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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Segelanweisung für die Kamernn-Küste von Kap Isongo bis Victoria. 235 
4 bis 5 m bis nach Bibundi auf etwa 11 m zu. Das Wetter selbst ist sehr 
veränderlich, und tritt der Regenfall sehr oft nur strichweise auf. Während der 
Trockenzeit ist die Luft stark diesig. 
Die vorherrschenden Winde sind Landwinde aus NNO bis ONO und 
Seewind von SSW bis WSW. 
Tornados treten selten und auch nur in mäfsiger Stärke auf, meist aus 
östlicher Richtung. 
Handel, Ausfuhr. Tauschhandel findet an diesem Theil der Küste 
nicht statt. 
Die Ausfuhr besteht lediglich aus Kakao und etwas Kaffee. 
Arbeiterverhältnisse. Die Bakwiri, die an diesem Theil der Küste 
wohnen, arbeiten nur sehr selten, die Hauptzufuhr der Arbeiter erfolgt von 
Balundi am nördlichen Fulse des Grofsen Kamerun-Berges aus. Die Anwerbung 
stöfst bei der schlechten Behandlung der Arbeiter auf immer gröfsere Schwierig- 
keiten und wird deshalb die Arbeiterfrage für die Pflanzungen immer brennender. 
Schiffsverproviantirung. Wasser, Dauerproviant ist an diesem Theile 
der Küste gar nicht, Frischproviant (Früchte, Kleinvieh, Hühner) nur in sehr 
beschränktem Mafse und auch nur zu aufserordentlich hohen Preisen zu erhalten. 
Gutes Trinkwasser ist an vielen Stellen der Küste zu erhalten. Nördlich 
von Bakingele, etwas unter der Hochwasserlinie, tritt aus dem Lavagestein ein 
starker Strahl klares Wasser heraus, ebenso weiter nördlich bis zum Wete- 
Wete-Hafen quillt überall klares Frischwasser aus den Felsen. Weiter oben 
ist die Quelle am Mussongo-Bach schon erwähnt. 
Frischwasser bei dem kleinen Vorsprung vor Bakingele, das in vielen 
Quellen rings aus demselben heraustritt, ist nicht zu gebrauchen, da es von 
den Eingeborenen verunreinigt wird. 
Frischwasser zu anderen Zwecken kann überall aus den kleinen Bächen 
zwischen Batoki und Isongo entnommen werden. 
Besonders klares und tieferes Wasser befindet sich an der Mündung des 
Mbele-Baches, woselbst auch bis 8° V. und von 4" N. ab ein im Schatten ge- 
legener schöner Ladeplatz sich befindet. 
Gesundheitsverhältnisse, Die Gesundheitsverhältnisse sind, wie überall 
an der Kamerun-Küste, schlechte. Nur Isongo-Niederlassung soll verhältnifs- 
mäfsig recht gesund sein, während der in der Nähe belegene Wete-Wete-Hafen 
sehr fieberreich ist, so dafs ein Uebernachten daselbst unter allen Umständen 
vermieden werden mufs. Ein Flülschen gleichen Namens mündet dort in der 
Regenzeit, bildet aber während der Trockenzeit nur eine Lagune. Wasser aus 
offenen Bächen darf unfiltrirt nicht getrunken werden, da der sogenannte 
Guineawurm, ein fadenartiger Wurm, der eine Länge bis zu 15 cm erreicht, in 
den offenen Flüssen hier lebt, sich im menschlichen Körper nach dem Genusse 
des Wassers festsetzt und später, gewöhnlich nach sechs Wochen unter Kiter- 
bildung aus dem Körper wieder heraustritt. 
Die Witterung zu Tsingtau im Dezember 1901,Januar und Februar 1902 
nebst einer Zusammenstellung für den Winter 1901/1902, 
Bericht der Kaiserlichen Meteorologisch-astronomischen Station in Tsingtau. 
Die anliegende Tabelle enthält die meteorologischen Beobachtungen so- 
wohl für die Monatsdrittel als auch für die ganzen Monate Dezember 1901, 
Januar und Februar 1902. Am Schlusse sind die Beobachtungen für den 
Winter 1901/1902 zusammengefafst aufgestellt. (Die Berechnung der „Allgemeinen 
Lufibewegung“ unter Zugrundelegung der Windbeobachtungen an den drei 
Terminen jedes Tages — vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“ 1900, 5. 63 — ist hier bei- 
vefügt worden. D. Red.)
	        
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