286 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1902,
Dieses Resultat ist ganz unerwartet und überraschend, denn anstatt der südlichen
Lokaldeflektion in Kalidnpur, wie sie von General Walker vorhergesagt wurde,
hat man sie nördlich gefunden. Danach mufste der ganze Gegenstand wieder
aufgenommen werden; Beobachtungen wurden ausgedehnt, Berechnungen auf
Grund der neuesten Information ausgeführt, alte Theorien und Schlufsfolgerungen
wurden wieder erwogen, und es giebt der Bericht Major Burrards das End-
ergebnifs aller dieser Arbeiten, so dafs der Bericht eine grofse Masse der
peinlichsten Arbeit darstellt.
Dieser Bericht besteht in Allem in 130 Seiten Druck in Zugabe zahl-
reicher Karten und Diagramme und ist in sieben Abschnitte getheilt, wie folgt:
/. Ueber die Fehler der anfänglichen Werthe von Breite und Azimut in Indien.
{I Die Ablenkungen in Kalidnpur, berechnet nach der Gestaltung des Bodens
in der Nachbarschaft.
II. Die Pendelbeobachtungen in Kaliänpur.
IV. a) Der Einflufs der Himalaya-Berge und des Indischen Ozeans auf die
Lothlinie in Indien.
ob) Die Störung des Meeresniveaus.
c) Die geologischen Erwägungen.
Vergleichungen der berechneten mit den beobachteten Werthen der Ab-
lenkungen in dem Meridian.
Vergleichungen der berechneten mit den beobachteten Werthen von
Deflexionen in dem ersten Vertikal.
Es wird angenommen, dafs eine verborgene Ursache in Centralindien
die wahren Himalaya-Einflüsse verursacht.
Dies sind die Ueberschriften der Hauptabschnitte des Werkes, und kann
man. sich daraus eine Vorstellung machen von dem Umfange und der Anordnung,
welche, wie man es erwarten kann, klar und befriedigend ist. Aufser diesen
Kapiteln sind da noch zwei Anhänge, wovon der eine eine Beschreibung der
Stationen der Kalidnpur-Gruppirung giebt und der andere die Resultate der in
Indien und Burma beobachteten Azimute. Kine zweckmäfsige Analyse des
Werkes wird gleich in der Einleitung gegeben.
Im Ganzen sind 14 Karten und Diagramme, die den Text zweck-
entsprechend beleuchten, und aufserdem eine Anzahl Seiten mit Tabellenwerk.
Einzelne Diagramme sind sehr ingeniös angeordnet und geben mit einem
einzigen Blick reiche Informationen. Unter den interessanteren von diesen sind
jene, welche die Lokalattraktion im Meridian und in dem ersten Vertikal an
den Stationen der Kaliänpur - Gruppe geben, und die Umrifskarte von Indien,
die die positiven und negativen Gebiete der (O0 --C) in Breite und Azimut be-
zeichnen. Die positiven Gebiete sind roth gemalt und die negativen weifs. In
dem ganzen Werke ist „O0“ angenommen als astronomisch beobachtete Breite
der Azimut und „C“ die aus der Triangulation berechneten Werthe. In dem
Falle der Breiten, wenn die Lothlinie an irgend einer Station nach Norden
zezogen ist, so wird das Zenit nach Süden hin verschoben, die beobachtete
Breite oder „O0“ wird zu klein, und das Zenit (0—C) ist alsdann negativ. Mit
Beziehung auf Azimut, wenn die Lothlinie an irgend einer Station nach Osten
angezogen ist, so wird das Zenit nach Westen hin verschoben, das beobachtete
Azimut oder „O0“, von Süden nach Westen gemessen, wird zu klein, und (0—C)
ist wieder negativ. Im Falle das Entgegengesetzte eintrifft, ist O—C als
positiv anzusehen. Es würde zweifelsohne gehr interessant gewesen sein, wenn
Proben der wirklichen Berechnung astronomischer Positionen mitgetheilt wären;
das Gleiche gilt von der Beschreibung der benutzten Instrumente und der
Methoden zur Eliminirung der Wirkungen oder des Einflusses der Refraktion,
welche als von besonderer Bedeutung sich erweisen mufs, wenn das ganze Ar-
zument manchmal nur von 1 oder 2 Bogensekunden abhängt oder selbst, wie
es auch vorkommt, nur den Bruchtheil einer Sekunde beträgt. Als ein Titel-
kupfer ist der Querschnitt durch den äufseren Himalaya-Gebirgszug auf den
Meridian von 77° 25’ gegeben, der wiederum nach den Umfang-Karten der in-
dischen Landesvermessung von Oberst St. G. C. Gore, General Survey von
Indien, konstruirt ist.
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