Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1901—1902, 295
Die für die diesjährige Prüfung sich ergebende Zahl X == 366 ist zwar
etwas gröfser als der entsprechende Werth der vorigjährigen Prüfung, doch steht
sie gegenüber denjenigen Zahlen, welche bei früheren Prüfungen erreicht wurden,
nicht unerheblich zurück, Dieser nicht besonders günstige Ausfall ist, wie bereits in
dem vorigjährigen Berichte betont, jedenfalls in erster Linie dem Umstande zuzu-
schreiben, dafs wegen des allseitig gesteigerten Bedarfes an Chronometern während
der letzten Jahre vorwiegend ganz neue Instrumente eingereicht worden sind, bei
welchen noch eine starke Acceleration vorhanden war. Bei der diesmaligen
Klassificirung hat wegen zu starker. Acceleration in 11 Fällen die Versetzung
von Instrumenten in tiefere Klassen erfolgen müssen. — Es möge deshalb an
dieser Stelle nochmals die Ueberzeugung ausgesprochen werden, dafs es sowohl
für die Kaiserliche Marine als auch für die Fabrikanten vortheilhaft sein würde,
wenn seitens der Letzteren ein gröfserer Vorrath an Chronometern beschafft
würde, so dafs einerseits eine sorgfältigere Auswahl für die Einlieferung zu den
Konkurrenz-Prüfungen stattfinden und andererseits der geeignete Zeitpunkt für
die Indienststellung der Instrumente wahrgenommen werden kann.
Die Abtheilung IV der Deutschen Seewarte,
Dr. Stechert.
BerichtderDeutschenSeewarteüber die Ergebnisse der magnetischen
Beobachtungen in dem deutschen Küstengebiete und in den deutschen
Schutzgebieten während des Jahres 1901.
Die magnetischen Beobachtungen während des Jahres 1901 konnten nicht
so eingehend behandelt werden‘ wie in früheren Jahren und wie es wünschens-
werth gewesen wäre, weil vielfache Störungen hinderlich darauf einwirkten. Das
Letztere findet namentlich Anwendung in Beziehung auf die Beobachtungen in
Hamburg, da es infolge des Einflusses der durch die elektrischen Bahnen
verursachten Störungen nur möglich war, im Sommer während der Nachtstunden,
zu welcher Zeit der Verkehr eingestellt. war, Beobachtungen anzustellen.
Im Laufe des Sommers wurden von dem Beamten des Königlichen Ob-
servatoriums in Potsdam, Herrn Dr. Edler, durch eine vollkommene Serie von
Beobachtungen auf der Station am Diebsteich (Eimsbüttel), wo schon seit Jahren
Beobachtungen ausgeführt worden sind, die magnetischen Elemente bestimmt.
Leider liegen uns die Ergebnisse dieser Beobachtungen noch nicht vor.
Vorbemerkung.
Die Deklinationsbeobachtungen in diesem Berichte aus dem Nord- und
Ostseegebiet sind, wie bisher, nach der für Wilhelmshaven ermittelten Periode
auf das Tagesmittel reducirt worden.
1]. Hamburg,
Wegen des störenden Einflusses der elektrischen Strafsenbahnen, dessen
schon Erwähnung geschah, sind nur einige Deklinationsbestimmungen früh vor
dem Beginne des Strafsenbahnverkehrs von dem Hülfsarbeiter cand. phil.
J. Frühling gemacht worden, und zwar im Kompafs-Observatorium der See-
warte. Die Ergebnisse sind die folgenden:
Westliche Deklination
SEEN. EEE,
beobachtet red. auf Tagesmittel
11° 12,2’ 33° 16,0
12,2 15,7
13,2 16,5'
13,0° 16,7’
14,5’ 17,0'
12,4 15,5’
12,4 15,8’
12,2 15,6'
18,7 ‚5,9
19.54 1 A:
Mittal 710° 18.00
1901