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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1902.
Einen ausgeprägten Gleichgang mit der Luftwärme zeigen die Nieder-
schlagsverhältnisse. Es betrug
5. die Regenmenge im Jahr:
1885 2852 mm, gegen das Mittel von 2541 mm also 311 mm zu viel,
1886 2821 „ » 74 » nn » 280 „ » »
1887 2178 „ » » » » » » » 363 „ » Wenig,
1888 2370 „ » 9» 2» 9» » 7» IN x
1889 2483 ” % » = . = 58
6. Die durchschnittliche Regenmenge in 24 Stunden:
1885 7,8 mm, gegen das Mittel von 7,0 mm also 0,8 mm zu viel,
1886 7,7 ” »” » »„ %»wnm» =» D7 = » »
1887 6,0 » % ® ® » » ” »” 1 ) ” ” wenig,
1888 6,5 » * » % »” » » » J,ö » ” ”
1889 68 © . “ - | a2 22e4 02 0,
Die Regenmenge nahm demnach mit der mittleren Temperatur des Jahres
zu und ab. Das wärmste Jahr — 1885 — ist das regenreichste, dann folgt
das zweitwärmste 1586 mit einem etwas kleineren Ueberschufs. Das kälteste
Jahr — 1887 — ist das regenärmste mit einem Unterbetrag von 363 mm, das
nächstkalte 1888 bleibt etwas weniger hinter dem Mittel zurück, Das normal
warme Jahr 1889 hatte auch nahezu die normale Regenmenge. Die beiden
Reihen der Jahrestemperatur und der Regenmenge verlaufen vollständig parallel.
Dasselbe ist natürlich auch mit der Reihe der durchschnittlichen Regenmengen
in 24 Stunden der Fall.
Der Unterschied in der Gesammtregenmenge der einzelnen Jahre ist
sehr beträchtlich; er macht zwischen dem nassesten und dem trockensten Jahre
674 mm aus, das sind 26,5% der durchschnittlichen Menge. Das Jahr 1885
hatte 12,2% zu viel, 1887 14,3% zu wenig.
Ein viel loserer Zusammenhang zeigt sich zwischen der Anzahl der
Regentage im Jahr mit der mittleren Temperatur und auch mit der Regen-
menge. Es war nämlich jene Anzahl im Jahre
1885 2193 Tage, also gegen das Mittel von 188,4 "Tagen 30,6 Tage zu grofe,
1886 172 2» 52» x» x „ 164 „ „ Mein,
1887 187 » ® r r » ” » ” 1,4 » » ”
1888 191 » 2» 25» 2» 2» 2wo» » 26 „ =» groß,
889 1M8 - 154 „ Kein.
Die gröfste Zahl von Regentagen fällt demnach freilich in das wärmste
und regenreichste Jahr 1885, die kleinste aber nicht in das kühlste und regen-
ärmste 1887, sondern in das zweitwärmste und zweitregnerischeste Jahr 1886.
Fast ebenso viel zu klein war die Anzahl der Regentage im Normaljahre 1889.
1887 und 1888 wichen in ihren Zahlen nur um ein Geringes von dem Mittel
ab. Der Unterschied zwischen der gröfsten und kleinsten Anzahl im Jahre ist
wieder sehr beträchtlich, er stellt sich auf nicht weniger als 47 Tage.
Mit dem Messen der Verdunstung hat man erst im Mai 1885 begonnen.
Man mulste deshalb, um die jährliche Summe für das genannte Jahr zu erhalten,
die vorhergehenden vier Monate mit den aus den Messungen für Januar bis
April in den folgenden vier Jahren erhaltenen Mittelwerthen in Rechnung
ziehen. So berechnet, erhält man als ganze Verdunstung:
im Jahre 1885 698 mm, mit dem Mittel von 593 mm verglichen, also 105 mm zu viel,
1886 676 „ 2» » » » 8 , » »
1887 660 ® » » » , » » 67 ” ” »
1888 458 „ » » “ = » »„ 135 „ x wenig,
1889 471 » “ „ 1220, 4x4
Auch für dieses Element tritt eine Abhängigkeit desselben in seiner
Menge von der mittleren Jahresluftwärme nicht klar hervor. Die gröfsten Ver-
dunstungsmengen weisen auch hier wieder die beiden wärmsten Jahre 1885 und
1886 auf, doch übersteigt erstere auch im kältesten Jahre 1887 den Mittelwerth,
was vielleicht mit der geringen Regenmenge in diesem Jahre in Beziehung
steht. Das nächstkälteste Jahr 1888 hat die geringste Verdunstung. Die zu-
nächst geringe fällt in das Jahr 1889 mit mittlerer Temperatur.
Besser als mit der Luftwärme geht die Verdunstungsmenge mit der durch-
schnittlichen relativen Feuchtigkeit der Luft parallel, die Reihe der Zahlen der