Dinklage, L.. E.: Der Südwestmonsun im Nordatlantischen Ozean, 957
Vergleicht man die Anzahl: der Schiffe, welche .während der untersuchten
Beobachtungszeit die Aequatorialzone ‘auf. Süd-- oder Nordkurs passirten,; mit
der Anzahl derjenigen, die einen wohl ausgeprägten. Südwestmonsun fanden, so
erhält man das Verhältnifs der beiden Gruppen und damit ein Bild von der
gröfseren oder geringeren Beständigkeit und Häufigkeit des Monsunwehens in
den verschiedenen Monaten, wie folgt:
Es passirten die Aequatorialzone: ‘
.im Jani 287, im, Juli 264, im August 250, im. September. 235,.. im Oktober .239 Schiffe,
davon hatten gut entwickelten Monsun: .
im Juni 62, im Juli 182, im August 212, im September 184, im Oktober 94 Schiffe,
oder in Procenten:
im Juni 22%, im Juli 69%, im’ August 85%o, im‘ September 78%, ° im Oktober 390.
‚Das rasche Zunehmen der Häufigkeit der. südwestlichen Monsunwinde von
Juni bis August und dann das Wiederabnehmen von. September am tritt. ‘hier
deutlich hervor... a. . . ;
‚Der Monsun weht oft. in Böen, die von starken Regenschauern begleitet
sind... Im südlichen Theile des Gebietes ist. das Wetter beständiger und
trockner. Die Richtung schwankt durch das-ganze. Südwestviertel, ist :aber
meistens in der ‚südlichen Hälfte des Monsungebietes südlicher. als in der
nördlichen. ;
In den Monaten August, September und seltener-auch noch im Oktober
entstehen von Zeit zu Zeit in dem Gürtel zwischen Nordostpassat und Südwest-
monsun, der auch den Strich niedrigsten Luftdruckes zwischen dem nördlichen
und südlichen Windgebiete bildet, orkanartige Stürme, besonders wenn jener
Gürtel weit nach Norden verschoben ist. In diesen Annalen ist über eine
Reihe dieser Stürme berichtet worden: Danach kamen in. den letzten. Jahren
solche vor: 1897 August 31 und September 17 bis 19, 1900 September. 7. bis 13
und 1901 um die Mitte September. Die Berichte über die ersten. drei sind in
den Jahrgängen. 1898 und 1901 erschienen, der letzte Bericht ist noch nicht
veröffentlicht.
Zur Lösung nautisch-astronomischer Aufgaben, wenn keine grofse
Genauigkeit verlangt wird.)
(Mit 3 dem Hefte angefügten Tabellen.)2) ;
Von E. Knipping. +
‚Die meisten nautischen Tafelsammlungen enthalten. eine Anzahl. von
Tafeln für besondere Zwecke, hier kurz Sondertafeln genannt, mit zwei. Ein-
gängen, aus denen man mit Hülfe der von Grad. zu Grad oder ‚von ‚zwei zu
zwei Grad gegebenen Bestimmungsstücke. den gesuchten Werth ohne Rechnung
entnimmt. Dazu gehören z%. B.- Stundenwinkel und: Höhe eines Gestirns bei der
größten Höhenänderung, Tag- und Nachtbogen, Amplitude. Solche Tafeln sind
bequem genug, wenn man sich .mit einer ersten Annäherung begnügt, Ist man
damit nicht zufrieden, d.h. müfste man in einer solchen Sondertafel einschalten,
so ist fast in allen Fällen die logarithmische Rechnung mit Hülfe der "Tafel k
vorzuziehen; ‘0
1) Den mannigfachen Bestrebungen ‚nach Umgestaltung und Vereinfachung nautisch-
astronomischer Rechnungen ist bisher in den „Ann. d. Hydr. etc,“ stets Raum gewährt worden.
Da auch die vorstehende Abhandlung dieses Ziel verfolgt, so wird dieselbe hiermit den Lesern
dieser Zeitschrift unterbreitet. Eine Stellungnahme der Direktion der Seewarte zur Frage, inwieweit
die Vereinfachung der Methoden der Beobachtung und Berechnung bei nautischen Aufgaben an-
zuempfehlen ist, wird damit nicht beabsichtigt. Die Direktion der Seewarte. . . ;
2) Die Tabellen sind zum Einfügen in die nautischen Tafelsammlungen von gewöhnlichem
Oktav-Format und darüber hinaus geeignet und bestimmt.