Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1902
In den englischen Segelanweisungen sind die Brücke und die beiden rothen
Laternen erwähnt, letztere sollen jedoch nur dann brennen, wenn ein Dampfer
von Neu-Seceland erwartet wird; trotzdem brannten die Lichter während der An-
wesenheit S. M. S. „Cormoran“, obgleich man keinen Dampfer erwartete.
Papeete. !)
In der Einfahrt des Hafens von Papeete müssen gröfsere Schiffe
sich etwas westlich von der Ansteuerungslinie halten, welche durch die beiden
Leuchtfeuer oder durch die diese am Tage markirenden Pfähle und den einzeln
erhöht stehenden Obelisken bezeichnet wird.
An der Ostseite der Einfahrt sollen sich grofse Steine befinden.
Die beiden rothen Feuer, die sich nach der englischen Admiralitäts-
karte No. 1158 in der Nähe des Wasserplatzes beßnden sollen, existiren nicht;
dafür ist ein grünes Feuer vorhanden, welches beim Insichtkommen die Be-
grenzungslinie anzeigt, über welche hinaus größere Schiffe von Westen kommend
nicht ankern dürfen.
In den englischen Segelanweisungen ist dieses Feuer auch nicht erwähnt,
“Siehe „Nachr. f. Seet.“ 1901 No. 2728).
Nukahiva., ®)
Das Ansteuern der Bucht von Taia-Hac@ führt man am besten aus,
indem man etwas östlich von der Mitte der Einfahrt mit mw. N!/20-Kurs in die
Bucht hineinsteuert, bis man den Pfahl des Feuers auf dem Wall von Collet-Fort
mw. NO peilt, und dann in dieser Peilungslinie weiterdampft, bis man von 18
bis 12 m Wassertiefe lothet.
Wie auch in den englischen Segelanweisungen erwähnt ist, empfiehlt es
sich, das Schiff mit Mooringschäkel zu vermooren, da man bei den plötzlich
amspringenden Winden und den von den Bergen herabkommenden Böen beständig
schwaiet; ein Anker genügt wegen Platzmangels nicht.
In der Bucht stand trotz östlicher Winde Dünung, welche das Anlegen
der Boote an der vorhandenen Landungsbrücke zeitweise beschwerlich machte.
Tohauku (Taa-hu-ku). 3)
Um in diesen Hafen einzusteuern, fährt man mit mw. NzO-Kurs in die
Kinfahrt hinein, indem man sich des Stromes wegen etwas östlich hält, und
ankert auf 20 bis 16 m Wassertiefe mit dem Bug nach aufsen mit beiden Bug-
ankern, und hinten mit einem MHeck- oder Stromanker.
Während des Aufenthaltes in diesem Hafen lag S. M. S. „Cormoran“
mit dem französischen Kanonenhoot „Zelee“ zusammen, wie die Skizze auf
Tafel 2 zeigt.
An der Westseite der Bucht befindet sich eine steile Treppe mit Podest,
die für Boote wegen der schon bei östlichem Winde auftretenden Dünung zum
Landen nicht benutzt werden kann.
Die an der Ostseite vorhandene Landungsstelle, ein kleiner flacher Ein-
schnitt in den steinigen Strand, ist für Schiffsboote brauchbar.
Takapoto (King George-Inseln). %)
Der mit etwa 20 m hohen Kokospalmen bepflanzte Atoll von Takapoto
ist auf ungefähr 12 Sm Abstand zu sehen,
Als Ansteuerungsmarke für die an der Südwestseite der Insel befindlichen
Station ist die weifßse Kirche mit spitzem Thurme gut zu benutzen; südlich von der
Kirche, etwa 50 m davon entfernt, steht eine weiße 5 m hohe Pyramide mit
Flaggenstange; dieses ist auch zugleich die Stelle, an welcher Boote bequem
1) Engl. Adm-Kart, No. 1382, Tahiti and Murea, nebst Plan No. 1158, North Coast of Tahiti.
Segelanweisung Engl. S. 58 ff, .
?) Engl. Adm-Kart, No. 1640, Marquesas Islands, nebst Hafenplänen; Segelanweisung Engl.
S. 160 £,
:) Siehe Plan auf Engl. Karte 1640, Taa-hu-ku; Segelanweisung Engl. S. 155.
5 Engl. Adm-Kart. No. 767: Segelanweisung Engl. S. 139.