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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Ann. d. Hydr. ete., XXX. Jahrg. (1902), Heft VI. 
975 
Die Ziele der „Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteoro- 
logie“ als einer Zeitschrift der Seefahrts- und Meereskunde. 
In den letzten Jahrzehnten haben die Verhältnisse der Seefahrt durch- 
greifende Veränderungen erfahren, und die Meereskunde hat an praktischer 
Bedeutung ihrer Aufgaben und an allgemeinem Interesse zugenommen. Diese 
Veränderungen spiegeln sich naturgemäls wieder in der Umgestaltung, welche 
im Laufe der Zeiten die „Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie“, 
als eine den Interessen der Seefahrt und Meereskunde dienende Zeitschrift, in 
Bezug auf Umfang und Behandlung ihres Stoffes zeigen. ; 
Hervorgegangen sind diese Annalen aus den „Hydrographischen Mit- 
theilungen“, welche von dem damaligen Hydrographischen Bureau der Kaiser- 
lichen Admiralität herausgegeben wurden. Der erste Jahrgang dieser Mittheilungen 
erschien im Jahre 1873.) Das Anwachsen der mit der Redaktion dieser Zeit- 
schrift verbundenen Arbeitslast führte bereits am Beginn des Jahres 1874 zur An- 
stellung eines besonderen Redakteurs in der Person des Herrn Dr. G.v.Boguslawski. 
Schon im dritten Jahre des Erscheinens der „Hydrographischen Mittheilungen“ 
veranlafste dann die stetig zunehmende Vermehrung des Arbeitsstoffes, welcher 
durch die nautisch-wissenschaftlichen Berichte von Schiffen der Kaiserlichen 
Marine, der deutschen Handelsmarine, sowie der Schiffe fremder Nationen und 
durch die vielen wichtigen neueren ozeanographischen und maritim-meteoro- 
logischen Arbeiten und Forschungen zuflofs, einige Veränderungen in der Ein- 
richtung und Anordnung des Inhaltes der „Hydrographischen Mittheilungen“ 
vorzunehmen. In dieser Hinsicht war mitbestimmend das Bestreben einer 
möglichst raschen. Veröffentlichung eines Theiles der litterarischen Thätigkeit 
der Deutschen Seewarte, die, hervorgehend aus der früheren Norddeutschen 
Seewarte, soeben als Institut der Kaiserlichen Marine neubegründet worden 
war. Die „Hydrographischen Mittheilungen“ wurden dementsprechend zu einem 
Organe des Hydrographischen Büreaus und der Deutschen Seewarte erweitert 
und erschienen vom April 1875 unter dem Titel „Annalen der Hydrographie 
und Maritimen Meteorologie“. Der Uebergang der Redaktion dieser Zeitschrift 
von dem Hydrographischen Amte auf die Direktion der Seewarte am Beginn 
des Jahres 1892 führte an sich keine inneren Veränderungen im Wesen der 
„Annalen der Hydrographie etc.“ herbei. 
Etwaige Aenderungen im Inhalt vollzogen sich in der Folge nur all- 
mählich und wurden bedingt durch neu auftretende Bedürfnisse und Fragen der 
Seefahrt, sowie durch die weitere Entwickelung der in das Arbeitsgebiet der 
Zeitschrift fallenden Wissenszweige. Allen diesen Wandlungen im Einzelnen 
nachzuspüren, würde zu weit führen. Erwähnt sei hier nur, dafs in den letzten 
Jahren dank der eifrigen und werthvollen Mitarbeit sehr vieler Kapitäne. der 
deutschen Handelsflotte und aller deutschen Konsuln in fremden Seehäfen. der 
Seewarte ein aufserordentlich reiches Material über Seehäfen und Küsten- 
beschreibungen zuging, welches den Seefahrtskreisen zugänglich zu machen das 
Bestreben der Direktion der Seewarte war. Dies hatte zur Folge, dafs .die 
Berichte hierüber einen immer gröfseren Theil des Inhaltes der „Annalen der 
Hydrographie etc.“ bildeten, dem gegenüber andere Gebiete mehr zurücktreten 
mufsten. Dabei konnte, um den Charakter dieser Zeitschrift nicht völlig zu 
ändern, immer nur ein Theil der vorliegenden Berichte über Seehäfen und 
Küstenbeschreibungen auf diesem Wege veröffentlicht werden. Durch die 
Herausgabe eines besonderen, nur diesen, Beiträgen gewidmeten Werkes: „Der 
Pilote, neue Folge, Beiträge zur Küstenkunde“, wird diesen Uebelständen ab- 
geholfen werden. Den „Annalen der Hydrographie etc.“ wird es . hierdurch 
1) Besonders in der zweiten Hälfte des Jahres 1872 hatten die „Nachrichten für Seefahrer“ 
auch schon eingehendere Mittheilungen über Strömungsverhältnisse, Wind- und Wetterbeobachtungen 
sowie andere physikalische Erscheinungen des Meeres gebracht, die nebst ausführlicheren Segelan- 
weisungen dann den Inhalt der „Hydrographischen Mittheilungen“ bildeten. 
Ann, d. Hydr. ete.. 1902. Heft YI.
	        
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