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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Dinklage, L. E.:: Meteorologische Beobachtungen der Höhenstation Monte Cafe, 215 
dem Maximum in keinem Monat. Die stärkste Bewölkung war gleichzeitig mit 
der grölsten Feuchtigkeit in vier Monaten, mit. der geringsten wieder in keinem 
Monat, die geringste in neun Monaten mit der geringsten und nur in einem 
Monat mit der gröfsten Häufiukeit. Bei der Verdunstung zeigten sich die 
grö'sten Werthe siebenmal bei der kleinsten, keinmal bei der gröfsten Luft- 
feuchtigkeit, in demselben Verhältnifs die kleinsten Werthe elfmal bei der 
gröfsten, keinmal bei der geringsten Feuchtigkeit. 
Aus Vorstehendem ist leicht zu ersehen, wie es mit dem Verhältnifs 
zwischen Regenmenge, Anzahl der Regentage, dem Grade der Bewölkung und 
der Verdunstung steht. Sie entsprechen aufserdem der Natur der Sache und 
brauchen hier deshalb nicht weiter erörtert zu werden. (Schlufs folgt.) 
Die Wärmevertheilung in dem Wasser der südpolaren Meere.‘ 
Von Dr. Gerhard Schott, Assistent bei der Seewarte Hamburg, 
(Hierzu Tafel 9.) 
I. Die antarktischen Oberflächentemperaturen im Süd- 
atlantischen und Indischen Ozean. 
Schon polwärts von 50°, ja von 45° S-Br sind im Indischen Ozean nicht 
mehr aus allen Monaten des Jahres Bestimmungen der Temperatur des Ober- 
flächenwassers vorhanden; es läfst sich eben nuch sagen, dafs auf ungefähr 
48° S-Br die Jahresisuotherme von 5° zu liegen scheint. Je weiter nach Süden 
wir gelangen, desto mehr beschränken sich die Beobachtungen auf solche im 
südlichen Frühjahr und Sommer. Die Einzelbeobachtungen der „Valdivia“ und 
diejenigen des „Challenger“ sind die einzigen längeren und zuverlässigen Reihen 
von Messungen in den letzten Jahrzehnten aus. dem antarktischen Meere des 
Indischen Ozeans. — Die „Valdivia“-Beobachtungen ergeben folgendes Bild 
von den Wassertemperaturen im antarktischen Frühling (November und De- 
zember) 1953. He} 
Ueber die geographische Position, an der die „Valdivia“ rein antarktisches 
Wasser erreichte, ist nur innerhalb enger Grenzen ein Zweifel möglich. Aus 
dem mehrfach beschriebenen?) Mischyebiet waren wir unter 45° S-Br. heraus; 
dort fiel auch der Salzgehalt zum ersten Male auf 34°00o und weniger, somit 
auf den Betrag, der für die ganze Eismeerfahrt im Mittel gilt (33 6 bis 33,8° oo). 
Es ist dieser Grenzwerth von 34,0°%o auch von Pettersson®) und anderen 
Ozeanographen im arktischen Meere zur Trennung des nordpolaren Strom- 
wassers vom nordatlantischen Mischwasser benutzt; dort liegen in.dieser Be- 
ziehung die Verhältnisse also ganz ähnlich. ‚Wir können daher sagen, dafs, da 
zugleich die Wasserwärme ziemlich gleichmäfsig, aber stark sank, unter 
mindestens 50° S-Br am 22. November mit 2,5°, wenn nicht schon unter 47° S-Br 
am 20, November mit etwa 5,5° rein polares Wasser unter den Längen der 
Bouvet-Gegend an der Oberfläche vorhanden war, Im Osten, bei der Fahrt 
nordwärts nach Kerguelen, war die Grenze deutlicher markirt, sie wurde am 
31. Dezember frühmorgens unter 46° S-Br überschritten, als die Temperatur 
innerhalb 8 Stunden von 45° auf 9,4° und der Salzgehalt von 33,7%oo auf 
34,3° 00 stieg. 
1) Die Direktion der Seewarte ist in der Lage, aus dem in einigen Wochen im Buchhandel 
erscheinenden I. Bande des wissenschaftlichen Werk-s über die deutsche Tiefsee-Expedition auf dem 
Dampfer „Valdivia“, welcher die Ozeanoxraphie und maritime Meteorologie behandelt (Jena, Gustav 
Fischer 1902), schon jetzt den Inhalt zweier Paragraphen zu veröffentlichen, die ein in dem jetzigen 
Zeitalter der Südpular-Expeditionen aktuelles Thema behandeln und zwar behandeln nicht blofs an 
der Hand der einzelnen „Valdivia*-Messungen, sondern unter Hinzuziehung auch des sonstigen ver- 
fügbaren Materiales, 
2) Vgl. z. B. Deutsche Seewarte, „Segelhandbuch für den Atlantischen Ozean“ 
2, Auflage, S. 42. 
3) Peterm. Mittheil, 1900, S. 8.
	        
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