanenten‘ Magnetismus, wegen‘ der‘ verschiedenen KEr- 
schütterungen, denen das Schiff während der Reise ausgesetzt ist und einer 
gewissen. Unsicherheit. wegen des vorher gesteuerten. Kurses: nun als. eine An- 
näherung‘ zu betrachten ist.!) Unter Berücksichtigung dieser Verhältnisse zeigt 
die Untersuchung, dafs es sich. in: der That nur um kleine, erst. nach. längerem 
Zeitraume;auftretende Schwankungen: im Schiffsmagnetismus-handelt, die während 
der kurzen. Zeit. einer Umdrehung: des Schiffes: für einen so: gut aufgestellten 
Kompafs, wie: im. vorliegenden: Falle;, nicht. zur. Wirkung gelangen.. 
Die Schlufsfolgerung erscheint demnach nicht unberechtigt, dafs Be- 
stimmungen der magnetischen Deklination. auf einem eisernen Schiffe durch 
Kompafsbeobachtungen, wenn man in der Lage ist, durch vollständige Um- 
drehungen: des Schiffes:den störenden Einflu(s des Schiffsmagnetismus zu‘ eliminiren, 
innerhalb weniger Zehntel; Grade: sehr wohl möglich sind. Iw der That‘ zeigen 
auch die vorliegenden: Beobachtungen auf der‘ Valdivia“ an: denjenigen: Orten; 
wo fortgesetzte Untersuchungen an den Küsten die Genauigkeit‘ der‘’magnetischen 
Karten verbürgen, eine fast vollständige Uebereinstimmung mit den Isogonen. 
Südlich vom Kap der Guten Hoffnung wurde indefs die westliche Deklination 
um 2 bis 3° kleiner und auf den östlichen Längen im Indischen. Ozean um 
1 bis 2° gröfser beobachtet, als die Karten angeben.‘ Wenn’diese Beobachtungen 
auch nicht zahlreich genug sind, um: danach die magnetischen Karten zu ver- 
4) Vgl. Koldewey: „Ueber die Veränderungen des Magnetismus im eisernen Schiffe,“ 
„Archiv der Seewarte“, Heft 4, Seite 12.
	        
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