256 Annalen’ der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, Mai 1902,
Sommer und Herbst weiter nach Westen, und Norden aus, zugleich mit dem
nördlichen Zurückweichen der äquatorialen Nordostpassatgrenze. Der Wind,
den man als Südwestmonsun bezeichnet, erscheint dann als eine Fortsetzung
des Südostpassates, indem die Windrichtung sich nördlich der Linie mehr und
mehr nach rechts dreht. Die Linie, wo der Wind die Südrichtung annimmt und
die man als die Südgrenze des Monsuns betrachten kann, liegt im August auf
einer mittleren Breite im Osten auf 4,5°, auf der Mitte des Ozeans auf 6,0°
und im Westen auf 6,2° N-Br. An die Südgrenze des Nordostpassates reicht der
Südwestmonsun nicht ganz hinan. Vielmehr zeigt sich dort ein Gürtel mit
nordwestlicher Briese, Mallung und Stille, der im Juli, August und September
im Osten auf 23,6° W-Lg eine Breite von 3,8°, auf der Mitte in 28,2° W-Lg
eine‘ solche von nur 2,0° hat. Der Monsun wird in allen Monaten von Juni
bis Oktober vorgefunden, aber zu Anfang und Ende der Jahreszeit nicht mit
solcher Regelmäfsigkeit wie um die Mitte der Zeit. KEin so regelmäfsiges Auf-
treten wie der Passat hat der Monsun überhaupt nicht. Wegen seiner praktischen
Wichtigkeit für die Seglerfahrt nach Süden soll hier jedoch das Nähere über
sein Auftreten, wie es sich aus dem reichen Materiale der Seewarte ergiebt,
dargelegt werden.
Grenzen der Windgebiete.
Nordostpassat — Südgrenze
Südwestmonsun — Nordgrenze
Südostpassat = Nordgrenze
Im Juni
9,7° N i
Sn in 22,0° W
3800 26,3°
720? * 22,39
20» a 27,99 ©
489» 21,6°
” ? 9690 *
Im Juli
26° N in 21.1°W
16°, „ 267°,
935°, „ 237°,
00°, „ 290°
52°, „ 197°,
380 © 9799.
Im August
5,2? 1
to N in 214° W
4805 5
8 23,4° 5
1805 u 28,4°
45° 18,2° 5
” * ange?
Im September
125° N i
age in 214°W
8,905 > re
880m 23,79 *
080 27,1° ;
399 > 18,9°
N are?
' Im Oktober
119° N in 21,3° W
9,9° „ „ 26,1° »
8,9° „ „ 283,7° »
94°, „ 28,3° ,
42°, „ 210°,
5,2° . 266°
Die mittlere Breite des Südwestmonsungebietes ergiebt sich daraus für
im Osten zu ....
auf der Mitte zu. .
Juni
2,6°
1.99
Inh
4,3°
27
August
7,83°
5,6°
September
6,0°
5.3°
Oktober
4,7'
4,2
£s zeigt sich, dafs das Gebiet im August am breitesten und dal es auf
der Mitte des Ozeans schmäler als im Osten ist. Wenn es im Osten nicht
ganz so weit nach Norden reicht als auf der Mitte, so liegt das daran, dafs
weiter nach Osten die Nordostpassatgrenze viel weiter zurücktritt und sich hier
ein breites Gebiet westlicher und nordwestlicher Winde bildet, welches, da der
Wind hier nicht mehr eine Ablenkung des Südost-, sondern des Nordostpassates
ist, dem Südwestmonsungebiete nicht zugerechnet werden kann.
Einige nähere Angaben über das Auftreten des Monsuns ist in Folgendem
gegeben:
Die Hauptmonate des Südwestmonsuns sind Juli, August und September.
Im August reicht sein Gebiet am weitesten nach Norden und weht er am be-
ständigsten. Im Juni ist das Auftreten viel unregelmäfsiger, die Nordgrenze
liegt durchschnittlich 4,4° südlicher als im August, und der Monsun zeigt sich
Jann fast nur im Osten, viel weniger im Westen von 25° W-Lg. Aehnlich ist
es im Oktober, doch ist der Unterschied in der Häufigkeit des Monsuns
zwischen westlicherer und östlicherer Länge nicht so grofs und die mittlere
Häufigkeit gröfser als im Juni. Im Juli, August und September treten monsun-
ähnliche südwestliche Winde zeitweilig noch in 40° und westlicherer Länge auf,
im Oktober ist das sehr selten, im Juni kommt es nicht vor. Im Allgemeinen
geht die Grenze des Monsuns auch zur Zeit seiner Höhe nicht über 35° W-Lg
hinaus. Die äußersten Punkte der Beobachtung sind im Juni 6° N-Br in
36° W-Lg, im Juli 855° N-Br in 47° W-Lg, im August 12° N-Br in 48° W-Lg,
im September 13° N-Br in 47° W-Lg und im Oktober 9° N-Br in 41° W-Le.