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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

248 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1902. 
auch kaum halb so grofs wie die Oktobermenge in Monte Cafe, 213 gegen 
511 mm. Wie schon vorher gesagt worden, ist indessen auch am letzteren Orte 
März ein sehr regenreicher Monat, der nächste nach Oktober. Im Uebrigen 
läuft der jährliche Gang der Monatsmittel an beiden Orten ziemlich gleich. 
Von Juli an nimmt die Regenmenge mehr und mehr zu bis zum Oktober in 
Monte Caf& und November in San Thome, nimmt dann ab bis zum Februar, 
steigt wieder sehr rasch im März, um darauf wieder bis zum Juni auf das 
Minimum zurückzugehen. Die mittleren Unterschiede in den Regenmengen der 
einzelnen Monate sind auch in San Thome sehr erheblich. An beiden Orten 
lassen die Messungen, wie die Lage auf dem Aequator erwarten läfst, zwei 
Trocken- und zwei Regenzeiten erkennen. Die Haupttrockenzeit fällt mit der 
gröfsten nördlichen Deklination der Sonne zusammen, die Nebentrockenzeit 
folgt der gröfsten südlichen Deklination. Die Hauptregenzeit ist in San Thome€, 
wenn die Sonne den Aequator nach Norden überschreitet, in Monte Cafe einen 
Monat nach dem Uebergang der Sonne nach Süden. Die kleinere Regenzeit 
fällt umgekehrt in Monte Cafe mit dem nördlichen Uebergang zusammen, in 
San Thome6 zwei Monate nach dem südlichen Uebergange. 
Die mittlere Anzahl der Tage mit Regen ist in San Thome auch 
wieder nur halb so grofs wie in Monte Cafe, 89 gegen 188 Tage im Jahre. 
Der jährliche Gang ist ähnlich wie bei der Regenmenge, indem die wenigsten 
Regentage auch Juni und Juli haben. Dagegen giebt es in San Thome die 
meisten Regentage, ebenso wie in Monte Cafe, im Oktober. Indessen ist die 
zweite gröfste Anzahl in San Thome im März nur wenig kleiner, während sie 
in Monte Cafe im März und April um neun Tage weniger als im Oktober aus- 
macht. Das zweite Minimum fällt in Monte Caf€ in den Februar, in San 
Thome schon in den Dezember. 
Die mittlere Regendichte, d. h. die durchschnittliche Regenmenge 
eines Regentages, ist in den meisten (acht) Monaten in San Thome€ gröfser als 
in Monte Cafe, Ausnahmen machen nur September, Oktober, Februar und 
März. Es zeigt sich also, dafs der Regen in San Thome in dichteren Schauern 
fällt als in Monte Cafe, was wohl daher rührt, dals der Regen, bis er unten 
in San Thome ankommt, noch eine warme mit Feuchtigkeit geschwängerte 
Luftschicht von 690 mm Dicke zu durchfallen hat, wodurch die Tropfen sehr 
verdickt werden. Wenn demnach auf der Höhe im Ganzen mehr Regen fällt 
als unten, so liegt das an der doppelt so grofsen Anzahl der Regentage., 
Im Einklang mit der gröfseren Luftwärme, der geringeren Bewölkung 
und der geringeren Regenmenge und Anzahl Regentage in San Thome ist die 
mittlere Verdunstung hier — 1205 mm — doppelt so grofs als in Monte 
Cafe — 600 mm. Am gröfsten ist der Ueberschufs im September — 192%, 
Oktober — 171% und August 163°%o, am kleinsten im April — 47% und im 
Februar — 51% — der Verdunstungsmenge von Monte Cafe. Der jährliche 
Gang der Verdunstung in San Thome€ zeigt ein Maximum im Juli, ein Minimum 
vom Dezember bis Februar, in welchem Monat es am niedrigsten ist. 
Sind im Vorstehenden die klimatischen Verhältnisse der beiden 
äquatorialen Inselstationen, eines auf der Höhe, das andere am Strande gelegen, 
im Einzelnen dargelegt worden, so geben die mitgegebenen Tafeln 8, 10 und 11 
noch ein einfaches übersichtliches Bild der Hauptzüge des Klimas. Die Diagramme 
erklären sich durch die Ueberschrift. 
Die wunderbaren Aenderungen und Abweichungen vom Mittel von Luft- 
druck, Wärme, Niederschlag und Verdunstung von Jahr zu Jahr und oft für 
längere Zeit anhaltend, welche wir aus den Beobachtungsreihen erwiesen haben, 
können an dieser isolirten Stelle unter dem Aequator nicht von verwirrten 
Einflüssen wie die der Wetteränderungen höherer Breiten herrühren, Sie sind 
ohne Zweifel die direkten Wirkungen der Urquelle aller Wettervorgänge, der 
Veränderungen in der Thätigkeit, der Wärmeerzeugung der Sonne. Es mulfs 
die philosophische Meteorologie auf diesen Ursprung zurückgehen. Es mülsten 
auf möglichst zahlreichen äquatorialen Stationen neben Aktinometern, die hier 
ihre Werthe am unmittelbarsten zeigen, auch sonstige meteorologische Instru- 
mente aufgestellt werden, dann kämen wir weiter. Das wünscht der Verfasser,
	        
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