Dinkiage, L. E.: Meteorologische Beobachtungen der Höhenstation Monte Cafe. 205
Nach der Tabelle II der fünfjährigen Mittel, um diese zuerst in Betracht
zu ziehen, ist der jährliche Gang in allen beobachteten meteorologischen Elementen
ein sehr regelmäfsiger. Der Barometerstand, im Jahresmittel 709,00 mm,
ist am niedrigsten im. Februar — 708,16 mm —, steigt dann allmählich bis
Juli, wo er mit 710,58 mm am höchsten ist, um in der zweiten Jahreshälfte
wieder ebenso allmählich hinunterzugehen. Das verhältnilsmäfsig schnellste
Steigen findet von April bis Juni, das schnellste Sinken von August bis
Oktober statt. Die geringe Abweichung des Dezember, darin bestehend, dafs
dessen mittlerer Luftdruck um ein sehr Geringes niedriger ist als der des
Januar, dürfte in einer längeren Beobachtungsreihe verschwinden. Der Unter-
schied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Monatsmittel ist 2,42 mm.
Sucht man einen Zusammenhang zwischen der jährlichen Periode des Luftdrucks
auf der Station mit sonstigen bekannten Erscheinungen, so mufs man sagen,
dafs der erste einfach mit der überall in der Tropenzone stattündenden jähr-
lichen Verschiebung des Luftdrucksystems geht: im nördlichen Sommer, wenn
der Strich niedrigsten Drucks im Aequatorkalmengürtel seine nördlichste Lage
hat, ist der Luftdruck auf der Aequatorstation, die dann am weitesten von
jenem Gürtel entfernt ist, am höchsten, im nördlichen Winter dagegen, wenn
der Gürtel sich südwärts beinahe bis zum Aequator verschoben hat, am
niedrigsten,
Einen ebenso regelmäfsigen jährlichen Gang zeigt die Lufttemperatur.
Die wärmsten Monate sind März und April, die Zeit, wenn die von Süden
kommende Sonne den Aequator passirt, und die gleich darauf folgende; die
kältesten Juli und August, die nächsten Monate nach der gröfsten nördlichen
Abweichung der Sonne. Der Uebergang von der einen zur anderen Zeit ist
ganz gleichlaufend. Die höchste und niedrigste Temperatur im Jahr fällt
demnach etwas später als der niedrigste und höchste Luftdruck. Aus den
täglichen höchsten und niedrigsten Ständen des Thermometers ergiebt sich als
fünfjähriges Monatsmittel der Temperatur im März und April für das Maximum
26,6°, für das Minimum 17,8° C., im August bezw. 23,0° und 14,9°, Der Unter-
schied zwischen den wärmsten und kühlsten Monaten beträgt demnach im
Maximum und Minimum 3,6° bezw. 2,9°. Der Jahresdurchschnitt, aus den
Monatsmitteln berechnet, ergiebt für die höchste Tageswärme 24,89°, für die
niedrigste 16,64° C. Es folgt hieraus für das Jahr eine mittlere tägliche
Schwankung von 8,25°. Der Unterschied in dieser Beziehung zwischen den
einzelnen Monaten ist, wie die Lage der Station am Aequator erwarten läfst,
keine bedeutende. Immerhin zeigt sich zwischen Februar, März und April
einerseits und September, Oktober andererseits eine Differenz zu Gunsten der
ersteren Monate von etwa 1,5°. In erster Linie hängt dies wohl damit zu-
sammen, dafs März und April in die wärmste, September und Oktober in eine
kühlere Jahreszeit fallen, dann aber auch mit der geringeren relativen Feuch-
tigkeit der Luft und der geringeren Bewölkung im März und April gegenüber
den gröfseren Zahlen, welche diese Elemente für September und Oktober zeigen.
Viel größere Unterschiede in der Tagestemperatur, als die Monatsmittel er-
gaben, zeigen sich, wenn man die beobachteten absoluten Maxima und Minima
mit einander vergleicht. Zufolge den Tabellen für die einzelnen Jahre stieg
die Luftwärme in Monte Cafe im Januar 1885 auf 32,5°, im März 1886 auf
30,2°; dagegen fiel sie im August 1887 und in demselben Monat 1888 auf
10 C., was für den Unterschied zwischen der höchsten und der niedrigsten
Temperatur der Luft im Schatten für die in Rede stehenden fünf Jahre 22,5°
ergiebt.
Die Zahlen in den folgenden Reihen für relative Feuchtigkeit, Be-
wölkung, Regenmenge und Anzahl der Regentage lassen das Klima von
Monte Cafe, wie schon Eingangs erwähnt wurde, im Ganzen als ein feuchtes
und trübes erscheinen, indem als Jahresmittel für relative Feuchtigkeit 81,3%,
für Bewölkung 7,8 der zehntheiligen Skala, für Regenmenge 2541 mm und als
Anzahl der Regentage 188 aufgeführt sind. Dieser grofsen Feuchtigkeit und
Bewölkung, die zunächst von der Nähe des Aequatorkalmengürtels, zumeist aber
von der Höhenlage der Station herrühren, entspricht die geringe Ver-
dunstungsmenge von nur 600 mm im Jahre. Was die jahreszeitlichen Unter-
schiede anbetrifft, so fällt die gröfste relative Feuchtigkeit und Bewölkung in