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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1901—1902, 9289 
; Bei . sämmilichen Chronometern war die Bedingung, dafs die. Reinigung 
innerhalb ‚eines Jahres vor der Einlieferung ausgeführt sein müsse, nach Aussage 
der Uhrmacher erfüllt; auch waren von Leizteren genaue Angaben bezüglich der 
Konstruktion der Instrumente sowie in einzelnen Fällen erläuternde Zeichnungen 
beigefügt worden. ; 
Die Chronometer von A. Kittel sind mit Hebelgang versehen; die übrigen 
Instrumente besitzen die bekannte Hemmung von Earnshaw (siehe „Lehrbuch 
der Navigation“, 1I, Seite 244, Fig. 141). Was die Temperatur- Kompensation 
betrifft, so haben eämmtliche Chronometer eine Hülfskompensation. Am häufigsten 
wurde die neuere von Kullberg angegebene Hülfskompensation für Kälte (siehe 
„Lehrbuch der Navigation“, II, Seite 265, Fig. 154) verwendet, nämlich bei 
sämmtlichen Chronometern von W. Bröcking, H. Diedrich, Th, Knoblich 
Nehflgr., F. Schlesicky, sowie bei den Instrumenten F. Lidecke No. 257, 258, 
259, 260, 261, 263 und 264; dagegen sind die Chronometer L. Jensen No. 3, 
A. Lange & Söhne No. 9 und 10 mit der älteren Hülfskompensation für Kälte 
von Kullberg (siehe „Lehrbuch der Navigation“, II, Seite 264, Fig. 153) ver- 
sehen. Bei den Chronometern A. Kittel No. 147 and 253 sowie F, Lidecke 
No. 262 wurde eine von Herrn Kittel angegebene Speichenkompensation benutzt, 
und endlich wurde bei den Chronometern A. Kittel No. 148, 251, 252, 254, 
255, 256 und 257 eine gleichfalls von Herrn Kittel konstruirte Hülfskompen- 
sation durch eine Feder zur Anwendung gebracht.!) Sämmtliche Spiralen sind 
aus Stahl angefertigt. 
Als Chronometer rein deutschen Ursprunges (mit Ausnahme von Zugfeder 
und Kette) waren die folgenden 23 Instrumente bezeichnet worden: 
W. Bröcking No. 1900, 
1901, 
1902, 
14”, 
148, 
251, 
252, 
253, 
254, 
255, 
256, 
257, 
50) 
10, 
257, 
258, 
259, 
261, 
262, 
263, 
264 
lu, 
19, 
20. 
21. 
22. 
23 
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Gemäfs der im Juni v. J. erlassenen Aufforderung zur Betheiligung an 
der Konkurrenz- Prüfung wurde seitens der Direktion der Seewarte auf den 
4. November v. J. eine technische Kommission zusammenberufen, um die zuletzt 
erwähnten Chronometer einer Inaugenscheinnahme zu unterziehen. Diese Kom- 
mission bestand aus folgenden an der Prüfung unbetheiligten Herren: 
Chronometerfabrikant F. Dencker in Hamburg, . 
Direktor der Uhrmacherschule Prof. L. Strasser in Glashütte i./Sa., 
Chronometerfahrikant E. Sackmann sen. in Altona. 
') Herr Kittel theilt mit, es habe sich erst im Juli und August v. J. gezeigt, dafs die bis 
dahin in den Chronometern befindlichen Unruhen starke Elasticitätsfehler besafsen. Es mufsten nun 
bei fünf Instrumenten 2 bis 3 Monate vor Beginn der Prüfung neue Unruhen eingesetzt werden, und 
es liefs sich deshalb von vornherein voraussehen, dafs bei diesen Instrumenten auch noch während 
der Prüfung bedeutende Gangveränderungen eintreten würden.
	        
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