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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

No: folk, Va, 
kurzen Tone der Dampfpfeife. Lootsenstation ist nahe bei Kap Henry. Der 
Lootse kam dem Dampfer „Hermann“ 2 Sm aufserhalb des Kaps entgegen. Für 
Seelootsen besteht Lootsenzwang, auch mufs Lootsengeld bezahlt werden, wenn 
kein Lootse an Bord genommen wird, Lootsengeld beträgt 4,50 $ für den Fuls 
Tiefgang; Dampfer, die nur Kesselkohlen nehmen, zahlen die Hälfte. 
Schleppdampfer. Dampfern, die nur Kesselkohlen nehmen, wird ein 
Schlepper von den Kohlenlieferanten frei gestellt, um das Schiff an die Kohlen- 
brücke zu bringen. „Hermann“ mulfste einige Stunden ankern, bevor ein Platz 
an der Kohlenbrücke frei wurde. Der Ankerplatz war gut. 
Hafenunkosten, Aufser Lootsengeld wurde bezahlt an das Zollamt 5,00 $, 
an das Gesundheitsamt 7,00 $, an das Konsulat 2,28 $, für Wache an Bord zur 
Verhütung von Mannschaftsentweichungen 15,00 $ den Tag. 
Trinkwasser wird durch Wasserboote (Dampfer) längsseit gebracht, jedoch 
sollen die Kohlenbrücken mit Wasserleitung versehen werden. Preis '/4c die Gallone, 
Kesselkohlen sind jederzeit zu haben; es empfiehlt sich jedoch, vom letzten 
Hafen aus den Bedarf und die Zeit der Ankunft brieflich mitzutheilen, „Hermann“ 
nahm in 12 Stunden etwa 300 Tonnen. Von Sonnnabend Nacht um 12* bis 
Sonntag Nacht 12* werden unter keinen Umständen Kohlen abgegeben; wenn ein 
Schiff Sonnabend nicht fertig geworden ist, muß es bis Montag warten. 
Quarantäne. Aerztlicher Besuch mul abgewartet werden, jedoch kommt 
der Arzt den Schiffen bis zum Kanal entgegen. Schiffe von Westindien und von 
verseuchten Häfen werden aufserhalb des Kanals in Quarantäne gelegt. 
Mannschaftsentweichungen kommen häufig vor, die Leute werden von 
den Heuerbaasen mit Gewalt von Bord geholt. Man kann sich dagegen nur 
durch Wache von Land schützen. 
New-Orleans, La.“ 
Nach Fragebogen No. 1830 des Kapt. Carl Sander, D. „Hermann“, vom Oktober 1901. 
Lootsenwesen. Der Lootsendampfer „Underwriter“ („Jenny Wilson“ ist 
Reservedampfer) führt bei Tage die amerikanische Flagge, bei Nacht ein weifses 
und darunter ein rothes Licht, aulserdem Flackerfeuer. Der Lootse kam dem 
Schiffe etwa 2 Sm aufserhalb des Hafendammes entgegen. Lootsenzwang besteht 
für Seelootsen. Lootsenwechsel findet bei Pilottown statt. Auf Verlangen ver- 
holen die Flufslootsen das Schiff unter eigenem Dampf gegen 10,00 bis 15,00 $. 
Lootsengeld beträgt für Schiffe über 3,0 m Tiefgang 450 $ für jeden Fufs Tief- 
gang. „Hermann“ zahlte nach Uebereinkunft 40,00 $ an den Flufslootsen für 
Ein- und Auslootsen. 
Schleppdampfer, Segelschiffe werden, wenn nöthig, vom Lootsendampfer 
bis innerhalb des Hafendammes geschleppt, von da bis zur Stadt durch andere 
Schlepper, die man draufsen selten trifft. Die Schlepper haben im Hafen feste 
Taxe für Dampfer, 15,00 bis 50,00 $ je nach Entfernung und ob ein oder zwei 
Dampfer benutzt werden. 
Landmarken. Gelegentlich wurde der alte Leuchtthurm vom Nordost- 
passe als Landmarke benutzt. Das Feuerschiff wird während der stürmischen Zeit 
von August bis Mitte Oktober eingezogen, es fehlen dann Schallsignale gänzlich. 
Strom. Nach den Erfahrungen des Kapt. Carl Sander setzt der Strom, 
wenn man von Tortugas nordwestwärts steuert, nordostwärts. Die Führer der 
Frachtdampfer steuern deshalb, um geringere östliche Versetzung zu haben, 
zuerst einen westlicheren Kurs und dann fast rw. Nord auf. Die Dampfer der 
Morgan-Linie steuern von Tortugas NW!//W gerade auf Port Eads zu. 
Hafenanlagen, Die Kaie und Landungsbrücken sind von der Stadt über- 
nommen, Kaigeld ist dadurch theilweise fortgefallen. Schiffe von 7,6 bis 7,9 m 
Tiefgang können stets ein- und auslaufen. Löschen und Laden mufs mit eigenen 
Winden geschehen, da Krähne nicht vorhanden sind. 
Hafenunkosten. Kaigeld beträgt jetzt für die ersten drei Tage 2 c den 
Tag per Registertonne brutto, für die nächsten drei Tage 16 den Tag, die 
folgenden 30 Tage sind frei, 
Schiffsausrüstung. Frischer und Dauerproviant ist zu haben. Als 
Trinkwasser kann man das Mississippi-Wasser gut verwenden, wenn man den 
Schlickgehalt des Wassers durch Alaun beseitigt hat. 
Jam 
D Letzte Veröffentlichung in den ‚Ann. d. Hydr. etc.“, 1899, Seite 261. Engl. Adın-Karte 
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