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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1902, 
Kesselkohlen sind einige Stunden nach Bestellung zu haben. Die 
Kohlen werden in Leichtern längsseit gebracht und von Negern in Karren an 
Bord geschafft. Die Kohlenübernahme geht rasch von statten. Die Tonne wird 
zu 2000 Pfund gerechnet. Das neue Schwimmdock ist am 10. Oktober 1901 von 
Kap Henry unter Schlepperhülfe nach New-Orleans in See gegangen. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Quarantänestation liegt oberhalb Port 
Eads, wo auch der Hauptarzt sich befindet. Ein zweiter Arzt ist in Port Eads 
and giebt, wenn an Bord Alles wohl ist, das Schiff für den Verkehr frei. Eine 
zweite Ausfertigung des Gesundheitspasses wird verlangt, Manifest und Proviant- 
liste sind in drei Ausfertigungen einzureichen. Letztere mufßs sehr genau sein 
and auch die an Bord befindlichen Säcke, Matten, Kohlen, Anzahl und Nummern 
der Chronometer enthalten. 
Zeitball befindet sich auf dem Gebäude der American Sugar Refining Co., 
ist jedoch nur nahebei%sichtbar und soll nach dem Urtheil von Sachverständigen 
anzuverlässig fallen. 
Ansteuerung des Südpasses ist bei sichtigem Wetter, wenn der Schiffsort 
sicher ist, nicht schwer. Ist man jedoch nach Öst versetzt, so kommt zunächst 
der Thurm vom Pafs ä Loutre in Sicht, und man kann nun den Kurs auf Port 
Kads setzen. Bei Nebel und unsichtigem Wetter ist das Land nicht auszumachen. 
Das Nebelhorn des Feuerschiffes ist nur etwa 2 Sm weit zu hören. Lothungen 
yzeben meist keinen genügenden Aufschlufs über den Schiffsort. Etwa 2 bis 3 Sm 
südöstlich vom Feuerschiffe findet man noch 55 bis 70 m Wasser. Ist man nach 
NO versetzt, so findet man anstatt grauen Schlickgrundes blauen, zeitweise mit 
grauem Schlick gemischt, daher ist das Lothen unsicher. Bei Nebel empfiehlt 
daher Kapt. Sander, aufserhalb der 46 m-Grenze zu bleiben. 
Dar-es-Saläm. 7) 
Nach Fragebogen No, 1852 des Kapt. E. Oertel, Bark „Kdith“, vom März 1901. 
Ansteuerung. Die im Segelhandbuch für die Küste von Deutsch-Ostafrika 
gegebenen Segelanweisungen genügen vollständig. Mafia sah anfangs aus wie 
ain Pricken mit Besen oder Zweigen. Das Land kam jedoch bald durch, ebenso 
der auf der Nordhuk stehende Leuchtthurm von Mkumbi. Nachdem die Mkumbi- 
Huk umsteuert war, wurde Kurs auf Kanzi-Huk gesetzt. Das Kanzi-Leuchtfeuer 
kam */2 Stunde später vom Unterwant aus in Sicht. !/a Stunde nach Insicht- 
kommen des Makatumbe-Feuers kam Kanzi-Feuer aus Sicht. Makatumbe kann man 
sich bis auf 3 Kblg. nähern, dann werden auch die Tonnen sichtbar. Für von 
Süden kommende Schiffe wäre Kabelverbindung zwischen Makatumbe, Ras Kanzi 
and Dar-es-Saläm wünschenswerth. Da der Schleppdienst nur von Regierungs- 
dampfern besorgt wird, kann ein Schiff !/ Tag und länger verlieren, da man in 
Dar-es-Saläm von seiner Ankunft erst durch den Signalwärter an der Hafen- 
ainfahrt Kenntnifs erhält. Schiffe können zu jeder Zeit einlaufen. 
Lootse kam dem Schiffe bis Makatumbe in einem Boote entgegen. Aus- 
laufend verliefs der Lootse das Schiff ebendaselbst. Loofsentaxe ein- oder aus- 
laufend 30 Rupien = 42 M. 
Schleppdampfer wurde von Makatumbe aus gebraucht. Schlepplohn ein- 
öder auslaufend 70 Rupien. 
Ankergrund besteht aus Schlick, mit Thon und Sand vermischt, hält aber 
nicht sehr gut. „Edith“ mufste viermal den Stromanker ausbringen, um das 
Schiff parallel zur Küste zu halten. 
Ballast bestand aus feinem Sand. Die Leichter wurden bei Ebbtide 
veladen, der Platz dazu wurde vom Flottillenkommando angewiesen. Täglich 
wurden 50 bis 80 Tonnen gegen 3 Rupien die Tonne in Körben frei ins Schiff 
geliefert und getrimmt. 
Proviant, Frisches Fleisch war billig. Gemüse und dergl. war nicht zu 
haben. Die dort lebenden Weifsen gebrauchen Konserven. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Aus Deutschland kommende Schiffe 
brauchen keinen Gesundheitspale. Inner-Makatumbe wurde abgeholzt, um als 
Quarantänestation eingerichtet zu werden. Auf „Edith“ kamen in sechs Wochen 
vier Malariafälle vor. Ein staatliches Krankenhaus ist am Orte. Boote holt 
man nahe bei der Treppe bei der Wasserleitung auf den Sand. Brücke III war 
nicht vorhanden. Ein Schwimmdock ist im Bau. 
1) Letzte Veröffentlichung in den „Ann. d. Hydr. ete.“, 1892, Seite 318. D. Adm-Karte 
No. 127, Zanzibar-Kanal. südlicher Theil. und No. 110. Hallen von Dar-es-Salänı.
	        
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