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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Witterung an der deutschen Küste im März 1902. 
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Die Temperatur lag an der Küste zwischen — 17,0°, der niedrigsten von 
Memel, und 14,5°, der höchsten von Neufahrwasser, schwankte also um 31,5°, 
während die kleinste Schwankung mit 10,3° in Borkum und die höchste mit 27,1° 
in Memel beobachtet wurde. Eistage, an denen die höchste Temveratur unter 
Null blieb, traten nur im Osten am 12, bis 14. auf. 
Die aus den Aenderungen der Temperatur von Tag zu Tag als arith- 
metisches Mittel ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Aenderungen für die 
drei Beobachtungstermine berechneten Werthe der interdiurnen Veränderlichkeit 
I. T. V.) der Temperatur lag mit ihren gröfsten Werthen zwischen 1,4° (Keitum) 
und 2,8° (Memel); die kleinsten Werthe traten ostwärts bis zur Öder am 
Morgen, im Osten am Abend, die gröfsten an der Nordsee am Nachmittag, an 
der Ostsee aber zu verschiedenen Tageszeiten auf. 
Die Monatsmengen der Niederschläge zeigen vielfach gröfsere Unterschiede 
auf benachbarten Stationen; die gröfsten Niederschlagsmengen fielen von der 
Elbe bis Mecklenburg, die geringsten an der ostpreufsischen Küste — 106 mm 
in Schleimünde und 116 in Wismar gegen 25 in Brüsterort und 23 in Memel. 
Läfst man den Niederschlagstag um 8*a Ortszeit des gleichnamigen Kalender- 
tages beginnen und sieht man von geringfügigen oder vereinzelten Niederschlägen 
ab, so fielen die Niederschläge des März am I. und 2, von Mecklenburg ost- 
wärts, am 6, ostwärts bis Mecklenburg, am 7. bis 9. an der ganzen Küste, am 
Il. an der Ostsee, am 12. von Rügen bis Pommern, am 14, an der westlichen 
Nordsee, am 15, ostwärts bis zur Oder, am 16. an der ganzen Küste, am 17. von 
Rügen ostwärts, am 18. an der mittleren Ostsee, am 19. an der schleswig-hol- 
steinschen und ostpreufsischen Küste, am 20. ostwärts bis Rügen, am 21. bis 23, 
ostwärts bis Pommern, am 24, westlich der Elbe und an der ostdeutschen Küste, 
am 25. bis 27. an der ganzen Küste, am 28. von Mecklenburg bis zur Oder, am 
29. und 30. an der ganzen Küste und am 3l. westlich der Elbe .und ost- 
wärts der Oder. — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm übersteigende 
Mederschläge fielen am 23. in Wismar (20 mm) und am 29, in Cuxhaven (22), 
Hamburg (23), Tönning (22), Wyk a. Föhr (29), Aarösund (85), Flensburg (24), 
Schleimünde (25), Kiel (25), Travemünde (22) und Wismar (31). — Gewitter 
wurde nur am Abend des 24, in Borkum beobachtet. — Nebel trat über gröfserem 
Gebiete auf am 1. über der östlichen Nordsee- und der preufsischen Küste, am 
2. an der ganzen Küste, am 3. bis 5. ostwärts bis Mecklenburg, am 7. an der 
zanzen Küste, anı 12. an der Nordsee, am 18. ostwärts bis Pommern, am 23. 
an der Ostsee, am 24, an der Nordsee ostwärts der Weser und am 29. von der 
Elbe bis Mecklenburg. — Als heitere Tage, an denen die nach der Skala 0 bis 10 
an den drei Beobachtungsterminen geschätzte Bewölkung im arithmetischen 
Mittel aus den Beobachtungen kleiner als 2 war, charakterisirten sich über 
gröfserem Gebiete der 12. an der schleswig-holsteinschen Küste, der 13. von 
Rügen ostwärts, der 14. an der Nordsee und von der Oder ostwärts und der 28, 
an der Nordsee. a 
. Im Bereiche niedrigen, vom Ozean über fast ganz Europa ausgebreiteten, 
sehr gleichmäfsig vertheilten Luftdruckes herrschte zu Beginn des Monats an 
der Küste bei leichten meist östlichen bis nördlichen Winden trübes, mildes, 
vielfach nebliges und an der Ostsee vorwiegend regnerisches, an der Nordsee 
trockenes Wetter. Eine flache Theildepression schritt über Kontinentaleuropa 
aordostwärts nach Westrussland, und es entwickelte sich am 3. über Kontinen- 
taleuropa ein Hochdruckgebiet, das mit einem über Skandinavien erscheinenden 
Hochdruckgebiet in Verbindung trat und rasch an Intensität und Umfang zu- 
nahm. Unter der Herrschaft eines von Nordosten her fast ganz Europa be- 
deckenden Hochdruckgebietes hatte die Küste bei schwachen, der südostwärts 
gerichteten Verlagerung des Maximums entsprechend, nach Südost bis Süd 
drehenden Winden trockenes, im Westen nebliges Wetter. | 
Eine am Morgen des 5, über dem Ozean im Nordwesten heranschreitende 
Depression breitete sich bereits am 6. über Nordeuropa bis zur Küste aus und 
führte deren Westen bereits an diesem Tage wieder Regen zu. Durch ein am 
/. über Mittelskandinavien nach dem Riga-Busen und ein am 9, über Jütland 
nach Schlesien dringendes Theilminimum, das in Wechselwirkung mit einem über 
Südwesteuropa erschienenen Hochdruckgebiete an der westlichen Nordsee-Küste 
stürmische Nordwestwinde hervorrief, dehnte die Depression ihren Einflufs bis
	        
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