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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1902.
Die Menge der Verdunstung.
Jahr Maximum Minimum Unterschied
18851) Dezember 63 mm Juni 56 mm 7 mm
1886 Juli 69 Oktober 31 38
1887 März 71 Oktober 29 , 42,
1888 April 53 September 21 32
1889 April 51 Oktober 20 „ 31
Absolutes Maximum 71 mm im März 1887, Minimum 20 mm im Oktober
1889, Unterschied 51 mm. Fünfjähriges Mittel 59 mm im April, 34 nım im
Oktober. Der Eintritt des Maximuws und des Minimums weicht in mehreren
Jahren von der mittleren Zeit ab.
Es erübrigt noch eine eingehendere Untersuchung über die Beziehungen
der einzelnen meteorologischen Elemente zu einander, die in grofsen Zügen
schon bei der Betrachtung der Unterschiede in den Jahresmitteln dargelegt
worden sind. Für die Ableitung der folgenden Angaben sind aus der
Tabelle 111 die Jahre entnommen worden, in welchen die Monatsmittel des
Luftdrucks, der Luftwärme u. s. w. in den verschiedenen Monaten ihren gröfsten
and ihren kleinsten Betrag erreichen. Dann wurde untersucht, wie oft die
Maxima und Minima des einen mit denen des anderen Elements in der Zeit
zusammentrafen, woraus sich auf eine Beziehung zwischen beiden Elementen
oder auf ein Fehlen derselben schliefsen liefs. So fand man z. B., dafs die
Zeit des gröfsten Luftdrucks viermal mit der Zeit der gröfsten Wärme, aber
nur zweimal mit der Zeit der kleinsten Wärme zusammenfiel, ferner dafs die
Zeit des niedrigsten Druckes nur einmal mit der gröfsten, dagegen siebenmal
mit der geringsten Wärme zusammenfiel. Man durfte also annehmen, dafs in
den meisten Fällen der höhere Druck von größerer Wärme, der niedrigere
Druck von geringerer Wärme begleitet wäre. Auf diese Weise wurden folgende
Resultate erhalten.
Der Luftdruck scheint auf die Feuchtigkeit der Luft keinen Einflufs zu
haben, da das Maximum der letzteren ebenso oft mit dem Minimum des Drucks
als mit dem Maximum zusammenfällt.
Die gröfsten Regenmengen kamen auffälligerweise 1'/z mal so oft bei
außergewöhnlich hohem als bei niedrigem Luftdruck vor, die kleinsten viermal
30 oft bei niedrigem als bei hohem. Es ist zu bedenken, das es am Aequator
nichts den Luftdruckdepressionen der höheren Breiten Aehnliches giebt.
Auf die übrigen Elemente: Anzahl der Regentage, Bewölkung und Ver-
dunstung sind die Schwankungen des Luftdrucks ohne KEinfluis. Es findet
ebenso oft ein zeitliches Nichtzusammentreffen als ein Zusammentreffen statt
Die Luftwärme hat insofern auf die anderen Elemente Einfduls, als aulser-
gewöhnlich grofse Wärme sechsmal so oft mit geringer als mit grofser
Feuchtigkeit der Luft zusammenfällt, ferner fällt bei erhöhter Temperatur eine
grölsere Regenmenge und bei erniedrigter Temperatur eine kleinere Menge viel
häufiger, als das Entgegengesetzte der Fall ist. Dementsprechend ist auch die
Zahl der Regentage grölser bei erhöhter und kleiner bei erniedrigter Temperatur.
In derselben Weise gilt dies für die Verdunstung, insofern als groise Ver-
lunstung dreimal so oft bei erhöhter als bei erniedrigter Luftwärme stattfindet.
Die Bewölkung und die Wärme scheinen sich nicht zu beeinflussen. Das gilt
natürlich nur, wenn, wie hier, immer dieselben Monate der verschiedenen Jahre
miteinander verglichen werden, nicht aber die verschiedenen Monate des Jahres
anter sich. In diesem Falle ergiebt sich für den kühlen Monat Juni der
Trockenzeit die geringste Bewölkung,
Die Beziehung zwischen Luftfeuchtigkeit und der Temperatur ist bereits
arwähnt. Ebenso grofs oder noch größer zeigt sich der Kinflufs der Luft-
feuchtigkeit auf die übrigen, die nassen Elemente. Ile gröfste Rexenmenge
Gel dreimal so häufig bei grölster als bei geringster Luftfeuchtigkeit, und umge-
kehrt die kleinste Menge dreimal so oft bei geringerer als bei gröfserer Feuchtig-
keit. Von den Fällen der meisten Regentage kamen viermal so viele bei
arhöhter als bei erniedrigter Feuchtigkeit. Die geringste Anzahl der Regen-
tage fiel in fünf Monaten mit dem Minimum der Feuchtigkeit zusammen, mit
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1) Vom Januar bis April 1885 ist die Verdunstung auf der Station noch nicht beob-
achtet worden.