Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Jannar 1902,
Ansteuerung. Der Elephanteuberg bei Batauga, der einem mit dem
Kopfe nach Süden liegenden Elephanten ähnlich sieht, bildet eine gute Land-
marke, Vnn Norden kommend, sichtet man zuerst die Häuser von Londji und
nicht weit davon die von Plantation. Befindet man sich weiter draufsen, so
sind auch die Häuser von Kribi und Grofs-Batanga sichtbar. Nachts müssen
die Faktoreien in diesen Orten auf ihren Veranden helle Lichter brennen. Kin
Irrthum in der Ansteuerung ist daher tags und nachts ausgeschlossen.
Ankerplatz liegt auf 5,55 m Wasser, Grund Sand. Man peilt vom
Ankerplatze den Felsen, auf dem die Faktorei von Randad & Stein erbaut ist,
in mw. 050%0.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Ladungsmanifest für Londji mufs in
Duala abgegeben werden. Das nächste Bezirksamt ist in Kribi. Hafenunkosten
giebt es nicht. Trinkwasser und Kesselkohlen sind nicht vorhanden.
Gabun.)
Nach Fragebogen No. 1817 des Kapt. B. Haken, D. „Ella Woermann“, vom 29. September 1901.
Ansteuerung. Die Küste nördlich von der Gabun-Mündung zwischen
Esterias- und >* Clara-Huk ist hoch, während sie südlich davon hei der Gombe€e-
Auk niedrig ist Von Norden kommend, lassen die Woermann-Dampfer die
Themis-Bank an St-B. Die Tonne bei der Mouchbe-Bank scheint öfter zu ver-
ireiben. Von Süden kommend, mufs man daber sehr vorsichtig sein, um nicht
auf der Bank festzugerathen. Aufer den erwähnten Tonnen und der Tonne auf
der Südostbank lagen keine Tonnen aus.?) Um von der Mouche-Bank-Tonne
einzusteuern, kann man sich folgender Leitmarke bedienen, die von allen Untiefen
frei führt: Das hellgrüne Feld in der Senkung zwischen den beiden Hügeln auf
Coniquet-Eiland in Eins mit Owendo-Huk, Nach dem Passiren der Südost-Tonne
steuern die Woermann-Dampfer auf Glass zu und ankern auf 7,3 m Wasser über
Schlickgrund, die Woermann-Faktorei in Glass in mw. 0'/2S-Peilung. Lootsen
sind nicht vorhanden. Einige Barkassen können Segelschiffe beim Steuern unter-
stützen, sind jedoch zum Schleppen zu schwach.
Hafenanlagen, Eine hölzerne Landungsbrücke ist in Glass von der
englischen Firma Hatton & Coohson angelegt. Da der Strand sehr flach und
voller Klippen ist, muß die Ladung, namentlich bei Ebbtide, ziemlich weit ge-
tragen werden,
Hafenunkosten. „Ella Woermann“ zahlte an Gesundheitsgebühren 15 Fr,
Ankergeld 214,80 Fr, Tounengeld 145,20 Fr, zusammen 370 Fr. Falls man
noch einen anderen Hafen der Kolonie Gabun anläuft, zahlt man nur noch 3 Fr
für einen Paß.
Schiffsausrüstung. Das Flulswasser weiter oben ist vielleicht als Kessel-
speisewasser zu verwenden. Kohlen sind zu haben, aber jedenfalls sehr theuer,
Etwas frisches Gemüse und Fleisch sind zu haben, jedoch theuer.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Man läuft mit der Quarantäneflagge
m Topp ein, dann kommt der Arzt, dessen Boot die Q-Flagge im Bug führt,
meist nach geraumer Zeit an Bord.
Zur Kongo-Fahrt.
Aus den Reiseberichte S. M. S. „Habicht“, Komudt. K-Kapt. Kutter.
S. M. S. „Habicht“ befuhr Ende August 1901 den Kongo von seiner
Mündung bis nach Boma auf- wie abwärts. Der Kommandant bemerkt in seinem
Bericht hierüber u. A. Folgendes:
In Banana sind drei, in Boma und in Matadi je ein Kongo-Lootse stationirt.
Zu den Notizen, die aus meinem vorjährigen Reisebericht in den „Ann. d,
Aydr. etc.“ 1901, Heft 3 veröffentlicht sind, mufs ich folgende Berichtigungen
machen:
Die Lootsen bringen jeden Dampfer bis Matadi, ohne dafs jedesmal das
Fahrwasser vorher betonnt wird. In Boma ist ein Kommissar, dem die dauernde
} Engl. Adm-Kart. No. 1361, Fernando Po to Cape Lopez, No. 1877, River Gaboon.
“) Vergl. „N. f. S.“ 1901, No. 2699 und 1900, No. 1800.