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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Witterung an der deutschen Küste im Februar 1902, 
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7. und im Osten am 3. und 7. bis 13. ein, so dafs auch an der Ostsee kalte 
Morgen entschieden vorherrschten.. In.ihrem ‚Gange von Tag zu Tag zeigten 
die Morgentemperaturen mit Ausuahme von Memel während der I. Dekade meist 
nur kleine Schwankungen um ein wenig veränderte Lage... Die zweite Dekade 
brachte um Mitte des Monats eine starke Abkühlung, die niedrigsten Temperaturen, 
und dann wieder gleich grofse Erwärmung; durch eine starke vorübergehende 
Zunahme am Morgen des 16. wurden im Osten theilweise sehr erhebliche 
Aenderungen von Tag zu Tag hervorgerufen. Die III. Dekade führte im Westen 
eine schwache, im Osten dagegen recht beträchtliche Abkühlung mit niedrigsten 
Temperaturen am 22. bis 24., und nach weiteren kleinen Schwankungen vom 
27. zum 28. überall Erwärmung herbei. Memel zeichnete sich durch einen 
mehrfach abweichenden und besonders. auch in der ersten Dekade erhebliche 
Schwankungen aufweisenden Verlauf der Morgentemperaturen aus. 
Die. Temperatur schwankte an der Küste zufolge den Beobachtungen an 
den Normalbeobachtungsstationen zwischen der niedrigsten Temperatur — 17,3° 
von Rügenwaldermünde und der höchsten 8,9° von Wilhelmshaven, also um 
26,2°, während die kleinste Schwankung in Keitum mit 11,3° und die gröfste 
jn Rügenwaldermünde mit 20,9° beobachtet wurde. 
Die für die drei Beobachtungstermine aus den Aenderungen der Temperatur 
von Tag zu Tag ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Aenderungen als arith- 
metisches Mittel berechnete interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur (I. V. T.) 
lag mit ihren höchsten Werthen zwischen 1,4° und 4,5°; sie erreichte die höchsten 
Werthe durchweg am Morgen, die kleinsten meist am Nachmittag. 
Die Monatsmengen der Niederschläge überstiegen nur vereinzelt 20 mm; 
sie blieben zwischen Weser und Oder meist unter 10 mm und an der mecklen- 
burgischen Küste meist unter 5 mm. — Läfst man den Niederschlagstag um 
8b a Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages beginnen und sieht man von 
vereinzelten und von geringfügigen Niederschlägen ab, so fielen diese im Februar 
über gröfserem Gebiete am 3. und 4. ostwärts der Oder, am 5. an der mittleren 
Ostsee, am 6, an der Nordsee, am 7. an der Osisee, am 8. und 9. an der ganzen 
Küste, am 10. ostwärts bis Pommern, am 11. und 12. an der Nordsee, am 25. 
und 26. ostwärts der Oder, am 27. ostwärts bis Rügen und am 28. ostwärts bis 
Mecklenburg wie an der preufsischen Küste. — Sehr ergiebige Niederschläge 
und Gewitter wurden nicht beobachtet. — Nebel trat in gröfserer Verbreitung 
auf am 2. an der preufsischen Küste, am 3, an der Nordsee, am 8. und 4. ost- 
wärts bis Pommern, am Il. ostwärts bis Rügen, am 13. ostwärts bis Pommern, 
am 14. an der Nordsee, am 16. von Mecklenburg bis Pommern, am 18. ostwärts 
bis Mecklenburg, am 25. an der mittleren Ostsee, am 26. von der Elbe bis 
Mecklenburg, am 27. westlich der Elbe und am 28. an der mittleren und öst- 
lichen Ostsee. — Als heitere Tage, an denen die‘ nach der Skala 0 bis 10 ge- 
schätzte Bewölkung im Mittel aus den dreimal täglichen Beobachtungen 
kleiner als 2 war, charakterisirten sich über gröfserem Gehiete der I. an der 
schleswig - holsteinschen Küste und ostwärts der Oder, der 1. bis 16. an der 
ganzen Küste, der 20. an der ostdeutschen Küste, der 21. von Rügen ostwärts, 
der 22. bis 24. an der ganzen Küste, der 25. von der Elbe bis Mecklenburg 
und ostwärts der Oder und der 26. westwärts der Elbe. 
Auf der Südseite eines. von Nordwesten her, wo der Luftdruck nördlich 
von der Nordsee 790 mm überstieg, über Centraleuropa ausgebreiteten Hoch- 
druckgebietes, das mit anticyklonalen Isobaren bis Mitteldeutschland reichte, 
herrschten an der Küste zu Anfang des Monats Winde aus östlichen Rich- 
tungen; eine Depression über dem Mittelmeere breitete sich nordwärts aus 
und rief am 1. und 2. an der westdeutschen Küste vielfach stürmische Winde 
aus östlichen Richtungen hervor. Die Winde flauten aber bald wieder ab, indem 
die Depression im Süden an Tiefe abnahm und gleichzeitig das Hochdruck- 
gebiet an Höhe verlor und sich nach Nordwesten hin zurückzog. Ein über 
Nordwestrussland erscheinendes Minimum .dehnte sein Gebiet südwestwärts, 
zunächst nach dem Süden der Ostsee und dann über Skandinavien aus, so dafs 
am 3, und 4. an der ostdeutschen Küste Niederschläge eintraten, wie auch 
solche am 5. an der mittleren Ostseeküste im Bereiche einer schmalen Furche 
niedrigen Luftdruckes auftraten. .An diesem Tage ‚verlagerte sich ein Kern 
hohen Druckes von der Mitte Kontinentaleuropas nach dessen Osten, während
	        
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