Magnetische Beobachtungen im deutschen Küstengebiete und in den deutschen Schutzgebieten. 299
VIH. Beobachtungen der Kaiserlichen Marine.
a. Im Nordseegebiet (S. M. S. „Hyäne“).
Beobachtungsort
Glückstadt (Trig. Punkt ]
Herzhomer Elbdeich)
Cuxhaven (Holzpfeiler nahe }
beim alten Leuchtthurme) !
Emden (Trign. Punkt IV O 7
Börssum ID) |
A Rysum (Ems)
N-Br
O-Le
53° 46,7 |
53° 52,4' | 8° 42,6’
53° 21,5‘ | 7° 15,2
53° 916 | 70 9,4
Datum
1901
März 18
‚ „2%
" Juli 13
„ 1
” Sent. A
M.O0.Z.
2h35,8mp
4b29,8"p
5b 14,8mp |
LOh 3,8108
9h10,2ma |
4b47,5%p
L0b 6,7ma
23h 14,5mp
Westliche Deklination
Red. auf
Beobachtet | Tagesmittel
11° 24,5'
11° 25,7°
12° 0,9
12° 1,1'
13° 4,6
138° 4,2
13° 2,5
13° 92,8‘
11° 19,7‘
11° 24.0
11° 59,3
12° 09
hı3° 34
\ıs° 02
Beobachter: Am 18. März Obersteuermann Stauf, sonst Steuermann Zeller.
b. In dem deutschen Schutzgebiete der Südsee (S. M. S. „Möwe“).
Station Mioko (4° 13,4' S-Br, 152° 27,6‘ O-Lg), Observationspfeiler:
1901 Juni 21 8h38,1ma M.O0.Z. 5° 58,3‘ O Deklination.
„= 21 9b5ö14Ma » 19,73° S Inklination,
Beobachter: Obersteuermann Holekamp.
Magnetische Beobachtungen an Bord der „Valdivia‘“ während der
deutschen Tiefsee-Expedition 1898/99,
Ausgeführt vom Navigationsoffizier Herrn W. Sachse.
Bearbeitet von Admiralitätsrath Koldewey.
Magnetische Beobachtungen gehörten zwar nicht eigentlich zu den Auf-
gaben der deutschen Tiefsee-Expedition, doch war es wegen der beabsichtigten
ausgedehnten ozeanographischen Forschungen absolut nothwendig, jederzeit in
der Lage zu sein, den Weg des Schiffes und den geographischen Ort, so genau
es die Verhältnisse nur immer gestatteten, zu bestimmen. Dazu bedurfte es vor
Allem der Beobachtung der magnetischen Deklination (Mifsweisung) und der
Deviation des Kompasses, und zwar so häufig, wie sich Gelegenheit dazu bot.
Um dieses mit einer dem Zwecke entsprechenden Genauigkeit ausführen zu
können, war es geboten, aufser dem Kompafs auf der Kommandobrücke, der
bisher für die Navigirung des Schiffes gedient hatte, noch einen guten Azimut-
kompafs bester Konstruktion an einem von der Maschine, den Dampfwinden und
anderen beweglichen und festen Eisenmassen des Schiffes möglichst entfernten
Platze aufzustellen. Ein solcher Platz fand sich auf dem ganz aus Holz über
jen Kajüten gebauten Deckhause des Hinterdecks. Die Höhe des Kompasses
war hier 5'/a m über dem Hauptdeck des Schiffes und der Ort mehr als 20 m
vom Schornstein und den Maschinen entfernt. Es stand von vornherein zu er-
warten, dafs der störende magnetische Einfluß des Schiffes hier nicht allzu grofs
sein und die Aenderung in der Deviation des Kompasses trotz der grofsen
Breitenveränderung von 61° N dis 57° S sich in so mäfsigen Grenzen halten
würde, dafs die Nothwendigkeit einer Verlegung der Kompensationsmagnete
nicht zu befürchten war, besonders da bei dem Alter des Schiffes (12 Jahre)
eine wesentliche Aenderung des allgemeinen magnetischen Zustandes nicht mehr
eintreten konnte. Diese Voraussetzung erwies sich, wie die folgenden Beob-
achtungen zeigen, als vollkommen richtig.