Herrmann, E,: Rückblick auf das Wetter in Deutschland.im Jahre 1901. 197
Vom 25. November an beginnt eine zunächst im hohen Norden Europas lagernde
Depression sich über das nordöstliche Europa auszudehnen und zieht besonders
Norddeutschland, in geringerem Mafse auch Süddeutschland in den Bereich
ihres Einflusses, so dafs daselbst vielfach Niederschläge niedergehen, bis zum
Schlufs des Monats meist in Form von Schnee. Da die Luftwärme niedrig
bleibt, so erhält sich der Schnee in manchen Lagen.
Am letzten Tage des November nimmt das Luftdruckmaximum im Westen
Europas eine südlichere Lage an, und auch im Nordwesten Europas sinkt das
Barometer unter seinen‘ mittleren Stand; die. demnach. über‘ dem nördlichen
Europa einsetzenden westlichen Winde führen über Deutschland gröfsere Er-
wärmung herbei. Dies mildere und meist niederschlagsreiche Wetter hält bis
etwa zum 11. Dezember an, nur mit Unterbrechung am 5. und 6. Dezember.
Es hat sich nämlich am 4. Dezember der hohe Luftdruck auch über das :nord-
westliche Europa ausgedehnt, und ein Maximum wandert über Nordfrankreich
und Deutschland ostwärts; östliche Winde und Aufklaren des Himmels führen
so an diesen beiden Tagen stellenweise am Tage anhaltenden Frost herbei.
Doch schon am 6. Dezember. verbreitet sich von Nordwesten her eine
Depression über ganz Nordeuropa, sie dehnt sich auch schnell nach Süden aus.
Das kühlere Wetter wird daher bereits am 7. Dezember wieder von höheren
Wärmegraden abgelöst, wobei gleichzeitig sehr ergiebige Regen, Schnee- und
Hagelfälle, stellenweise sogar in. Begleitung von Gewittererscheinungen sich
einstellen. . . . . . .
Mit der Ausdehnung der Depression nach Süden nehmen die ostwärts
ziehenden. Minima des Luftdruckes eine immer südlichere: Lage an. Am 12. De-
zember beginnt dann über Nordosteuropa ein Hochdruckgebiet sich zu :ent-
wickeln, und östliche Winde führen über Deutschland kälteres Wetter herbei
unter Fortdauer der: nun. fast allgemein als Schnee niedergehenden Nieder-
schläge. Dieses kalte Wetter mit besonders vom 16..bis 18. Dezember vielfach
auch am Tage anhaltendem' Frost dauert bis etwa zum 18. Dezember an. .:
Dann tritt eine kräftige Erwärmung ein. Deutschland liegt in dem
südöstlichen mittleren Theile einer sehr umfangreichen, den gröfseren Theil
Europas bedeckenden Depression, während hoher Luftdruck. über dem. östlichen
Europa meist weit nach Süden .herabreicht.- Der Einflufs der wenn. auch ‚meist
schwachen südlichen Luftströmung über dem östlichen Centraleuropa dürfte in
Verbindung mit der Trübung des Himmels, .die: die Ausstrahlung verhindert,
die Veranlassung zu der Milde des Wetters dieser Dezembertage geben. Die
Niederschläge halten dabei an. In diesen Witterungsverhältnissen ändert sich
auch: nichts. Wesentliches, als nach. dem 25. der niedrigste Luftdruck eine Lage
mehr im Nordwesten Europas einnimmt. Bis zum Schluls des Jahres dauert also
etwa vom 19. Dezember an das ungewöhnlich milde und niederschlagsreiche
Wetter fort; in der letzten Dezemberwoche übersteigt mehrfach das Thermo-
meter .10°. ; N . a
Mittel. Summen und Grenzwerthe der Witterungserscheinungen im Jahre 1901
in Deutschland.
Ort
Borkum ..
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Erfurt
Swinemünde
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