Knipping,.E.;: Zur. Lösung nautisch-astronomischer Aufgaben, .
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. Die Grenzen sind: Breite bis 60°, Abweichung bis 29°, .Sehr bequeme
Schalttafeln mit zwei Eingängen sind jeder Seite beigefügt, 1
‚Gegeben: Breite b.:= 49° 20‘ N, Abweichung a = 14° 40' N, . Stunden-
winkel St = 6* 42” W; gesucht das Azimut.‘ En
Rechnung nach der Azimuttafel von Fulst: ‘©
b=—49°N, 2 = 14°N,. I = 164; Schalttheile für b. (0.3°) und a. (0.7°) + 83 also
b=— 49.3°N; a = 14.7°N, I = 172; Vorzeichen +, weil b and a Nord, —
b ==. 49°, St == 6st44MW,- II = 144; Schalttheile‘ für b (0.3°) und St (2m).— 6; also
b = 493°, St = 6t 42m W, II = 138; Vorzeichen. +, weil St. >, 6% und W. —
I1+ II = +310, St 6% 440, 11L.72,5, Schalttheile 0... ;
Azimut R == N72,5°W. ;
| Bei jeder der drei Tafeln sind die Vorzeichen zu. beachten; mit der
algebraischen Summe von I und II geht man in III ein. Ist der Stunden winkel
größer als 6%, so geht man in die Haupttafeln II und III nicht mit der nächst
kleineren, sondern mit. der nächst gröfseren vierten Minute ein, wenn man ein-
schaltet. © u. . a .
.. Rechnung mit Tafel k. Bezeichnet man den Winkel am Gestirn im
Poldreieck mit G, die Ergänzung der Breite zu 90° mit e, so ‚gelten die Formeln:
io RC) — 982 PO apa da St: ta a (Ri G) I Sin PS Say 2a St:
tg Ja (R + G) „cos 1/a (p-+) ctg /a St; tg /2 (R —— G) sin 1 +9) ctg 1% St;
und R = 1% (R+G) + Ih R—6)
a = 14°.40'N ‘b= 49" 20N St = 6st 420 W
p=: 75.20 ° e=40 40
p= 75° 20°
= 40 40
p-—e=— 34 40
De = 116 00
m 7° 200 Ig cos 9.980 * lg sin 9.474
3 58 00 ‘ _lgeos 9.724 Ig sin 9,928
Bi "0.256 7 9.546
St =) 6st 42m „Bst 21m © lgetg 9.919 .', ... ; 9.919
Us (R +6) = 56° 10° ilgtg 0.175 ; .
U (R—G) = 16 20° Igtg 9.465
R =—N72° 30' W (ohne Einschalten).
‚.. Die Ergebnisse sind: 1; nach ‚der Azimuttafel 72,5, 2. Rechnung nach
Tafel k ohne Einschalten 72° 30‘, 3. mit Einschalten 72° 40‘, 4, mit vierstelligen
Tafeln 72° 34‘. . :
- Das Resultat. einer Anzahl vergleichender. Rechnungen mit .der Azimut-
tafel und Tafel k war, dafs man mit der Azimuttafel ein wenig schneller rechnet,
wenn man nicht einschaltet. Schaltet man in der Azimuttafel ein, ‚80 ver-
schwindet der Zeitgewinn; man rechnet dann ebenso schnell mit Tafel k nach
der obigen direkten Formel. BO . .
‚Dieses dem Leser wahrscheinlich unerwartete Ergebnifs ist gar nicht so
auffallend, wenn man beide Methoden und Tafeln nebeneinander benutzt.‘ Zu-
nächst sind, allgemein betrachtet, ‚drei verschiedene Tafeln im Nachtheil gegen-
über einer einzigen Tafel, denn je weniger Tafeln man braucht, um so. schneller
im Allgemeinen die Ausführung der Rechnung. Der Umfang der Azimuttafel
fällt ferner schwer ins Gewicht, 19 Seiten gegen 2 bei Tafel k;‘ man mufs bei
der .gröfseren Tafel blättern, bei der kleinen fällt es weg.‘ Bei jener Tafel
mufs man in jedem der drei Theile mit zwei Eingängen rechnen, bei Tafel k
hat man es nur mit einem Eingang zu thun. Die .Beachtung der Vorzeichen
und das Einschalten kosten Zeit. Man rechnet mit Tafel k ganz mechanisch,
mit der Azimuttafel nicht. Die Azimuttafel versagt bei Breiten über 60°, Ab-
weichungen über 29°, und löst nur diese eine Aufgabe.
° Die vergleichenden Versuche über die Schnelligkeit der Rechnung nach
beiden Tafeln sind mit Hülfe der. Uhr unternommen worden. Durch eigene
Versuche ist jedem Leser die Möglichkeit einer Nachprüfung gegeben.
Einen Vortheil hat Tafel k jedenfalls vor allen derartigen Zeitazimut-
tafeln voraus, sie ist allgemeingültig und kann deshalb beim Unterricht un-
bedenklich benutzt werden; die erzielte Genauigkeit genügt auch an Bord, sei
es zur Bestimmung der Deviation, sei es zum KEinzeichnen der Standlinie.