752
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1902.
wie HEoke-Berg bieten beide, in östlicher oder westlicher
Richtung gesehen, eine kreisrunde Kuppe.
Landungsplätze und Wege. Beim Dorfe Udje in der
Mussongo- Bucht, in welche ein Bach gleichen Namens ein-
mündet, können Boote bei mäfsiger Brandung und Hoch-
wasser bis in den Mussongo-Flufs gehen und daselbst Frisch-
wasser nehmen. Etwa 1/2" flufsaufwärts befindet sich eine
Quelle mit gutem und kühlem Trinkwasser.
An der linken Flufsmündung führt ein Fulspfad die
etwa 20 m hohe Uferwand hinauf nach dem Fulßlswege
Vietoria—Isongo—Bibundi.
Dieser letztere zieht sich in der Nähe der Küste im
Gehölz entlang; zwischen den Dörfern Batoki und Bakingele
führt er über den bei mittlerem und Niedrigwasser gut
gangbaren Sandstrand. Zahlreiche Bäche und Flüfschen
durchschneiden den Weg und erreichen während der Regen-
zeit eine Tiefe bis über 1m.
Ein weiterer Landungsplatz bei nicht zu hoher Bran-
dung befindet sich in der Batoki-Bucht, in der sich etwas
Sandstrand befindet. Auch von hier führt ein kurzer Fufß-
pfad nach dem Wege Victoria—Isongo-— Bibundi.
Einen sicheren Bootshafen, selbst bei schwerer Bran-
dung, bietet der Wete-Wete-Hafen, namentlich dessen nord-
westliche Ecke. Der Hafen ist etwa 800 m breit und 200
bis 250 m tief, hat Sandstrand und Tiefen bis zu 6 m.
In der Nordwest- und Südostecke des Hafens mündet
der geschlagene Buschweg auf den Sandstrand aus. Der
Hafen ist vollkommen unbewohnt.
Unmittelbar aufserhalb des hier besprochenen Gebietes
liegt der Bootshafen der Isongo-Pflanzung.
Ansegelung nach Vietoria. Um vom Gebiete zwischen
Kap Limboh und Kap Isongo, bezw. von SW kommend, frei
von den der Küste zwischen Limboh Batoki vorgelagerten
Felsen nach Victoria zu steuern, fährt man in der Peilung
Kap Nachtigall (Bismarckthurm) eben frei von Ambas-Insel
Südspitze etwa S0'4S so lange, bis Kap Limboh Bake NzW
peilt (etwa 3 Strich achteraus) und dann nehme man Kurs
0S0'420 zwischen Ambas und den Piraten - Inseln hindurch
und nach dem Passiren der letzteren 0!/aN und steuere damit
in die Richtungslinie der südlichen Ansteuerungsbaken hei
Victoria ein; man ankert, wenn Weilers Faktorei linke Kante
N peilt auf etwa 9m Wasser,
Ankerpeilung: Weilers Haus linke Kante N, südliches
Leitfeuer 0148.
Ankerplätze. Gute Ankerplätze bietet die Küste
zwischen Bakingele und Batoki-Dorf. Man liegt dort auf
etwa 20m Wasser und Sandschlicek ruhiger wie vor Victoria.
Besonders eignen sich die Plätze vor Mbele und Neue-Bake.
Pflanzungen, Die Kakaopflanzungen, welche an der
Küste liegen, sind von See aus nicht sichtbar, da der Urwald
am Strande zwecks Abhaltung des schädlichen Seewindes
nicht abgeholzt ist und auch innerhalb der Pflanzungen noch
gine Anzahl von Schattenbäumen stehen geblieben ist. Die
Pflanzungen erstrecken sich von Isongo bis Bakingele und von
Batoki bis Mokundanye und gehören der westafrikanischen
Pflanzungsgesellschaft Bibundi an. Hinter Isongo liegt die
Pflanzung Oechelhausen, aufserdem kleinere Reservate der Ein-
geborenen in der Nähe der Dörfer.
Wind und Wetter. Die Küste ist eine der regen-
reichsten der Erde. Die Regenhbhöhe nimmt von Victoria von
zn